Europa League
Trotz 4:1-Polster: Eintracht verunsichert nach Salzburg

Eigentlich sollte Eintracht Frankfurt das 4:1 aus dem Hinspiel der Europa League gegen Red Bull Salzburg zum Einzug ins Achtelfinale reichen. Die bittere Pleite gegen Bundesligaaufsteiger Union Berlin lässt jedoch Zweifel aufkommen, dass alles glatt geht.

Mittwoch, 26.02.2020, 18:52 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 18:56 Uhr
Warnt davor, zu locker in das Rückspiel in Salzburg zu gehen: Eintracht-Keeper Kevin Trapp.
Warnt davor, zu locker in das Rückspiel in Salzburg zu gehen: Eintracht-Keeper Kevin Trapp. Foto: Arne Dedert

Salzburg (dpa) - Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter will das 4:1 aus dem Hinspiel der ersten K.o.-Runde der Europa League am Donnerstag (21.00 Uhr/RTL und DAZN) bei Red Bull Salzburg nicht mit einer Mauertaktik verteidigen.

«Wir haben einen Vorsprung, wollen aber auch Nadelstiche nach vorne setzen und mit einem guten Spiel ins Achtelfinale einziehen», kündigte der 50 Jahre alte Österreicher und Ex-Coach der Salzburger an alter Wirkungsstätte an. «Wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen, sind wir schwer zu schlagen.»

Teil zwei der Salzburger Festspiele hätte für die Hessen in der österreichischen Kulturstadt ein Lustspiel sein können. Doch nach der Heimpleite gegen den 1. FC Union Berlin (1:2) hat die Begegnung nun das Potenzial für eine Zitterpartie. «Ich glaube nicht, dass wir nach dem 4:1 im Hinspiel jetzt Warnungen aussprechen müssen», meinte Sportvorstand Fred Bobic.

Wie schnell man besonders auf der europäischen Bühne vom sicheren Sieger zum spektakulären Verlierer werden kann, weiß aus bitterer Erfahrung Eintracht-Torwart Kevin Trapp. «Ich habe schon mal anderes erlebt», erinnerte er sich nach dem 4:1 gegen Salzburg an einen der schwärzesten Momente seiner Karriere. 2017 hatte Trapp mit seinem Ex-Club Paris Saint-Germain im Achtelfinale der Champions League den FC Barcelona erst mit 4:0 besiegt, um danach mit 1:6 unterzugehen.

Eingedenk des Trapp-Erlebnisses und des zuletzt extremen Wechsels der Leistungen der Eintracht ist auch Hütter nicht restlos sicher, ob alles in seiner Heimat Salzburg glatt geht und der erneute Einzug ins Achtelfinale gelingt. «Wir müssen das 4:1 über die Runden bringen», sagte er. Sollten seine Profis so schwach agieren wie in der ersten Halbzeit gegen Union - dann Servus. «Wenn wir wie gegen Berlin spielen, wird es zappenduster. Wenn wir wie beim 4:1 gegen Salzburg spielen, kommen wir hundertprozentig weiter», sagte Hütter.

«Auch, wenn wir einen guten Vorsprung haben: Im Fußball geht alles schnell», meinte Defensivspieler Timothy Chandler. «Jeder weiß selber, dass es gegen Berlin nicht gut war und muss sich an seine eigene Nase fassen. Manchmal funktioniert es, manchmal nicht.» Ganz so lapidar sieht es sein Kollege Makoto Hasebe nicht. «Die Emotionen haben gefehlt. Wir müssen unsere Mentalität ändern», mahnte der 36-jährige Japaner und erinnerte an die «die letzten sechs Wochen der Hinrunde» mit nur einem Sieg bei Arsenal London (2:1) und acht Niederlagen sowie einem Remis in der Bundesliga.

Dass die erneut hohe Zahl von Spielen in kurzer Zeit in drei Wettbewerben zu dem Auf und Ab des spielerischen Eintracht-Niveaus beiträgt, lässt Bobic nicht gelten. «Wenn die Jungs große Träume und Ziele haben, dann macht ihnen das nichts aus», sagte der Ex-Nationalstürmer. «Es gibt keine Ausreden. Wir wollten das so.»

Beim österreichischen Meister wird Hütter nach der großen Rotation mit fünf Personaländerungen gegen Union wohl wieder das A-Team mit Sebastian Rode, Djibril Sow und Almamy Touré aufbieten. In die Abwehr wird zudem Martin Hinteregger stehen, der im Hinspiel gesperrt war. Nicht spielen können Mijat Gacinovic und Bas Dost.

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