Pokal-Aus gegen Bochum
Kein besinnliches Fest: Mainz 05 sucht Weg aus der Krise

Das Pokal-Aus gegen Zweitligist Bochum ist für Mainz 05 der negative Schlusspunkt eines verkorksten Jahres. Über die Weihnachtstage muss sich der Verein neu aufstellen, um die Krise im nächsten Jahr meistern zu können. Am 3. Januar geht es bereits weiter.

Donnerstag, 24.12.2020, 11:30 Uhr aktualisiert: 24.12.2020, 11:35 Uhr
Auch im DFB-Pokal setzte es für Mainz 05 eine Pleite.
Auch im DFB-Pokal setzte es für Mainz 05 eine Pleite. Foto: Torsten Silz

Mainz (dpa) - Trainer Jan-Moritz Lichte verabschiedete sich nach der bitteren Pokalpleite des FSV Mainz 05 gegen den VfL Bochum in ein Weihnachtsfest voller Ungewissheit.

Und auch Vorstandschef Stefan Hofmann hatte die leise Hoffnung auf besinnliche Feiertage endgültig begraben. «Es wird kein normales Weihnachten. Wir werden die Köpfe zusammenstecken und viel telefonieren. Danach entscheiden wir», kündigte Hofmann schnelle Antworten auf die drängenden Fragen nach einem neuen Sportchef und der Zukunft von Lichte an.

Das Pokal-Aus gegen den Fußball-Zweitligisten aus Bochum durch ein 0:3 im Elfmeterschießen hat den Frust im gesamten Verein und den Handlungsdruck noch einmal verstärkt. «Es ist jetzt ganz wichtig, dass klare Entscheidungen getroffen werden», sagte Lichte. Erst müsse zügig ein Nachfolger von Sportvorstand Rouven Schröder, dessen Vertrag am Dienstag aufgelöst worden war, installiert werden. «Danach muss der Verein die Entscheidung treffen, ob die Zusammenarbeit mit mir zukunftsträchtig ist», sagte Lichte. «Ich muss abwarten.»

Viel spricht nicht für den 40-Jährigen. In der Bundesliga holte er mit dem Tabellenvorletzten nur sechs Punkte, nun folgte auch noch der Pokal-Knockout. Der FSV verspielte dabei am Mittwochabend in der regulären Spielzeit eine 2:0-Führung durch Tore von Jean-Paul Boëtius (7. Minute) und Danny Latza (55.) und konnte in der Verlängerung eine 25-minütige Überzahl nach der Roten Karte für Bochums Torwart Manuel Riemann nicht nutzen. Vom Punkt versagten dann Adam Szalai, Kevin Stöger und Jean-Philippe Mateta die Nerven.

«Das war ein Sinnbild für das, was wir seit Wochen erleben. Ich bin sehr, sehr enttäuscht», sagte Lichte und stellte ernüchtert fest: «Was wir als Mannschaft auf den Platz bringen, ist zu wenig.» Ähnlich kritisch bewertete Abwehrspieler Alexander Hack die Situation: «Wenn wir nicht wollen, können wir keine Spiele gewinnen. Wir haben jetzt ein paar Tage, darüber nachzudenken.»

Viel Zeit, die Defizite zu beheben, bleibt nicht. Schon am 3. Januar geht es in der Bundesliga weiter - ausgerechnet beim Branchenprimus FC Bayern München. Hofmann hofft daher auf eine schnelle Zusage von Christian Heidel, dem absoluten Wunschkandidaten für den Posten des Sportvorstandes. «Ich werde über Weihnachten öfter mit ihm telefonieren. Er muss jetzt das grundlegende Bekenntnis ablegen, wovon ich ausgehe und was ich hoffe», sagte der Mainz-Boss.

Heidel kennt den Verein bestens, hatte er aus dem einstigen Zweitligisten in seiner 24-jährigen Amtszeit als Manager doch einen stabilen Bundesligaverein geformt. Nun soll der 57-Jährige, der die Mainzer im Sommer 2016 in Richtung FC Schalke 04 verlassen hatte, den drohenden Absturz in die Zweitklassigkeit abwenden.

«Wir sind sportlich seit eineinhalb Jahren sehr instabil und müssen damit leben, dass sich viele Fans abwenden. Dass wir uns Gedanken machen, wie wir dem entgegenwirken können und welche Menschen die dafür nötige Expertise haben - und dann auf den Namen Christian Heidel kommen -, ist wohl nachvollziehbar», sagte Hofmann. Jetzt fehlt nur noch die Zusage des neuen Hoffnungsträgers.

© dpa-infocom, dpa:201224-99-805412/2

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