Tennis: TC Reckenfeld
„Ein Hobby für normale Bürger“

Reckenfeld -

Der TC GW Reckenfeld hatte zu seiner großen Geburtstagsfeier eingeladen. Und die vielen ehemaligen und aktiven Mitglieder des Reckenfelder Tennis-Clubs ließen sich nicht lange bitten. Sogar einige Gründungsmitglieder waren gekommen, um auf der Anlage ausgiebig zu feiern.

Sonntag, 16.07.2017, 17:00 Uhr
„Man, haben wir es schön hier.“ Club-Vorsitzender Manfred Zilske blickt zurück auf 50 Jahre Tennis in Reckenfeld.
„Man, haben wir es schön hier.“ Club-Vorsitzender Manfred Zilske blickt zurück auf 50 Jahre Tennis in Reckenfeld. Foto: Stefan Bamberg

„Gegen 20 Uhr wurde die Versammlung eröffnet“, liest Werner Hartmann vor. Er hat es noch, das Protokoll vom 7. November 1967 – ein Tag, an dem in Reckenfeld Tennis-Geschichte geschrieben wurde. 19 Interessierte kamen – die Neugier groß, die sportlichen Ambitionen? Na ja. Aber man kann das ja mal probieren mit dem Tennis. „An diesen Sport“, glaubt Hartmann heute. „Hat da in Reckenfeld eigentlich keiner gedacht.“

Irgendwas jedoch muss sie begeistert haben, die Männer und Frauen von damals – oder irgendwer: Werner Hartmann leitete in den 1960-ern die örtliche Sparkassen-Filiale. Sein Kumpel, der Geschäftsmann Heinrich Schweitzer, war ebenfalls bekannt wie ein bunter Hund. Gemeinsam packten sie es an. „Wir waren die weiten Wege leid, wenn wir Tennis spielen wollten“, erinnert sich Hartmann. Sie spielten nicht lange allein: Ende des Jahrzehnts ging nämlich alles ganz schnell. Besagte Gründungsversammlung, ab 1969 der Bau der ersten Tennisplätze nahe der Freilichtbühne – der Name: TC Grün-Weiß. Nichts war naheliegender: „Grün, weil es hier so schön grün war. Und weiß – klar, das war eben die Farbe des Tennissports“, schmunzelt Hartmann.

Schön haben sie es immer noch, ein halbes Jahrhundert später. „Diese Anlage sucht ihres Gleichen“, meint Vorsitzender Manfred Zilske gar. Überhaupt ist die Tenniswelt in Ordnung im Ortsteil. 230 Mitglieder, viele von ihnen sind am Start beim Jubiläum am Samstag. Und eben Gründungsvater Hartmann, der schon lange nicht mehr im Ort wohnt. „In den ersten Jahren nach meinen Umzügen haben wir immer noch Freundschaftsspiele hier bestritten.“

Heute staunt er, was aus seinem Projekt geworden ist: „Die Entwicklung des Vereins ist beeindruckend.“ Tennis ist zum Volkssport avanciert im Ortsteil – so, wie es Bänker Hartmann wollte: „Ein Hobby für normale Bürger, nicht nur für die oberen Zehntausend.“

Jede Menge Sport-Stories sind in 50 Jahren geschrieben worden: die ewige Klubmeisterin Helga Lanfermann, die noch heute bei den Münsterlandliga-Damen zockt. Das „Jürgen-Jahrzehnt“ zwischen 1972 und 1982, als die Vornamensvetter Diesfeld und Knippfeld schlicht unbezwingbar schienen. Aber auch die erfolgreiche Jugendarbeit, derzeit schlagen sieben Teams in grün-weiß auf. „Ein Drittel Leistung, zwei Drittel Spaß“, lautet die Quote, sagt Manfred Zilske. Auch bei der Party: Ehrgeizlinge können ihre Aufschlaggeschwindigkeit messen, es gibt aber auch ordentlich was auf die Gabel. Und ferner: „DJ Werner“, der bis spät in die Nacht auflegt.

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