Sa., 18.08.2018

DFB-Pokal Bayern quält sich - Kovac nach Weiterkommen «froh»

Die Bayern um Joshua Kimmich (l) hatten in Drochtersen gegen Jasper Gooßen und Co. schwer zu kämpfen.

Die Bayern um Joshua Kimmich (l) hatten in Drochtersen gegen Jasper Gooßen und Co. schwer zu kämpfen. Foto: Carmen Jaspersen

Als übermächtiger Favorit ist der große FC Bayern in die niedersächsische Provinz gereist. Drochtersen/Assel bringt den Rekordmeister fast zur Verzweiflung. Lewandowski sorgt für die Erlösung.

Von dpa

Drochtersen (dpa) - Trainer Niko Kovac staunte über den kleinen niedersächsischen Regionalligisten SV Drochtersen/Assel. Mit einem hauchdünnen 1:0 (0:0) ist der deutsche Fußballmeister Bayern München einer Blamage entkommen und hat sich in die zweite Runde des DFB-Pokalwettbewerbs gequält.

«Drochtersen/Assel hat einen tollen Kampf und große Leidenschaft gezeigt», sagte Kovac anerkennend. «Ich bin froh, dass wir weiterhin im Pokal dabei sind.» Robert Lewandowski mit seinem Tor in der 81. Minute nach Zuspiel von Leon Goretzka hatte für die große Erleichterung bei Kovac gesorgt.

Mit nahezu allen Stars waren die Bayern vor 7800 Zuschauern im ausverkauften Kehdinger Stadion angetreten. Die leidenschaftlich kämpfenden Niedersachsen standen tief und boten dem übermächtigen Gegner mit einer cleveren Defensivtaktik Paroli. Schon vor zwei Jahren hatten sie Borussia Mönchengladbach (0:1) beinahe zur Verzweiflung gebracht. Der oft ideenlose Rekordmeister konnte das Bollwerk lange Zeit nicht überwinden. Als Drochtersen/Assels Torhüter Patrick Siefkes geschlagen schien, rettete Meikel Klee bei Lewandowskis Kopfball auf der Linie (27.).

«Ich finde es unglaublich, dass wir das Spiel so lange offenhalten konnten», meinte Drochtersen-Trainer Lars Uder. «Deshalb bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft.» Sein Team hätte sogar in Führung gehen können, doch der freigespielte Florian Nagel scheiterte mit einem Schuss aus rund zwölf Metern an Manuel Neuer (33.). «Zieht den Bayern die Lederhosen aus», klang es fortan von den Rängen. Die bis dahin beste Gelegenheit zur Führung der Bayern vergab Thiago (56.). Der Spanier traf bei einem Distanzschuss die Latte. Danach musste die Partie für gut fünf Minuten unterbrochen werden, weil Bayern-Fans Papierrollen aufs Spielfeld geworfen hatten.

Knapp eine Woche vor dem Bundesliga-Auftakt bot Bayern-Trainer Niko Kovac in der 11 500-Einwohner-Gemeinde wie angekündigt die «volle Kapelle» mit allen Stars auf. Mit dabei war auch Nationalspieler Jerome Boateng, was ein Zeichen dafür sein könnte, dass er doch bei den Münchnern bleibt. Vom Stamm fehlten nur die verletzten David Alaba und James Rodriguez. Der von Schalke 04 und RB Leipzig umworbene Sebastian Rudy war erwartungsgemäß nicht mitgereist.

Ein von Thomas Müller erzielter Treffer (79.) war nicht anerkannt worden, weil Ribery im Abseits stand. Deshalb blieb es bei dem knappen Resultat. Drochtersen/Assels Kapitän Sören Behrmann hatte vor dem Spiel als Ziel geäußert, «weniger Gegentore als der HSV zu bekommen». Die Hamburger hatten drei Tage zuvor in einem Testspiel gegen die Bayern mit 1:4 verloren. Das gelang dem aufopferungsvoll kämpfenden Regionalligisten mit Bravour.



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