Fußball: DFB-Pokal
Eiskalte Duschen für Schalke

Gelsenkirchen -

Der FC Schalke 04 wird einfach nicht warm mit den Kollegen aus Bremen. Schon wieder kassierten die Königsblauen eine Niederlage gegen die Hanseaten – und schon wieder endet ein Wettbewerb vorzeitig. Nach dem Aus im DFB-Pokal geht es jetzt nur noch gegen den Abstieg.

Mittwoch, 03.04.2019, 22:54 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 06:43 Uhr
Schalkes Breel Embolo am Boden – wie der Rest der Schalker Mannschaft: Ihr Wunschort war gestern wohl ganz weit weg..
Schalkes Breel Embolo am Boden – wie der Rest der Schalker Mannschaft: Ihr Wunschort war gestern wohl ganz weit weg.. Foto: dpa

Werder Bremens Pokal-Dekade mit Finalsiegen 1999 und 2009 könnte 2019 ihre Fortsetzung erfahren: 20 beziehungsweise zehn Jahre nach den letzten Pokalerfolgen stehen die Bremer im Halbfinale. „Über Hamburg fahr’n wir nach Berlin“ sang der Werder-Anhang in Erwartung des vollendeten Losglücks, das am Sonntag den Erzrivalen HSV bescheren könnte. Am Mittwochabend besiegte Werder im Viertelfinale den FC Schalke 04 ein wenig glücklich mit 2:0 (0:0).

Den Weg nach Berlin – zum vierten Endspiel in diesem Jahrtausend – hatten sich die „Knappen“ als allerletzte Möglichkeit, der verkorksten Saison doch noch ein Sahnehäubchen aufzusetzen, ebenfalls auf die Fahnen geschrieben – und scheiterten wie so oft in den vergangenen Monaten. Zwei Mal hatte ihn Trainer Huub Stevens bereits mit den Schalkern beschritten und holte den Pott 2001 (2:0 gegen Union Berlin) und 2002 (4:2 gegen Bayer Leverkusen) in den Pott. Davon wollte der Coach vor dem Spiel gegen den aktuellen Bundesliga-Sechsten jedoch nichts wissen: „Die Vergangenheit zählt für mich nichts“, hatte der Niederländer vor dem Spiel gesagt. Abstiegskampf genießt im Berger Feld höchste Priorität.

Flotte Kombinationen

Davon war zunächst aber kaum etwas zu spüren. Im Gegenteil: Die Gastgeber zeigten gleich einmal, dass sie sich nicht erneut abkochen lassen wollten, wie bei den beiden Liga-Niederlagen gegen die Bremer. Munter und flott kombinierte sich das Team durchs Mittelfeld, auch wenn die Passgenauigkeit fehlte. Bremen, etwas kultivierter im Stellungsspiel hatte es nicht leicht, hinterherzukommen. Auch weil die Schalker auf den „zweiten Ball“ aus waren. Und zweikampfstark agierten. Das hatte etwas mit Selbstvertrauen zu tun – keine Selbstverständlichkeit nach dem bislang so desolaten Saisonverlauf. Die beste Schalke Chance vergab Salif Sané, der nach einem Freistoß frei zum Kopfball kam, aber aus neun Metern verzog (27.)

Werder setzt Nadelstiche

Und Werder? Die Hanseaten, in der Bundesliga zuletzt dreimal siegreich, waren um Spielkontrolle bemüht und setzten Nadelstiche: Johannes Eggestein verzog aus 15 Metern knapp (42.), eine Minute später wurde Max Kruse gerade noch von Matija Nastasic geblockt. Schalke hatte in der Halbzeitpause die klare Order, aufmerksamer zu agieren, um die Bremer Offensive im zweiten Durchgang nicht noch weiter einzuladen.

Schalke drückt, Bremen trifft

Den ersten Akzent setzte Schalke: Ein starker Sololauf des 19-Jährigen Nassim Boujellab endete zwar noch im Fangzaun hinter dem Werder-Tor, war aber das Signal zur Attacke. Der junge Marokkaner aus der Knappenschmiede hatte sein Bundesliga-Debüt beim 1:0-Erfolg am vergangenen Samstag gegeben und war Stevens beim Testspiel gegen Sevilla im März positiv aufgefallen. Schalke blieb am Drücker: Sané verpasste vier Metern vor dem Werder-Kasten (49.), Guido Burgstaller traf Sekunden später nur den Pfosten.

Das sah gut aus, war aber nicht gut genug. Bremens Defensive hielt dem Schalker Druck stand. Und mehr noch, weil Schalke hinten wieder unaufmerksam war: Fehler Oczipka, der Ball landete bei Marco Friedl, der auf Milo Rashica ablegte. Sehenswert der Treffer des Kosovaren zum 0:1 (65.). Schalke-Keeper Alexander Nübel war bei dem Distanzschuss ebenso machtlos, wie sechs Minuten später vor dem 0:2 durch Davy Klaassen alleingelassen. Ludwig Augustinsson bediente den Niederländer, und der traf aus spitzem Winkel. Eiskalte Dusche für Schalke, Werder konnte sich in die Komfortzone der eigenen Hälfte zurückziehen.

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