Fußball: DJK Greven
Im Unruhestand

Peter Talmann hat sein Ziel erreicht und hat mit den DJK-Fußballern den Sprung in die Kreisliga A geschafft. Nun wechselt der Fußball-Fachmann in die Funktionärsebene, wird Sportlicher Leiter und übergibt das Traineramt in der nächsten Saison an Peter Lakenbrink.

Dienstag, 06.06.2017, 18:00 Uhr aktualisiert: 07.06.2017, 14:57 Uhr
BW Grevens Trainer Peter Talmann am Spielfeldrand: mal leidend, mal verzweifelt, mal zynisch, mal als stiller Beobachter – immer aber mit Herzblut bei der Sache. Ab sofort übernimmt er bei der DJK den Posten des Sportlichen Leiters.
BW Grevens Trainer Peter Talmann am Spielfeldrand: mal leidend, mal verzweifelt, mal zynisch, mal als stiller Beobachter – immer aber mit Herzblut bei der Sache. Ab sofort übernimmt er bei der DJK den Posten des Sportlichen Leiters. Foto: Ulrich Schaper/(1) Johannes Oetz

Herr Talmann, Rente mit 62, klingt nicht ganz schlecht….

Peter Talmann: Moment, Moment - ich bin ja nicht ganz im Ruhestand. Ich bleibe der DJK ja weiter erhalten. Ich werde bei der DJK künftig als Sportlicher Leiter tätig sein. Im Grunde habe ich bereits damit angefangen. Ich war ja schon involviert, den einen oder anderen Jugendtrainer zu verpflichten, aktuell sind wir dabei, jemanden für die zweite Mannschaft zu finden.

Wie schwer fällt es Ihnen, die Mannschaft im Moment der Meisterschaft, des Erfolges, abzugeben?

Peter Talmann: Ich hab es vor zwei Jahren schon einmal gesagt, dass der eigentlich richtige Trainer für diese Mannschaft Peter Lakenbrink ist. Ich habe dann damals gesagt, dass ich mir vorstellen kann, das zunächst mit ihm zusammen zu machen. Wir sind einander ja nicht ganz unbekannt.

Woher die Gewissheit?

Peter Talmann: Ich hatte das einfach im Gefühl. Ich weiß, was er kann. Ich wusste, dass er selber nicht mehr spielen kann. So einer kann einer B- oder A-Liga-Mannschaft in jedem Fall weiter helfen.

Wie schwierig ist die künftige Konstellation eines spielenden Trainers?

Peter Talmann: Es war zunächst ja gar nicht geplant, dass er wieder so voll mitspielt. Er hat aufgrund seiner Knieverletzung vorher pausiert und wollte das zunächst erst einmal ausprobieren, wie das so läuft. Eine Verstärkung ist er allemal.

Blicken wir noch einmal zurück in die wirklich tolle Saison: Bis zum letzten Spieltag war es ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gimbte. Für alle Außenstehenden war das einfach spannend. Diese 1:2-Heimniederlage im Hinspiel - war das der Warnschuss zur rechten Zeit?

Peter Talmann: Wir hatten ja vorher auch schon mal einen Durchhänger. Im Oktober weiß ich nicht so richtig, woran das gelegen hat. Es gab eine Zeit, in der wir viele englische Wochen hatten, das war extrem anstrengend. Da haben wir auch einige Rückschläge einstecken müssen. Ich denke da an das Unentschieden gegen Mecklenbeck und die Niederlagen gegen Marathon und im Pokal gegen Gievenbeck. Das Problem war bei dem Derby gegen Gimbte, dass an dem Tag mehrere Stammspieler gefehlt haben. Wir haben nicht die richtige Einstellung gefunden. Wir haben immer davor gewarnt: Es reicht nicht, dass wir 80 Prozent Leistung bringen, wir brauchen 100 Prozent. Immer. Wenn wir zu wenig fokussiert sind, wird es gegen jede Mannschaft schwer sind. Bildlich gesagt: Wir haben im Kreisverkehr ab und zu die falsche Abfahrt genommen – haben das aber immer schnell wieder korrigieren können.

Diese Nachlässigkeiten wird sich das Team in der A-Liga wahrscheinlich nicht leisten können...

Peter Talmann: Die Mannschaft muss lernen, mit ihren Kräften zu haushalten und auch mal dosiert zur Sache zu gehen. Das haben wir oft nicht hinbekommen. Wenn wir dem Team gesagt haben: Lasst es ruhiger angehen, sind einige Spieler eingeschlafen. Ich glaube dennoch, dass uns die A-Liga insofern mehr liegt, als dass wir lieber gegen Mannschaften antreten, die spielerisch gut sind. Gegner, die mit langen Bällen und dem Zufall agieren, da tun wir uns schwer.

Mit Maurice Seikowski geht der Top-Torjäger von Bord. Inwiefern ist das ein Problem? Wie weit sind Sie mit der Kaderplanung?

Peter Talmann: Bei Maurice hat es eine ganz glückliche Wendung gegeben – er wird bleiben. Er macht sich selbstständig. Da das mit einem hohen Zeitaufwand verbunden ist, möchte er doch lieber bei der DJK bleiben. Andere Spieler wie Nils Niehues oder Marcel Brands werden aufhören – da sind wir um Ersatz bemüht.

Das hört sich nicht so verkehrt an – die Mannschaft ist unglaublich homogen. Eine eingespielte Truppe. Das sollte Hoffnung für die A-Liga geben. Welche Rolle trauen Sie dem Team in der kommenden Saison zu?

Peter Talmann: Ich denke, wir können da schon mit einem gesunden Selbstbewusstsein auftreten. Ich traue dem Team durchaus einen einstelligen Tabellenplatz zu.

Möglicherweise rückt mit Gimbte ein weiterer Grevener Verein hoch – das Team aus der Schlage hat eine starke Saison gespielt. Haben Sie Gimbte das zugetraut?

Peter Talmann: Gimbte hat eine Serie hingelegt, die nicht einmal wir geschafft haben. Wir werden den Gimbter Jungs die Daumen drücken. Natürlich wäre es schön, weiter ein Derby zu spielen.

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