So., 07.05.2017

Fußball: Kreisliga B Voll auf die Zwölf: Gimbte und Greven trennen sich mit einem Remis

Der Eindruck täuscht: Zwar packt hier Grevens Verteidiger Jonas Averbeck (blau) gegen Philipp Sprakel rustikale Methoden aus – insgesamt aber präsentierte sich Greven spielerisch in Höchstform. DJK-Trainer Peter Talmann kann es nicht fassen – seine Elf vergab vor allem in der zweiten Hälfte zahlreiche Möglichkeiten, das Spiel zu entscheiden.

Der Eindruck täuscht: Zwar packt hier Grevens Verteidiger Jonas Averbeck (blau) gegen Philipp Sprakel rustikale Methoden aus – insgesamt aber präsentierte sich Greven spielerisch in Höchstform. DJK-Trainer Peter Talmann kann es nicht fassen – seine Elf vergab vor allem in der zweiten Hälfte zahlreiche Möglichkeiten, das Spiel zu entscheiden. Foto: Stefan Bamberg/Ulrich Schaper

Gimbte - 

BG Gimbte und BW Greven lieferten sich im Derby ein spektakuläres 3:3, in dem sie vornehmlich flach, erstaunlich fair, zügig, und vor allem unglaublich unterhaltsam spielten. Über 500 Zuschauer sahen sich das Spektakel in der Gimbter Schlage an.

Von Stefan Bamberg

Na also. 91. Minute, und es gibt zum guten Schluss doch noch ein bisschen was auf die Zwölf: eine kleine, feine Rudelbildung. Eine zünftige Runde Trash-Talk, zweimal Gelb. Es ist der Moment, in dem das Derby alles erlebt hat, was in ein Fußballspiel so rein passt. Kurz darauf ist Schluss, der Tumult geschlichtet und alle wieder versöhnt. Und: alles wie gehabt! Blau-Gelb gegen Blau-Weiß 3:3, Greven weiter einen Punkt vor Gimbte. Punktsieg für die DJK, würde man wohl beim Boxen sagen. Aber Achtung: Der Herausforderer zuckt noch.

Fotostrecke: Fußball Kreisliga B: Toller Schlagabtausch zwischen Gimbte und Greven endet 3:3

Selten hat ein Match die Grevener Fußballwelt derart elektrisiert wie dieser B-Liga-Aufstiegsschlager: Knapp 600 Leute sind da, vollendetes Verkehrschaos an der Schlage. Um 15.01 Uhr der Anpfiff – anschnallen, liebe Fußballfreunde! Für den ersten Alarm im DJK-Strafraum (2.), für die erste Gimbter Grätsche (8.), für die erste Riesenchance: Freistoß, Grevens Chris Helmig köpft – bong, Pfosten! Dieses Spiel ist keine zehn Minuten alt und man möchte es jetzt schon lieb haben.

Traumstart für die Gastgeber

Viertelstunde rum, andere Seite: Fabian Rink trabt zur Eckfahne, ab dafür und Marcel Pielage auf die Birne – 1:0, zum ersten Mal hüpft die Hütte. Die DJK scheint beeindruckt, was für ein Fehlpass nur 120 Sekunden später: Doch was Daniel Helmes daraus macht, ist auch ganz großes Tennis. 35 Meter, Helmes haut einfach drauf, damit kann er sonst den benachbarten Acker abernten – aber heute, ausgerechnet heute fliegt das Ding rein. „Greven null – Gimbte?“ – „Zwei!“, frotzelt Stadionsprecher Theo Große-Wöstmann mit den BG-Fans. Danke, danke. Bitte, bitte.

Nie in dieser Saison war Blau-Weiß so weit weg von der Meisterschaft – wo bleibt die Reaktion? Sie kommt noch vor der Pause: mit Chris Helmig und seinem Abstauber zum 2:1 (40.). Mit dem Knie. Halbzeit.

Greven dreht nach der Pause auf

Doch nun sind die Gäste da, geradezu mit Schaum vor dem Mund rennen sie an. Helmig (47.), Drees (51.), Mais (55.), Seikowski (58.) – die zweite Hälfte entwickelt sich zum Dreikampf zwischen der DJK, ihren Nerven und einem atemberaubenden Marco Laufmöller im Gimbter Tor. Die Trainer, Dragan Grujic und Peter Talmann, haben inzwischen Aufnahme unter den dicht gedrängten Zuschauern gefunden – und gerade, als so gar nix darauf hindeutet, ist plötzlich mal wieder BG unterwegs. Der nächste schlimme Stockfehler, Rink mit einem fantastischen Schlenzer (60.) – passt! 3:1!

Doch Gimbte läuft sichtlich auf der letzten Rille: Ein bisschen Maurice Seikowski, ein bisschen Selbsttor – und es heißt nur noch 2:3 (63.). Der Rest ist blau-weißes Powerplay, das Bernd Block völlig zu Recht mit dem Ausgleich belohnt (68.). Gimbtes Yusuf Yuvarlak hat noch eine Monsterchance (82.), das war‘s. Kein Sieger – doch irgendwie haben alle gewonnen. Vor allem der Fußball.



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