Wahl zum Fußballer des Jahres
Diogo Alves Duarte ist erwachsen geworden

Münster -

Er ist gerade mal 19, hat aber schon viel von der Fußballwelt gesehen. Preußen Münster, VfL Bochum, VfL Osnabrück – das sind drei seiner Stationen bei den Junioren. Nun kickt Diogo Alves Duarte wieder für seinen Heimatverein SC Münster 08.

Donnerstag, 23.05.2019, 15:46 Uhr aktualisiert: 23.05.2019, 15:50 Uhr
Nominiert: Diogo Alves ­Duarte
Nominiert: Diogo Alves ­Duarte Foto: Peter Lessmann

In der Westfalenauswahl hat er mit Schalkes Jung-Profi Ahmed Kutucu geflemmt. Seine Gegner waren nicht weniger prominent. Jahrhunderttalent Jann-Fiete Arp vom HSV lief ihm über den Weg, als Diogo Alves Duarte noch in der A-Junioren-Bundesliga für den VfL Osnabrück kickte. Lang, lang ist das gar nicht her. Seit gut einem Jahr erst trägt der Portugiese das Trikot von Landesligist SC Münster 08. In das ist er in seinem ersten Seniorenjahr schnell hineingewachsen. Der flinke zentrale Mittelfeldspieler ist gerade zarte 19.

Und hat eine bewegte Vergangenheit. Der junge Mann entpuppt sich bei näherer Betrachtung als kleiner „Weltenbummler“. Von seinem Heimatverein Nullacht zog er einst aus, um in der näheren Fußballumgebung nach dem Rechten zu schauen. Über Preußen Münster und den VfL Bochumkutucu

landete er schließlich in Niedersachsen bei den Lila-Weißen. Kein geringerer als Daniel Thioune, der Aufstiegstrainer, nahm sich dort seiner an. Aber nur kurz, weil der 44-Jährige relativ schnell zum Drittliga-Coach berufen wurde. „Danach lief es bei mir nicht mehr wirklich rund“, gibt Alves Duarte zu. Unter Marko Tredup kam er in Osnabrück nicht mehr so zum Zuge wie gewünscht. Die Idee, in die sportliche Heimat zurückzukehren, nahm Gestalt an.

Kaum wieder da, wird er schnell erwachsen – und macht sich unverzichtbar an der Manfred-von-Richthofen-Straße. Prompt folgt die Nominierung zum „Fußballer des Jahres“. „Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt“, sagt er.

Die Werbetrommel rührt der Papa fleißig. Er hat in den sozialen Netzwerken auch die Verwandtschaft in Portugal dazu aufgerufen, mitzuwählen. Oma und Opa, Tanten und Onkel, Cousinen und Cousins. Und wer weiß wen noch.

Ob Diogo Alves Duarte nach seiner Odyssee bei Nullacht (endlich) Wurzeln schlägt, wird sich zeigen. „Wir haben eine tolle Truppe“, sagt er. Die noch mit einem Auge auf das Tor zur Westfalenliga schielt. Noch ist Rang zwei drin, und damit verbunden die Teilnahme an der Relegationsrunde. „Der Aufstieg wäre die Krönung einer starken Saison.“

Mehr zum Thema
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6634159?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F3967136%2F
Nachrichten-Ticker