Do., 19.04.2018

Fußball: DFB-Pokal-Halbfinale Schalke 04 im Leerlauf: Überraschende Niederlage gegen Eintracht Frankfurt

Komplett frustriert: Schalker Profis nach dem Ausscheiden gegen Frankfurt.

Komplett frustriert: Schalker Profis nach dem Ausscheiden gegen Frankfurt. Foto: dpa

Gelsenkirchen - 

Eintracht Frankfurt steht zum zweiten Mal nacheinander im Pokalendspiel. Ein Fußballfest bekamen die Zuschauer auf Schalke am Mittwochabend nicht zu sehen. Dafür war es bis zum Schluss spannend - eine wichtige Schiedsrichterentscheidung kurz vor Spielende war extrem umstritten.

Von Jürgen Beckgerd

Eintracht Frankfurt steht zum zweiten Mal hintereinander im Endspiel um den DFB-Pokal. Luka Jovic erzielte das Tor des Abends (75. Spielminute) beim 1:0-Erfolg der Eintracht beim FC Schalke 04 nach einem Eckball per Hacke. Im vergangenen Jahr mussten sich die Hessen Borussia Dortmund im Finale in Berlin noch 1:2 geschlagen geben. Nun wartet am 19. Mai der FC Bayern.

Es war bis zum Tor eine umkämpfte, aber sehr, sehr zähe Angelegenheit in der Schalke-Arena. Eine gute halbe Stunde dauerte es, ehe die Schalker Fans den Torschrei auf den Lippen hatten: Der abgefälschte Schuss von Daniel Caligiuri verfehlte nur knapp das Ziel. Nach dem anschließenden Eckball fand Leon Goretzka bei seinem Kopfball in Eintracht- Keeper Lukas Hradecky seinen Meister.

Da war vieles Stückwerk im umkämpften Mittelfeld, weder die hoch anlaufenden Gastgeber, noch die Eintracht brachten die Bälle zielstrebig in den Strafraum. Jeder wusste: Kleine Sünden bestraft der Gegner sofort. Und so spielten sie auch.

Eine personelle Änderung nach Revier-Derby

Einen Aufreger gab es dann doch noch in Minute 44: Schalke-Torhüter Ralf Fährmann wurde beim Abfangen einer Flanke von Luka Jovic unterlaufen, Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen) ahndete die Aktion aber nicht, was den Keeper dermaßen in Rage brachte, dass er mit dem Ball in der Hand den Strafraum verließ und zornig auf den Unparteiischen zurannte. Klares Handspiel? Schiedsrichterball, den die wütenden Frankfurter natürlich vehement kritisierten.

Fotostrecke: DFB-Pokal-Halbfinale: FC Schalke 04 - Eintracht Frankfurt

Schalke-Trainer Domenico Tedesco, dessen Vertrag bei Erreichen der Champions League vorzeitig um zwei Jahre (bis 2022) verlängert werden soll (zu auf dann rund 1,2 Millionen Euro verdoppelte Bezüge) änderte die Aufstellung gegenüber dem Revier-Derby nur auf einer Position: Marko Pjaca stand für Jewhen Konopl­yanka in der Startelf. Bei Eintracht Frankfurt feierte Omar Mascarell nach zwei Monaten Verletzungspause sein Comeback.

Es waren die Defensivreihen, die dem Spiel im ersten Durchgang ihren Stempel aufdrückten, da gab es hier wie dort kein Durchkommen, auch aus ruhenden Bällen entsprang keinerlei Gefahr. Schalke, um Kontrolle bemüht, fand im Tabellensiebten einen zähen, unbequemen Gegner. Die „breite Brust“ (Tedesco) mit der die Gastgeber nach dem Derby-Sieg auftrumpfen wollten, stieß auf ein dickes Fell: Frankfurt hielt zunächst alles aus und ließ einfach keine Schalker Überraschungen zu.

Erfolgloser Protest

Zu Beginn des zweiten Durchgangs forcierten die Gastgeber ein wenig das Tempo. Gefährliche Torraumszenen blieben dennoch Seltenheit. In den Schaltzentralen blieben sowohl Gorezka wie auch der Frankfurter Marco Fabian ohne Akzente. Immerhin lockerte Frankfurts Trainer Niko Kovac ein wenig die Defensiv-Fessel: Schalke nutzte die Räume: Zwei Mal scheiterte Guido Burgstaller am glänzend haltenden Hradecky.

Endlich Torgefahr. – Und gleich der Schock in der zaghaften Drangperiode: Den Eckball von Jonathan de Guzman veredelte Jovic sehenswert. Danach haderte Schalke mächtig mit dem Schiedsrichter. Ein Tor von Franco di Santo pfiff Hartmann ab. Der Einwechselspieler soll den Ball mit der Hand gestoppt haben – eine Fehlentscheidung. Schalke protestierte ohne Erfolg.

Unschöner Abschluss des Fußballabends: Nach dem Abpfiff kam es zu Prügeleien zwischen Schalker und Frankfurter Fans.



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