Fußball: Bundesliga
Schalke auch gegen Freiburg ohne „Plan B“

Gelsenkirchen -

Zwei Handspiele im Strafraum, zwei Platzverweise – es war allerhand drin in der Partie des FC Schalke 04 gegen den SC Freiburg. Nur keine Tore. Für die Gelsenkirchener steht nun ein ganz hartes Match in der Königsklasse an. Wirklich in Form sind sie nicht.

Sonntag, 17.02.2019, 14:40 Uhr aktualisiert: 17.02.2019, 16:06 Uhr
Reichlich Gesprächsbedarf ohne Sichtkontakt: Der enttäuschte Guido Burgstaller sieht nicht hin, was Trainer Domenico Tedesco ihm erzählt
Reichlich Gesprächsbedarf ohne Sichtkontakt: Der enttäuschte Guido Burgstaller sieht nicht hin, was Trainer Domenico Tedesco ihm erzählt Foto: dpa

Den Blick nach vorn zu richten, ist manchmal wertvoller als rückwärtsgewandt zu schauen. Beim FC Schalke 04 liegen die Dinge zurzeit ein wenig anders: Beim 0:0 gegen den SC Freiburg lag vieles im Argen – wie schon so oft in dieser Saison. Mit Blick auf das Champions-League-Achtelfinalspiel am kommenden Mittwoch gegen Manchester City (21 Uhr) ergibt sich jedoch eine Retrospektive, die Schlimmes erahnen lässt. Jedenfalls nährte die Bundesliga-Partie allergrößte Sorgen, dass dem Spiel gegen „die zurzeit und in dieser Form wohl beste Mannschaft in Europa“, wie Schalkes Trainer Domenico Tedesco seine Sicht schilderte, fürchterlich enden könnte.

Es sei denn, Omar Mascarell hat Recht: „Im Fußball ist alles möglich, wir werden kämpfen wie die Löwen“, sagte der Mittelfeldspieler der Knappen. Und Mark Uth betonte mit Blick auf das Mittwoch-Spiel: „Ich habe keinen Bock, dass wir uns nur hinten reinstellen. Ein Achtelfinalspiel in der Champions League ist etwas ganz Besonderes. Wir werden alles raushauen.“

Ganz fade Kost

Das torlose Remis gegen den Tabellendreizehnten der Bundesliga war aus Schalker Sicht ganz fade Kost – ohne eine zwingende Torchance aufseiten der Gastgeber vor nur 58 271 Zuschauern. Freiburg hatte derer drei erstklassige, von denen Torhüter und Kapitän Ralf Fährmann zwei großartig zunichte gemacht wurden: erst gegen Jerome Gondorf (46.), dann gegen Janik Haberer (62.).

Dass Philipp Lienhart seinen Kopfball aus eineinhalb Metern nicht platzieren konnte, war reines Schalker Glück (71.). „Wenn du kein Tor erzielst, musst du aufpassen, dass du keines kriegst“, fasste Freiburgs Coach die offensiven Nachlässigkeiten seiner Mannschaft zusammen. Schalke lauerte lediglich auf Konter, spielte aber viel zu umständlich, langsam und fantasielos.

Knifflige Entscheidungen

Dass die Partie dennoch eine turbulente wurde, lag an einigen kniffligen Entscheidungen, die Schiedsrichter Frank Willenborg (Osnabrück) allesamt korrekt löste – auch unter Zuhilfenahme des Video-Assistenten. Handspiel vom Freiburger Lukas Kübler (33.) im Strafraum? Handspiel von Mascarell (81.)? Erst entschied Willenborg gegen einen Strafstoß und ließ sich das aus dem Kölner Keller bestätigen, dann pfiff er und ließ sich korrigieren.

Auch bei der Roten Karte gegen Suat Serdar (42.), der mit „offener Sohle“ gegen Freiburgs Mike Frantz einstieg, lag der Schiedsrichter richtig. Gelb-Rot sah Freiburgs Christian Günter in der Nachspielzeit – die erste Gelbe wegen eines Allerweltfouls (87.), die zweite wegen seiner Aufführung wie ein Zebulon drei Minuten später. Kann man so sehen.

Schalke 04 - SC Freiburg in Bildern

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  • Schmerzhaft: Mike Frantz von Freiburg liegt nach einem Foul kurz vor Ende der ersten Halbzeit auf dem Boden.

    Foto: Ina Fassbender
  • Suat Serdar (Mitte) kassierte für das harte Einsteigen die rote Karte.

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  • Die zweite Halbzeit musste Schalke in Unterzahl absolvieren.

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  • Schalke-Trainer Domenico Tedesco war nicht zufrieden mit dem, was seine Mannschaft bot.

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  • Christian Streich sah in der zweiten Halbzeit, wie sein SC Freiburg das Kommando übernahm.

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  • Zweikampf im Mittelfeld: Amine Harit von Schalke kommt...

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  • ... gegen Vincenzo Grifo (r) von Freiburg zu Fall.

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  • Noch ein Mann weniger: Kurz vor Ende des Spiels zückt Schiedsrichter Frank Willenborg die gelb-rote Karte.

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  • Christian Günter kann den Platzverweis gegen ihn nicht nachvollziehen.

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  • Trotz einer Schlussoffensive der Schalker blieb es am Ende beim 0:0. Der eingewechselte Nabil Bentaleb ist frustriert.

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  • Wie kann es besser werden? Trainer Domenico Tedesco redet nach der Partie auf Guido Burgstaller ein.

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Streich kritisiert Videobeweis

Trainer Streich aber machte sich ob der Handspiel-Entscheidungen des Video-Assistenten aus Köln erneut so seine Gedanken: „Es kann sein, dass über die gesamte Saison mehr Gerechtigkeit herrscht. Im Spiel ist das aber anders. Man traut sich im Stadion ja gar nicht mehr zu jubeln. Ich bin altmodisch und konservativ: Ich hätte es lieber, wenn es anders wäre. So wie früher.“

Schalke – eine Halbzeit lang in Unterzahl – kämpfte zumindest aufopferungsvoll, bekam aber auch zuvor schon keinen Zugriff aufs Spiel. Der Plan, über Uth die Angriffe zu steuern, um dann über die (überforderten) Außen Rabbi Matondo und Amine Harit hinter die starke Freiburger Defensivreihen zu gelangen, schlug fehl. Plan B existierte allem Anschein nach nicht.

Den werden sie gegen Manchester City aber brauchen. Dringend.

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