So., 04.03.2018

Fußball: Bundesliga Schalke 04 müht sich zum 1:0-Erfolg über Hertha BSC Berlin

Zweites Tor für Schalke in dieser Saison: Marko Pjaca freut sich mit Breel Embolo, Herthas Torwart Rune Jastein kann es nicht fassen.

Zweites Tor für Schalke in dieser Saison: Marko Pjaca freut sich mit Breel Embolo, Herthas Torwart Rune Jarstein kann es nicht fassen. Foto: dpa

Gelsenkirchen - 

Nach dem dritten Sieg in Folge ist Schalke 04 auf Champions-League-Kurs. Doch der Fußball, den die Königsblauen beim 1:0-Erfolg gegen Hertha BSC boten, war nicht appetitlich. Außerdem droht Ärger in der Causa Max Meyer.

Von Jürgen Beckgerd

Es wird ungemütlich, wenn die „Alte Dame“ Hertha auftritt gegen die Top-Clubs der Liga: 1:1 gegen Borussia Dortmund, 2:0 gegen Bayer Leverkusen, 0:0 gegen Bayern München. Die Schalker waren also gewarnt vor dem Spiel gegen Berlin – und entsprechend eingestellt im Spiel, das im Kampf um einen Platz im europäischen Wettbewerb wieder einmal richtungsweisend war. Mit 1:0 (1:0) setzten sich die Königsblauen durch, eroberten Tabellenplatz zwei und haben sich vor den beiden folgenden Auswärtsspielen in Mainz (10. März/20.30 Uhr) und beim VfL Wolfsburg eine Woche später eine recht gute Basis für die Reisen durch Europa geschaffen. Juventus-Ausleihe Marko Pjaca erzielte in der 37. Spielminute das Tor des Tages, nachdem Vorlagengeber Daniel Caligiuri erst zwei Berliner auf einmal vernascht und den Kroaten per Flachpass bedient hatte.

Der dritte Sieg in Folge wurde von Trainer Domenico Tedesco natürlich mit Freude aufgenommen, allerdings blieb auch dem Schalker Coach nicht verborgen, wie sich seine Jungs den Dreier ermauert hatten. „Das kann nicht unser Anspruch sein“, grantelte Tedesco – die Bilanz von 0:8 Torschüssen in der zweiten Halbzeit übertünchte eine starke Anfangsphase der Gelsenkirchener, die sich aber schon früh bei Torhüter Ralf Fährmann bedanken mussten, nicht ebenso zeitig in Rückstand geraten zu sein: Gegen Davie Selke (12.) und Valentino Lazaro (13.) parierte Fährmann großartig, beim verunglückten Torschuss von Niklas Stark (14.) hatte er Glück: Drei Hochkaräter in drei Minuten – da hätten die Gastgeber auch gut und gerne früh und deutlich hinten liegen können.

Dass sie auch im zweiten Durchgang trotz totaler Offensiv-Passivität nicht ins Hintertreffen gerieten, war pures Glück in einem von S04 ganz schwachen Spiel. „Wir hatten genug Chancen, um einen Punkt mitzunehmen. Wir haben diesmal die Effizienz vermissen lassen“, sagte Herthas Fabian Lustenberger. Und Trainer Pal Dardai traf mit seiner Analyse auf den Punkt: „Das Tor bekommen wir noch nicht einmal aus einer Drucksituation heraus – im zweiten Durchgang waren wir dominant“. Egal, oder um es mit den Worten von Schalke-Boss Clemens Tönnies zu sagen: „Guckt auf die Tabelle“, so der Aufsichtsratschef zu wartenden Journalisten.

Eine ganz andere Baustelle ist für Schalke die Personalie Max Meyer, der ein angebliches Angebot für eine Vertragsverlängerung (vier Jahre Laufzeit, 5,5 Millionen Euro Jahresgehalt) erneut ausschlug: Dessen Berater Roger Wittmann polterte auf Sky: „Zwei E-Mails reichen nicht, um einen Schalker Jungen vom Verbleib zu überzeugen.“ Der Konter von Schalke-Manager Christian Heidel saß ebenfalls: „Ich kenne Berater, die schreiben zwei E-Mails und wollen Millionen dafür. Ich kann es kaum glauben, dass er das sagt.“ Da liegt Zoff in der Luft. Meyer, nach dem Spiel von Tedesco noch herzlich und innig umarmt, wäre nach Julian Draxler, Sead Kolasinac, Leroy Sané, Joel Matip und demnächst Leon Goretzka ein weiteres hochkarätiges Schalker Eigengewächs, das den Club verlassen würde. Unter anderem Atlético Madrid soll verstärktes Interesse am U-21-Europameister haben.



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