Champions League
Schalke plant nach Sieg über Galatasaray fürs Achtelfinale

Gelsenkirchen -

Der FC Schalke 04 hat das Tor zum Achtelfinale der Champions League weit aufgestoßen. Durch den glänzend erkämpften und herausgespielten 2:0 (1:0)-Erfolg über Galatasaray Istanbul haben die Gelsenkirchener vor den beiden letzten Gruppenspielen in Porto und gegen Lokomotive Moskau nun vier Punkte Vorsprung auf die Verfolger aus der Türkei.

Mittwoch, 07.11.2018, 06:50 Uhr aktualisiert: 07.11.2018, 07:49 Uhr
Schalke darf jubeln: Der Bundesligist hat nach dem 2:0-Erfolg beste Chancen auf das Weiterkommen in der Champions League.
Schalke darf jubeln: Der Bundesligist hat nach dem 2:0-Erfolg beste Chancen auf das Weiterkommen in der Champions League. Foto: dpa

Guido Burgstaller sorgte in der vierten Spielminute für den Auftakt so recht nach Schalker Wunsch und besorgte abgezockt das 1:0. Galatasarays Torhüter Fernando Muslera musste im Herausrutschen aus dem Strafraum den Ball loslassen, um kein Handspiel zu riskieren – sein Pech. Burgstaller witterte seine Chance und zirkelte das Spielgerät in die Maschen. Ein Tor, das dem Schalker Spiel Sicherheit versprach, aber keine Überlegenheit hielt: Alexander Nübel im Schalker Tor musste gegen Henry Onyekuru Kopf und Kragen riskieren, um den Ausgleich zu verhindern (17.)

Schalke begann gegenüber den bisherigen Bundesligaspielen mutiger, offensiver, besser, bot mit Breel Embolo und Guido Burgstaller zwei echte Spitzen und mit Mark Uth dahinter einen weiteren Stürmer als „Achter“ auf. Sebastian Rudy und Amine Harit fädelten immer wieder gute Angriffe ein. Allein, zwingende Chancen waren zunächst wenige zu sehen. Eine gute Möglichkeit hatte hingegen „Gala“: Garry Rodrigues (28.), toll in Szene gesetzt vom ehemaligen Schalker Younes Belhanda, schoss aber frei stehend neben das Tor.

Friedlich, aber volle Phonzahl

Die Tafel war früh gedeckt für einen umkämpften Schlagabtausch, die stimmungsvolle Kulisse mit etwa 10 000 Istanbuler Fans war geweckt. Kein befürchtetes Pyro-Gedöns, alles friedlich auf den mit 54 740 Zuschauern voll besetzten Rängen.

Champions League: Schalke-Galatasaray

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  • Tausende Fans von Galatasaray Istanbul feuerten in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen ihre Farben an.

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  • Vor allem vor dem Anpfiff veranstalteten sie ein lautstarkes Spektakel.

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  • Vor dem Spiel begrüßt S04-Trainer Domenico Tedesco (r.) Istanbuls Trainer Fatih Terim.

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  • Die etwa 10.000 Istanbuler Fans wurden im Spiel aber schnell zum Schweigen gebracht.

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  • Denn bereits in der vierten Minute erzielte Guido Burgstaller das 1:0 für die Hausherren.

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  • Gala-Keeper Fernando Muslera musste im Herausrutschen aus dem Strafraum den Ball loslassen, um kein Handspiel zu riskieren. Burgstaller angelte sich den Ball und zirkelte ihn aus spitzem Winkel ins Tor.

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  • Auf der Gegenseite machte es Alexander Nübel besser.

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  • Schalkes junger Torwart klärte mit dem Fuß vor dem heranstürmenden Henry Onyekuru (17. Minute).

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  • Auf dem Rasen entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch.

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  • Hinten hielt Schalkes Innenverteidiger Salif Sane den Laden meist dicht.

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  • Die Zweikämpfe waren oft körperbetont, aber meist fair.

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  • Hier hält sich Guido Burgstaller nach einem Duell mit Ryan Donk (l) das Gesicht.

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  • Schreckmoment für Schalke in der 28. Minute: nach einem Zuspiel des ehemaligen Königsblauen Younes Belhanda taucht Garry Rodrigues frei vor dem Tor auf.

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  • Doch der Abschluss des Offensivmanns verfehlt das Ziel deutlich.

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  • Schalkes Trainer Domenico Tedesco ermahnt seine Spieler zur Ruhe.

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  • In der 57. Minute fällt die Vorentscheidung: Nach Zuspiel von Burgstaller schießt Mark Uth zum 2:0 für Schalke ein.

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  • Der Stürmer wird mit lauten „Uth, Uth, Uth“-Rufen gefeiert.

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  • Danach hielt Blau-Weißt die Istanbuler weitgehend fern vom eigenen Strafraum. Mit vier Punkten hat Galatasaray schlechte Karten, Schalke (8 Punkte) in den letzten beiden Vorrundenpartien der Champions League noch zu überholen.

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Das Spiel hatte die volle Phonzahl verdient. Es wurde ein Fight mit offenem Visier: Im Gegensatz zur Bundesliga fand Schalke die Mittel, dem Gegner das eigene Spiel aufzudrängen. Die „Knappen“ waren die deutlich agilere Mannschaft und gingen dabei deutlich verstärkt ins Risiko: Schalkes Matija Nastasic klärte in höchster Not gegen Sinan Gümüs, den direkten Gegenzug „veredelte“ Rudy fast – sein Distanzschuss klatschte an den Pfosten (38.). Sekunden später scheiterte Burgstaller am „Gala“-Keeper. Applaus, weil beide Teams nicht zurücksteckten und sich dann einen intensiven Schlagabtausch liefern.

Vorentscheidung in der zweiten Hälfte

Schalke-Trainer Domenico Tedesco roch den Braten früh, dass Galatasaray zu Beginn des zweiten Durchgangs ordentlich Dampf machen würde: Weston McKennie kam für Amine Harit, da sollte wohl mehr Kompaktheit im Mittelfeld hergestellt werden. Doch filigran war die nächste Aktion der Gastgeber: Daniel Caligiuri passte auf Burgstaller, der überlegt in die Mitte auflegte, wo sich Uth (ein Bundesligatreffer) an seine alte Torgefährlichkeit erinnerte und zum 2:0 einschoss (57.) – die Vorentscheidung. Schalke ging auf Nummer sicher, brachte Nabil Bentaleb für Uth: noch mehr Stabilität, noch mehr Kompaktheit. „Galas“ Angriffsversuche versandeten zusehends – nichts für die „Gala-rie“, die Fans in Orange-Rot, zu Hause schon mal laut wie ein Düsenjet, wurden ruhiger.

Schalke ließ Galatasaray nun mehr Spielräume, hielt die Istanbuler aber weitgehend fern vom eigenen Strafraum, initiierte aber auch in der Schlussphase immer wieder gute Angriffe. Souverän war das und klug. – Galatasaray brachte offensiv rein gar nichts mehr auf die Kette.

Nach dem Spiel richtete S04-Trainer den Blick schon wieder nach vorne auf die anstehende Partie in Frankfurt (Sonntag, 18 Uhr): „Wir dürfen keinen Millimeter nachlassen, nicht im Training, nicht im Spiel. Sonst hast du in der Bundesliga einfach keine Chance. Das ist einfach so.“

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