Nationalmannschaft
Khedira: Rückholaktion der Weltmeister der «vernünftige Weg»

Berlin (dpa) - Sami Khedira hat Bundestrainer Joachim Löw nahegelegt, seine einstigen Weltmeister-Kollegen Thomas Müller, Jérôme Boateng und Mats Hummels in die Fußball-Nationalmannschaft zurückzuholen.

Sonntag, 13.12.2020, 09:09 Uhr aktualisiert: 13.12.2020, 09:13 Uhr
Sami Khedira spricht sich für die Rückkehr von Thomas Müller, Jérôme Boateng und Mats Hummels in die Nationalmannschaft aus.
Sami Khedira spricht sich für die Rückkehr von Thomas Müller, Jérôme Boateng und Mats Hummels in die Nationalmannschaft aus. Foto: Manuel Blondeau/Aop.Press

Das wäre aus Sicht des 33-Jährigen der vernünftige Weg, um bei der EM 2021 und vor allem der WM 2022 um den Titel mitreden zu können. In einem Interview der «Bild am Sonntag» begründete dies der bei Juventus Turin nicht mehr berücksichtigte Khedira damit, dass sich gute, junge Spieler zunächst gegen solche wie Müller, Boateng und Hummels durchsetzen müssten, die eine große Persönlichkeit hätten.

Wenn man jungen Spielern gleich die Straße frei mache, sei dies für ihn das absolut falsche Signal, sagte Khedira. «Wenn man ältere Top-Spieler von vornherein aussortiert, werden wir nicht das maximale Level erreichen. An solchen Spielern können die sensationell guten jungen Spieler wachsen», betonte der Mittelfeldspieler. «Aber: Wenn die sich nicht gegen jemanden durchsetzen müssen, werden sie in ihrer eigenen Blase limitiert bleiben.»

Eine derartige Entscheidung würde Löw viel Kraft kosten. «Wäre er dann der Schwache? Nein! Er wäre der Starke! Weil er viel Energie bräuchte», sagte Khedira. Löw erklärte zuletzt, er sehe im Moment keinen Anlass für eine Rückholaktion. Der 60-Jährige will vor der EM-Endrunde aber alles noch einmal auf den Prüfstand stellen.

Insgesamt bescheinigte Khedira der DFB-Auswahl, in den vergangenen Jahren ein wenig die Identität verloren zu haben. Grund seien viele Umstellungen und Neu-Einladungen. Dass Löw ein guter Trainer sei, dürfe man nicht infrage stellen, unterstrich Khedira. «Für mich ist die Frage: Bekommt er die Spieler nach den vielen Jahren noch emotionalisiert? Wollen die Spieler es verstehen und aufnehmen?»

Bei einem möglichen Abschied von Juventus im Winter würde Khedira zwar ein Wechsel in die Premier League reizen. Es könne aber auch ein Verein außerhalb von England werden, der nicht international spiele.

© dpa-infocom, dpa:201213-99-673146/2

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