Saerbecker Triathlon
Triathleten schauen in Saerbeck in die Röhre

Saerbeck -

Weil Eichenprozessionsspinner über das Dorf hergefallen sind und das Gesundheitsamt des Kreises das Risiko für die Durchführung einer Sportveranstaltung als zu hoch einschätzt, fällt der Triathlon zum ersten Mal seit 34 Jahren aus. Die Gemeinde Saerbeck entzog dem ausrichtenden Verein „Wasser+Freizeit“ die Genehmigung zur Durchführung der für Sonntag geplanten 35. Auflage. Und das sorgt beim Veranstalter für Frust.

Freitag, 30.06.2017, 09:00 Uhr
Enttäuscht über Absage: Ralf Pander, Vorsitzender des Vereins „Wasser+Freizeit“ hätte sich vor Entzug der Genehmigung eine Diskussion über Alternativen gewünscht.
Enttäuscht über Absage: Ralf Pander, Vorsitzender des Vereins „Wasser+Freizeit“ hätte sich vor Entzug der Genehmigung eine Diskussion über Alternativen gewünscht. Foto: th

Die gelben Shirts, die am Sonntag rund 180 Helfer kenntlich machen sollten, werden erst gar nicht ausgepackt. Mindestens für ein Jahr bleiben sie nun liegen. Der Grund dafür klingst zunächst etwas kurios, hat aber einen ernsten Hintergrund. Weil Eichenprozessionsspinner über das Dorf hergefallen sind und das Gesundheitsamt des Kreises das Risiko für die Durchführung einer Sportveranstaltung als zu hoch einschätzt, fällt der Triathlon zum ersten Mal seit 34 Jahren aus. Die Gemeinde Saerbeck entzog dem ausrichtenden Verein „Wasser + Freizeit Münster“ die Genehmigung zur Durchführung der für Sonntag geplanten 35. Auflage.

800 Athleten schauen in die Röhre. Und mit ihnen der Veranstalter. Vorsitzender Ralf Pander machte am Donnerstagnachmittag keinen Hehl aus seiner Enttäuschung: „Der erste Frust ist schon sehr groß.“ Ob der Triathlon im kommenden Jahr nach dieser Zwangspause einen Neustart hinlegt, darauf wollte sich Pander am Donnerstag nicht festlegen lassen. Zunächst gilt es offenbar, den finanziellen Schaden zu beziffern. „Ob es den Triathlon 2018 wieder geben wird, müssen wir noch überlegen“, stellte Pander mit Blick auf die „erheblichen Kosten“ fest, auf denen der Verein sitzen bleibt.

So richtig wohl zu Mute war niemandem in der Runde, die sich mit Erklärungen versuchte. Gemeinde und Verein, die seit Jahren Seite an Seite eine der traditionsreichsten Triathlon-Veranstaltung stemmen, mochten sich mit der kurzfristigen Absage nur ungerne anfreunden. Von einer „Empfehlung mit Nachdruck“ seitens des Kreises sprach Ines Reinermann vom Saerbecker Ordnungsamt. Bürgermeister Wilfried Roos hatte mit Blick auf Hunderte Nester des ungeliebten Eichenprozessionsspinners, denen eine Fachfirma versucht Herr zu werden, gar „den Kaffee auf.“ Besonders angefressen war jedoch Ralf Pander, mussten er und seine Mitstreiter doch den rund 800 Athleten, die sich seit Monaten auf diesen Wettkampf vorbereiten, eine Absage erteilen.

Gerne hätte Pander mit den Behörden über Alternativen diskutiert. Schließlich scheint es ein bis dato bundesweit einmaliger Fall zu sein, dass eine Triathlon-Veranstaltung aufgrund eines Schädling-Befalls abgesagt wird. Alternativen, so Pander, wären der Verzicht auf die Radstrecke gewesen. Außerdem hätte er sich vorstellen können, die Laufstrecke um den Badesee herum zu verlegen, der von den Schädlingen befreit ist. Dass solche Überlegungen erst gar nicht angestellt wurden, sorgte beim Veranstalter besonders für Verdruss.

Dem hielten die Gemeindevertreter das Gesundheitsrisiko der Athleten entgegen. Sie sahen keine Alternativen und entzogen deshalb die Genehmigung. „Das tut uns als Gemeinde sehr leid“, versicherte Wilfried Roos. Zugleich stellte der Bürgermeister dem Veranstalter weiterhin die Unterstützung der Gemeinde in Aussicht. „Ich habe hohen Respekt vor dem Engagement.“ Sofern die 35. Auflage im kommenden Jahr in Angriff genommen wird, will die Gemeinde noch früher und noch intensiver den Kampf mit dem Eichenprozessionsspinner, deren giftige Härchen allergische Reaktion auslösen, aufnehmen.

Trotz dieser Aussicht: bei „Wasser+Freizeit“ überwiegt im Moment noch die Enttäuschung. Fest steht: In dieser Saison wird die 35. Auflage nauf keinen Fall wiederholt, es fehlt schlicht an einem geeigneten Termin. Also ruhen die Hoffnungen auf 2018, dem ersten Sonntag im Juli (1. Juli). Dann hoffentlich mit gelben T-Shirts und ohne unliebsame Zaungäste.

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