28. Spieltag
Bundesliga: Das war der Samstag, das kommt am Sonntag

Der FC Bayern reist angeschlagen nach Paris. In der Liga will Leipzig da sein, wenn die Münchner patzen. Im Kampf gegen den Abstieg kommt es zu womöglich richtungsweisenden Duellen.

Sonntag, 11.04.2021, 11:47 Uhr aktualisiert: 11.04.2021, 11:50 Uhr
Trainer Hansi Flick und die Bayern reisen in vielerlei Hinsicht angeschlagen nach Paris.
Trainer Hansi Flick und die Bayern reisen in vielerlei Hinsicht angeschlagen nach Paris. Foto: Andreas Gebert

Berlin (dpa) - Hoppla, was machen die Bayern denn da. Vor der Entscheidung ums Weiterkommen des Titelverteidigers in der Champions League mit dem Rückspiel bei Paris Saint-Germain straucheln die Münchner in der Fußball-Bundesliga gegen die Eisernen aus Berlin.

Wird es nun doch noch mal spannend im Meisterkampf? Der Verfolger ist bereit. Dahinter nimmt das Bild der Königsklassen-Anwärter für die nächste Saison immer deutlichere Konturen an. Im Kampf gegen den Abstieg wird sich zeigen, was der Bielefelder Sieg zum Auftakt des 28. Spieltags wert war und ob Hertha BSC das Remis gegen Borussia Mönchengladbach nutzte.

REMIS IM REIZKLIMA

Die Spannungen sind nicht zu übersehen. Wie lange Hansi Flick an seinem Mantra zur eigenen Zukunft festhalten und mit «nächste Frage» antworten wird, muss sich zeigen. Der späte Ausgleich des 1. FC Union, der schon im Hinspiel ein 1:1 erreicht hatte, dürfte die Gemütslage des 56-Jährigen nicht sonderlich befriedet haben. Zumal nun auch noch Sorgen um Kingsley Coman vor dem so entscheidenden Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League am Dienstag bei PSG die Stimmung weiter drücken.

«Wir haben noch zwei Tage und dann müssen wir schauen, dass wir am Dienstag um 21 Uhr bereit sind für ein großes Spiel», sagte Flick. Ein 2:3 aus dem Hinspiel müssen sie wettmachen. Gegen Union kamen die personell geschwächten Bayern nicht über ein 1:1 hinaus. «Wenn du 1:0 führst und dann so ein Gegentor bekommst, ist das schwer zu akzeptieren. Es sind eher zwei verlorene Punkte», sagte Flick. Nicht nur eher: Vom üppigen Sieben-Punkte-Vorsprung auf dem Weg zum neunten Meistertitel sind zwei nun weg.

SIEG GEGEN DIE ZWEIFLER

Sie sind da. «Wir probieren alles, wir geben alles und schauen, was am Ende herauskommt», sagte Trainer Julian Nagelsmann nach dem 4:1-Sieg von Bayern-Verfolger RB Leipzig beim SV Werder Bremen, gab aber auch zu Bedenken: «Es sind immer noch fünf Punkte Abstand und der FC Bayern hat alles in der eigenen Hand.»

Sechs Spiele sind nicht mehr viel. Aber die eigene Niederlage gegen die Bayern vor einer Woche haben die RB-Profis weggesteckt. «Falls nochmal etwas gehen sollte, wollen wir da sein», betonte Innenverteidiger Willi Orban. Das noch ausstehende Programm ist nicht leicht, es könnte aber sicher auch schwerer sein: Hoffenheim, Köln, Stuttgart, Dortmund, Wolfsburg und zum Saisonabschluss Union Berlin heißen die verbleibenden Gegner.

DIE HESSE KOMME

«Wenn wir so weiterspielen, sind wir aber schwer aufzuhalten», sagte Trainer Adi Hütter. So, das war in diesem Fall ein 4:3-Sieg gegen den VfL Wolfsburg - seines Zeichens Tabellendritter. Nach den spektakulär-torreichen 90 Minuten plus Nachspielzeit trennt die Eintracht auf Platz vier nur noch ein Zähler vom VfL.

«Was die Spieler auf dem Platz geleistet haben, war sensationell. Das Spiel hätte auch 5:5, 5:6 oder 6:3 ausgehen können», sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic. «Wir mussten an unsere Grenzen gehen», ergänzte Hütter - sportlich deutet alles daraufhin, dass die Frankfurter in der nächsten Saison über die deutschen Landesgrenzen hinaus für wilde Spiele sorgen können. Der Vorsprung auf Borussia Dortmund beträgt weiterhin sieben Punkte, nachdem der BVB am Samstagabend ein 3:2 beim VfB Stuttgart schaffte.

ABSTIEGSKAMPF IN DREI AKTEN

Der Sieg von Arminia Bielefeld gegen den SC Freiburg hatte auch Hertha BSC weiter unter Druck gesetzt. Mehr als ein Remis sprang am Samstag für die Berliner nicht heraus. Während Union sich mit 40 Punkten dank des 1:1 bei den Bayern zum Ligaverbleib nun endlich auch gratulieren ließ, bleibt es eng für die Herthaner. «Letzte Woche hat sich der eine Punkt (gegen Union) wie ein Sieg angefühlt, gegen Gladbach fühlt sich der eine Punkt wie eine Niederlage an», kommentierte Ex-Weltmeister Sami Khedira: «Wir waren in Führung, hatten einen Mann mehr und dann gehen wir in Rückstand.»

Auf gerade mal 26 Punkte aus 28 Spielen kommen die Berliner und liegen nur dank der besseren Torbilanz noch als 14. einen Rang vor Bielefeld. 16. ist der FSV Mainz 05 mit 25 Punkten, 17. der 1. FC Köln. Und die beiden treffen an diesem Sonntag nach dem Match der bereits abgeschlagenen Schalker (18./10) gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr) aufeinander. Einerseits gut für die Mannschaften vor den beiden, weil höchstens einer überholen kann, andererseits dürften zumindest drei dieses höchst gefährdeten Quartetts noch enger zusammenrücken.

© dpa-infocom, dpa:210410-99-156162/4

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