Remis im Abstiegskampf
Mainz und Bielefeld bleiben unten mittendrin

Keine Big Points für Mainz, spielerische Magerkost von Aufsteiger Bielefeld: Das Remis im Abstiegskampf lässt beide Clubs etwas ratlos zurück. Im Fernduell mit Köln und Hertha wird sich vor allem die Arminia gewaltig strecken müssen.

Sonntag, 04.04.2021, 08:46 Uhr aktualisiert: 04.04.2021, 08:50 Uhr
Bielefelds Andreas Voglsammer (M/21) trifft im Nachschuss eines Freistosses in Mainz zum 1:1.
Bielefelds Andreas Voglsammer (M/21) trifft im Nachschuss eines Freistosses in Mainz zum 1:1. Foto: Torsten Silz

Mainz (dpa) - Dieses Abstiegsduell zwischen Mainz und Bielefeld hatte nur einen Sieger: die Konkurrenz, die sich genau so ein Ergebnis gewünscht hatte.

Während die formstarken 05er beim von zahllosen Fehlern geprägten 1:1-Krampf gegen den Aufsteiger einen fast schon vorentscheidenden Sieg im Tabellenkeller verpassten, müssen sich die Arminia und der als Retter verpflichtete Frank Kramer ganz andere Gedanken machen: Wie soll es mit so durchwachsenen Offensivleistungen überhaupt noch zu Siegen im Kampf gegen den direkten Gang zurück in die 2. Liga reichen?

«Wir müssen in der Bundesliga für jeden Punkt hart arbeiten und die richtige Einstellung an den Tag bringen», sagte Kramer. Zwar hat der 48-Jährige seit der Amtsübernahme von Uwe Neuhaus in drei von fünf Spielen gepunktet - jedoch lesen sich gerade mal drei Tore in diesem Zeitraum nicht gerade überzeugend. «Natürlich sind wir nicht vollends zufrieden, weil wir gewinnen wollten, aber es war ein gutes Zeichen für uns, dass wir in der Bundesliga zurückkommen können», analysierte Kramer.

Das Remis im coronabedingt leeren Mainzer Stadion war glücklich, denn das Heimteam von Trainer Bo Svensson hatte nicht nur mehr Chancen, sondern auch die klareren. «Wir gehen in Führung, das müssen wir dann auch besser machen, dass wir das zweite Tor nachlegen. Wir bleiben unserer Linie treu», sagte der Däne Svensson, unter dem die Mainzer in der Rückrunde besser punkten als Clubs wie Dortmund, Gladbach oder Leverkusen.

Ein Hoppelschuss von Andreas Voglsammer verhinderte den dritten Mainzer Sieg in Serie, der das Polster auf den Aufsteiger auf fünf Punkte vergrößert hätte. «Verlieren darfst du es nicht, das haben wir geschafft. Wir haben die Distanz gewahrt nach hinten, darum ist das Minimalziel erreicht heute», konstatierte der Mainzer Sportdirektor Martin Schmidt. Der 29 Jahre alte Premierentorschütze Voglsammer hatte seinem Schuss «vielleicht zwei oder drei Prozent» auf einen Erfolg gegeben. «Ich wollte den Ball irgendwie aufs Tor bringen, dann hoppelt der so ganz komisch ins Eck rein», schilderte der Stürmer.

So wirklich wussten nach Abpfiff in der sonnigen Arena aber beide Teams nichts mit dem Remis anzufangen. Die überlegenen Mainzer, für die Daniel Brosinski per Foulelfmeter traf, hatten sich um mehr Lohn gebracht, sind mit 25 Punkten und der deutlich besten Form aber weiter in einer komfortablen Position. Für Bielefeld (23 Zähler) ist - wie von Kramer geschildert - jeder Punkt hart erkämpft. In Mainz war es zumindest ein Teilerfolg, nicht vom Rivalen abgehängt zu werden.

«Mit einer Niederlage wäre es schwer geworden, aber wir wollten gewinnen, darum ist mir der Punkt eigentlich zu wenig», bilanzierte Voglsammer. Die Mainzer Aktivposten Jonathan Burkardt und Leandro Barreiro nannten den Punktverlust unisono «ärgerlich». Für beide Teams bietet der Spielplan bis Ende April große Chancen auf weitere Punkte, Mainz trifft an den kommenden beiden Spieltagen auf die direkten Widersacher Köln (auswärts) und Hertha (daheim).

© dpa-infocom, dpa:210404-99-79490/2

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