Fußball: Bundesliga
Nübel trübt die Schalker Weihnachtsfreude und wechselt zu Bayern

Gelsenkirchen -

Liebend gern hätte der FC Schalke 04 Alexander Nübel gehalten. Der aber zog den Wechsel zu Bayern München vor. Dort ist er vorerst nur die Nummer zwei. Das konnte niemand in Königsblau verstehen. Und der Wechsel trübte am Sonntag auch die gute Stimmung nach dem 2:2 gegen den SC Freiburg.

Sonntag, 22.12.2019, 17:10 Uhr aktualisiert: 22.12.2019, 17:17 Uhr
Macht im Sommer 2020 den Abflug: Alexander Nübel wird seinen Vertrag auf Schalke nicht verlängern.
Macht im Sommer 2020 den Abflug: Alexander Nübel wird seinen Vertrag auf Schalke nicht verlängern. Foto: AFP

Unmittelbar nach dem Spiel gegen den SC Freiburg war die Welt des FC Schalke 04 noch in allerbester Adventsstimmung. „Schöne Weihnachten“, hieß es von den Spielern und Trainer David Wagner, selbst der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies wünschte froh gelaunt „ein schönes Fest!“ Klar, das 2:2 (1:0) bot spannenden, aufregenden und mitunter auch sehenswerten Fußball bis zur letzten Spielminute. Beide Mannschaften hatten mehr verdient als die Punkteteilung nach den Toren von Suat Serdar (27.) zum 1:0 für die Gastgeber sowie den beiden Freiburger Elfmetertoren jeweils nach Intervention des Videoassistenten durch Nils Petersen (54.) und Vocenzio Grifo (67.). Der zehn Minuten zuvor eingewechselte Ahmed Kutucu traf zum Ausgleich (80.), mit dem beide Mannschaften gut leben konnten.

Die Festtagsstimmung auf Schalke wurde jedoch tags darauf vermiest durch die Ankündigung von Stammtorhüter Alexander Nübel, das stark verbesserte (im Raum steht eine Fünf-Millionen-Gehaltsofferte) Schalker Angebot nicht anzunehmen. Nun droht im Sommer sein ablösefreier Wechsel zu Bayern München, wie sich in den Nachmittagsstunden bestätigte. Und das, obwohl dort doch Nationalkeeper Manuel Neuer erst kürzlich bis 2023 verlängert hat.

„Wir müssen das akzeptieren, aber verstehen müssen wir das nicht“, sagte 04-Sportvorstand Jochen Schneider, der sich zum Fest in bester Knecht-Ruprecht-Manier verprügelt vorkommen musste. Nübel (23) spielte nun mal in der weiteren – zuletzt von großem Erfolg gekrönten – Schalker Kaderplanung eine zentrale Rolle. Und in die Lücke dürfte nun Markus Schubert rücken. Der hochtalentierte 21-jährige Keeper kam von Dynamo Dresden und hielt nach seiner Saisonpremiere gegen Eintracht Frankfurt (1:0), nachdem Nübel vom Platz flog, und seinem starken Ein-Fehler-Auftritt in Wolfsburg (1:1) auch gegen Freiburg gut. Gleich zwei tolle Paraden gegen Jonathan Schmid kurz vor der Halbzeitpause hielten Schalkes verdiente Führung fest, im zweiten Durchgang verhinderte er die Vorentscheidung für den SC beim 1:2 gegen den völlig frei auftauchenden Lucas Höler.

Das war die Szene, die Freiburgs Trainer Christian Streich dann doch ein wenig ärgerte: „Schalke kann das Spiel gewinnen, klar. Aber wir auch, wir hatten das 3:1 auf dem Fuß.“ Womit der Coach nicht Unrecht hatte. Königsblau hatte sich die beiden – von Schiedsrichter Felix Brych zunächst nicht als solche erkannte und erst im Kölner Keller entlarvten – Foulelfmeter natürlich selbst eingebrockt. Erst touchierte Ozan Kabak Höler, dann fällte Linksverteidiger Juan Miranda den eingewechselten Changhoon Kwon mit einem Tritt auf den Spann. Dass Schalke trotz dieser beiden Nackenschlage nicht nur zurück ins Spiel fand, sondern in der starken Schlussphase sogar mehr als den wuchtigen Ausgleichstreffer von Kutucu verdient gehabt hätte, spricht für die von Trainer David Wagner völlig neu mentalisierten „Knappen“. Torschütze Serdar war dabei nicht nur Sinn- sondern auch Spiegelbild des neuen S04: Das 1:0 leitete er mit seinem Zuspiel auf Benito Raman kurz vor dem eigenen Strafraum ein, um – nach einem Sprint über den Platz – selbst als Abnehmer der Raman-Vorlage zu vollenden. Sensationell, das sechste Saisontor des Mittelfeldspielers. „Ich wollte dieses Tor unbedingt“, sagte der Nationalspieler aus Bingen am Rhein und sprach damit seinem Trainer aus der Seele: „Wir wollten ja genau den Fußball spielen mit positiver Aggressivität, starker Mentalität, echtem Zusammenhalt.“ Mit 30 Punkten und Platz fünf zur Saisonhalbzeit ist das mehr als gelungen.

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