Ein Weltmeister und ein Derby
Salmrohr, Baunatal & Co.: Die Außenseiter im DFB-Pokal

Der SSV Ulm hat es allen Außenseitern vorgemacht: 2001 warf der Verein als Fünftligist einen großen Gegner aus dem DFB-Pokal. Darauf hoffen auch an diesem Wochenende wieder mehrere Clubs aus der Fünften und Sechsten Liga.

Freitag, 09.08.2019, 12:50 Uhr aktualisiert: 09.08.2019, 12:52 Uhr
Die Spieler von Atlas Delmenhorst begutachten das Bremer Weserstadion.
Die Spieler von Atlas Delmenhorst begutachten das Bremer Weserstadion. Foto: Philipp Schulze

Hannover (dpa) - Fünf Fünftligisten und sogar ein Sechstligist nehmen in diesem Jahr an der ersten Runde des DFB-Pokals teil. Krasse Außenseiter sind sie an diesem Wochenende alle.

Doch ihre Geschichten sind sehr unterschiedlich. Die einen müssen zu ihrem Heimspiel lange reisen, die anderen waren seit mehr als 30 Jahren nicht mehr dabei. Bei den einen sitzt ein Weltmeister auf der Tribüne, bei den anderen ist die Zeit der Altstars schon lange her.

FSV Salmrohr:

Bernd Hölzenbein, Klaus Toppmöller, Edgar Schmitt: Die Liste früherer FSV-Spieler ist prominent. In der Saison 1986/87 spielte der Verein aus Rheinland-Pfalz ein Jahr in der Zweiten Liga, jetzt ist er der einzige Sechstligist im DFB-Pokal. Gegner am Sonntag ist Holstein Kiel. Als bestes Abschneiden in der Salmrohrer Pokal-Historie steht das Erreichen der dritten Runde in der Saison 1992/93 zu Buche.

KSV Baunatal:

Der Hessenligist ist erstmals seit 32 Jahren wieder im Pokal dabei. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf das Spiel gegen den VfL Bochum. «Der VfL Bochum ist ehemaliger Bundesligist und ein großartiger Traditionsverein. Dass ein so großer Club für ein Pflichtspiel nach Baunatal kommt, ist ein Hammer», sagte Willi Nebe, Ressortleiter Sport beim KSV, dem Internetportal «fussball.de».

Atlas Delmenhorst:

Was für ein Los! Die Stadt Delmenhorst liegt keine 15 Kilometer von Bremen entfernt. Die meisten Atlas-Spieler sind Werder-Fans und gehen regelmäßig ins Weser-Stadion. Für den Fünftligisten ist es nach der Neugründung 2012 der erste Auftritt im DFB-Pokal - und dann geht es auch noch gegen den großen Nachbarn Werder Bremen. Die Partie wird vor über 40.000 Zuschauern im Stadion des Bundesligisten ausgetragen.

FC Oberneuland:

Der bekannteste Mann des Bremer Stadtteilvereins ist der Sportliche Leiter: Der frühere Werder-Profi Günter Hermann wurde 1990 mit Deutschland Weltmeister. Nationalspieler Julian Brandt oder Werder-Star Ailton spielten früher auch für den FCO. Die erste Pokalrunde überstand der Darmstadt-Gegner aber nur einmal: 2008 nach Elfmeterschießen gegen den damaligen Zweitligisten TuS Koblenz.

TuS Dassendorf

530 Kilometer muss der Club aus der Nähe von Hamburg zu seinem Heimspiel gegen Dynamo Dresden reisen. Das eigene Stadion ist zu klein, eine Ausweicharena war nicht zu finden, also findet die Partie in Zwickau statt. Vor einem Jahr verloren die Dassendorfer nur mit 0:1 gegen den MSV Duisburg. Da wurde noch in Hamburg gespielt. Namhaftester Spieler ist der Ex-Rostocker Marcel Schied.

FC Villingen 08

Der FC Villingen hat bisher achtmal am DFB-Pokal teilgenommen und ist achtmal in der ersten Runde ausgeschieden. Gegen Hansa Rostock (2005) und den FC St. Pauli (2009) schaffte man es in die Verlängerung. Gegner diesmal ist Fortuna Düsseldorf. Wie man als Fünftligist einen Bundesligisten rauswirft, hat ein anderen Club aus Baden-Württemberg vorgemacht: 2001 bezwang der SSV Ulm den 1. FC Nürnberg mit 2:1.

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