Königsklasse
«Alles oder nichts»: Ronaldo und Juventus unter Druck

Ronaldo sollte für Juventus Turin eine Garantie für den Gewinn der Champions League sein. Dem italienischen Rekordmeister war der von Real Madrid geholte Portugiese viele Millionen Euro wert. Doch die Verpflichtung droht sich nicht zu rentieren.

Montag, 11.03.2019, 14:19 Uhr aktualisiert: 11.03.2019, 14:22 Uhr
Mit Juventus gegen Atlético Madrid unter Druck: Superstar Cristiano Ronaldo.
Mit Juventus gegen Atlético Madrid unter Druck: Superstar Cristiano Ronaldo. Foto: Alessandro Di Marco

Turin/Madrid (dpa) - Die Fans allein werden das Champions-League-Aus von Juventus Turin nicht verhindern können. Das weiß auch Superstar Cristiano Ronaldo, von dem seit seiner Ankunft im vergangenen Jahr alle erwarten, dass er die heiß ersehnte Trophäe in den Piemont bringt.

«Es ist möglich, aber wir brauchen eure Hilfe», appellierte der Portugiese kurz vor dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Atlético Madrid am Dienstag (21.00 Uhr) an die Juve-Anhänger. Ronaldos Team steht vor einer Partie, die eine ganze Saison entscheiden könnte.

Titel-Garant Ronaldo, der fünfmal die Königsklasse gewann, sollte Juve in dieser Saison zum ersten Champions-League-Triumph seit 1996 führen. 112 Millionen Euro überwies der Verein für den Europameister im Juli 2018 an Real Madrid. Den achten Meistertitel in Serie kann den Bianconeri eigentlich niemand mehr streitig machen, er wäre aber nur ein schwacher Trost bei einem Aus in der Champions League.

Nach dem 0:2 im Hinspiel ist der Druck auf das Team von Trainer Massimiliano Allegri - allen voran Ronaldo - enorm. Die italienischen Medien sprechen von einer «Maxi-Herausforderung». «Nach dem, was für Ronaldo ausgegeben wurde, im Achtelfinale rauszufliegen, wäre ein Bankrott», schrieb die Tageszeitung «Il Messaggero». Die Partie werde ein «schwieriges, aber nicht unmögliches Unterfangen», meinte der «Corriere dello Sport». «Der Portugiese ist genau für so einen Abend nach Turin gekommen, an dem es um drinnen oder draußen, alles oder nichts geht: Der Kannibale der Champions League ist dazu berufen, das merkwürdige weiß-schwarze Schicksal zu verwandeln», kommentierte die «Gazzetta dello Sport».

Doch Atlético will die Revanche gegen Ronaldo perfekt machen. Als der Stürmerstar das Trikot des Madrider Stadtrivalen Real trug, gewann er zwei Königsklassen-Endspiele (2014 und 2016) gegen das Team von Trainer Diego Simeone. Dazwischen, 2015, waren Ronaldo & Co. im Viertelfinale Endstation. Trotz der guten Ausgangslage hält sich Simeone zurück. «Worte gewinnen im Fußball keine Spiele, wir müssen viel arbeiten», sagte der Argentinier nach der gelungenen Generalprobe gegen CD Leganés (1:0). Er betonte aber auch: «Zur Zeit spielen wir sehr gut, wir fühlen uns sehr stark.»

Atlético hat die letzten fünf Pflichtspiele gewonnen und dabei kein Gegentor kassiert. In Spanien diskutiert man, ob Barcelonas Marc-André ter Stegen oder Atléticos Keeper Jan Oblak zur Zeit der beste Torwart der Liga ist. Nicht nur Oblak und die inzwischen wieder sehr sattelfeste Abwehr sprechen für Atlético. Auch die Statistik: Nach einem Heimsieg im Hinspiel ist der Madrider Arbeiterverein, «Matratzenmacher» genannt, unter Simeone im spanischen Pokal, in der Europa League und in der Champions League bisher immer in die nächste Runde eingezogen. Der Franzose Antoine Griezmann und Ex-Juve-Profi Álvaro Morata sollen für einen Auswärtstreffer sorgen.

Juventus als Titelfavorit wäre bei einer Pleite nach dem Aus von Real Madrid und Paris Saint-Germain immerhin in prominenter Gesellschaft. Hoffnung macht, dass Atlético vor fremdem Publikum auch schlechte Tage erwischen kann, wie das 0:4 in der Gruppenphase bei Borussia Dortmund beweist. Turins deutscher Ex-Weltmeister Sami Khedira muss wie schon im Hinspiel nach seiner Herz-Operation zuschauen.

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