Champions League
Gladbachs Schlüsselspieler Kramer im Fokus - Hoffen auf Plea

Christoph Kramer ist ein Phänomen. Der Weltmeister von 2014 galt schon als Auslaufmodell. Der Routinier ist in Top-Form und überragt in der Champions League. Vor dem Schlüsselspiel gegen Donezk lobt der Coach Kramer überschwänglich. Auch Pleas Rückkehr macht Hoffnung.

Dienstag, 24.11.2020, 17:34 Uhr aktualisiert: 24.11.2020, 17:36 Uhr
Christoph Kramer ist einer Führungsspieler von Borussia Mönchengladbach.
Christoph Kramer ist einer Führungsspieler von Borussia Mönchengladbach. Foto: Efrem Lukatsky

Mönchengladbach (dpa) - Im bislang wichtigsten Champions-League-Spiel der Saison hofft Borussia Mönchengladbach auf einen Einsatz von Top-Scorer Alassane Plea und setzt auf Anführer Christoph Kramer.

Die Duelle mit Inter Mailand und Real Madrid mögen mehr Glanz versprühen und Kindheitsträume der Spieler erfüllen, die Partie am Mittwoch gegen Schachtjor Donezk (18.55 Uhr/DAZN und Sky) ist richtungsweisend. Mit einem erneuten Sieg drei Wochen nach der 6:0-Gala in der Ukraine wäre das Überwintern in Europa fast sicher und der erstmalige Einzug in die K.o.-Runde zum Greifen nah.

Pünktlich zum Weichen-Spiel meldete sich am Dienstag der Dreifach-Torschütze aus dem Hinspiel aus seiner Quarantäne nach positivem Corona-Test zurück. «Alassane ist wieder freigegeben. Er kann auch heute wieder trainieren. Da müssen wir sehen, wie er reagiert», sagte Trainer Marco Rose und machte einen möglichen Einsatz Pleas gegen Donezk unter anderem von der Teilnahme am Abschlusstraining abhängig. Rund zwei Stunden später stand der 27 Jahre ale Franzose dann tatsächlich auf dem Trainingsplatz.

Pleas Einsatz wäre nach dem Chancen-Wucher seiner Sturm-Vertreter am vorigen Samstag gegen Augsburg (1:1) wünschenswert. Denn am Mittwoch soll ein wichtiger Schritt in Richtug K.o.-Runde gemacht werde. «Ich glaube schon, dass wir aus dieser Situation etwas sehr besonderes machen können», sagte Kapitän Lars Stindl. Vor dem vorentscheidenden Spiel stärkte Trainer Rose demonstrativ seine Leader, allen voran Kramer. «Christoph Kramer hat in den letzten Wochen vor allem in der Champions League schon gezeigt, warum er Weltmeister geworden ist», sagte Rose. «Wie er die Mannschaft geführt hat auf internationalem Niveau und wie er sich reingehauen hat, war schon außergewöhnlich.»

Der 29 Jahre alte Kramer galt neben den aufstrebenden Denis Zakaria (24) und Florian Neuhaus (23) schon als Auslaufmodell. Doch Rose erkannte dessen Bedeutung als Führungsspieler auch neben dem Platz. Der Vertrag mit dem Mittelfeldspieler wurde vor einem Jahr noch einmal bis 2023 verlängert - zum Glück für Borussia, bei der Kramer seit der schweren Verletzung Zakarias vor acht Monaten nicht mehr wegzudenken ist. Und das trotz der allmählichen Genesung Zakarias, der gegen Augsburg (1:1) am Samstag erstmals wieder spielte.

Seit Wochen ist Kramer in bestechender Form, ist mit überragenden Zweikampf- und Passwerten Anführer auf und Vorbild neben dem Platz. «Wir werden hier im Borussia-Park ein ganz anderes Donezk erleben als beim 6:0 in Kiew. Niemand sollte ohne Weiteres mit drei Punkten rechnen, das wird ein enormes Stück Arbeit», warnte Kramer in der «Rheinischen Post».

So etwas wie in der Europa League im Vorjahr, als dem damaligen Bundesliga-Spitzenreiter gegen Basaksehir aus der Türkei ein Unentschieden zum Weiterkommen gereicht hätte, die Borussia aber höchst unglücklich mit 1:2 verlor, soll sich in diesem Jahr angesichts der exzellenten Ausgangslage nicht wiederholen. Rose fordert in diesem Punkt eine Weiterentwicklung seines in der Königsklasse noch unbesiegten Spitzenreiters der Gruppe B. «Wir können viel in die für uns richtige Richtung drehen. Wir wollen auf jeden Fall gewinnen», sagte der Coach.

Die Chance auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Clubs in der Königsklasse ist groß. 2015 schied Gladbach nach der Vorrunde als Gruppenletzter aus, 2016 folgte Gruppenplatz drei und immerhin das Überwintern als Europa-League-Teilnehmer. Diesmal könnte es ins Champions-League-Achtelfinale gehen. «Das ist die neue Herausforderung, die jetzt ansteht. Aber wir wollen weiterkommen und haben die Qualität dazu», befand Kramer.

© dpa-infocom, dpa:201124-99-444862/5

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