1. Fußball-Bundesliga
Die pure Verzweiflung: FC Schalke 04 droht den Anschluss zu verlieren

Gelsenkirchen -

Hätte, könnte, dachte: Beim FC Schalke 04 regiert der Konjunktiv, wo doch der kategorische Imperativ stehen müsste: Machen! Am Mittwochabend war davon trotz einer existenzbedrohenden Tabellensituation nichts, aber auch gar nicht zu spüren im Spiel gegen den SC Freiburg. Der Tabellenletzte spielte beim 0:2 (0:1) als genau ­solcher: verzweifelt und schlecht.

Donnerstag, 17.12.2020, 21:20 Uhr aktualisiert: 17.12.2020, 21:42 Uhr
Sinnbild für die Schalker Verzweiflung: Omar Mascarell (l.), Torhüter Ralf Fährmann und Suat Serdar (r.) nach dem 0:2 gegen den SC Freiburg
Sinnbild für die Schalker Verzweiflung: Omar Mascarell (l.), Torhüter Ralf Fährmann und Suat Serdar (r.) nach dem 0:2 gegen den SC Freiburg Foto: dpa

Angesichts der Schreckensbilanz von vier Punkten nach zwölf Spiel­tagen war zumindest ein kämpferisch stärkerer Auftritt der Knappen erwartet worden. Nichts da. Sehenden Auges schlittert der Verein in eine höchst ungewisse Zukunft. Bei mehr als 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten kann auch dem Lizenzierungsverfahren für die aktuell durchaus realistisch drohende 2. Bundesliga nur mit Grausen entgegengeblickt werden.

Trainer Manuel Baum, dessen Bilanz nach der Amtsübernahme von David Wagner keinen einzigen Sieg in zehn Spielen aufweist, stellte seinem Team und damit sich selbst ein Armutszeugnis aus: „Wir hatten mit einem Freiburger Spielaufbau gerechnet, dass die uns sehr hoch anlaufen würden. Die Räume wollten wir nutzen. Das war aber nicht so. Wir haben die Räume nicht gefunden“, gab der Coach zu. Schalke war nicht in der ­Lage, auf die neue Situation mit eher verhalten attackierenden Freiburgern zu reagieren. Eine glatte sechs im kleinen Fußball-1x1.

Ob für die Winterpause Verstärkungen verpflichtet werden können? „Wenn nicht, werden wir das mit dem aktuellen Kader knallhart durchziehen“, sagte Baum mit Blick auf das finanzielle Limit, an dem sich die Schalker bewegen. Seine eigene schwache Bilanz bis jetzt, sei ihm nicht so wichtig: Ich verschreibe mich der Aufgabe, dass Schalke im nächsten Jahr in der Bundesliga spielt, da interessiert mich meine eigene Statistik nicht. Ich bin Diener des ­Vereins“, sagte Baum.

24 Mal hintereinander spielte Schalke nun nicht „zu Null“, im Sturm stehen 8:35 Tore. Heißt: Es fehlt vorne wie hinten an Qualität. Was umso bemerkenswerter ist, da der Kader in etwa mit dem identisch ist, der in der ersten Halbserie der zurückliegenden Saison sogar Europapokal-Ambitionen weckte.

Natürlich ist Baum nun auch als Psychologe gefragt. „Ein Team in unserer Situation hat nicht viel Mut“, sagte Rechtsverteidiger Benjamin Stambouli, aber auch: „Ich möchte Schalke wieder stark sehen, ich gebe niemals auf. Wir werden alles machen, um in der Bundesliga zu bleiben.“

Beinahe natürlich ist, dass eine Trainer-Diskussion erneut entbrennt. Der Boulevard meldet, dass es Überlegungen in diese Richtung ­geben könnte. Dass es sich dabei um Friedhelm Funkel (ehemals Fortuna Düsseldorf) handeln soll, macht die Gerüchte, die von Schalke nicht kommentiert wurden, nicht seriöser. Ohnehin bleibt nur die Hoffnung, nein, die Forderung, am Samstag gegen Bielefeld einen Dreier zu landen.

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