Fußball: Erste Runde im Kreispokal
Blau-Gelb Gimbte: Dieser eine Pokal-Moment...

Gimbte -

Die Pokalsensation an der Schlage bleibt aus. B-Ligist Blau-Gelb Gimbte wehrt sich gegen den Westfalenligisten TuS Hiltrup zwar wacker, bleibt am Ende aber chancenlos. Hier die besonderen Momente eines Pokalspiels, bei dem die Zuschauer durchaus auf ihre Kosten kamen.

Montag, 07.08.2017, 08:00 Uhr aktualisiert: 07.08.2017, 13:04 Uhr
B-Liga trickst Westfalenliga aus? Na ja, so wie es hier bei Fabian Rink (in gelb) scheint, war es dann doch eher selten. Mit 1:7 verlor Gimbte gegen Hiltrup. Wiedersehen mit Jonas Wiethölter. Der Ex-DJKler traf zum 7:1 für Hiltrup.
B-Liga trickst Westfalenliga aus? Na ja, so wie es hier bei Fabian Rink (in gelb) scheint, war es dann doch eher selten. Mit 1:7 verlor Gimbte gegen Hiltrup. Wiedersehen mit Jonas Wiethölter. Der Ex-DJKler traf zum 7:1 für Hiltrup. Foto: Stefan Bamberg

18 Sekunden, handgestoppt – und schon ist die Richtung klar. Leon Niehues hat zum Slalom angesetzt, ein Haken, ein Schuss – haarscharf drüber, noch mal Glück gehabt. Trotzdem steht jetzt schon fest: Heute geht es nur in eine Richtung. Oder jedenfalls ganz überwiegend. BG Gimbte gegen den TuS Hiltrup, B-Liga gegen Westfalenliga in der Schlage – das riecht vielleicht dezent nach Sensation. Und doch liegt am Sonntag zu keinem Zeitpunkt ernsthaft eine in der Luft: 1:7 (1:3) steht‘s nach 90 Minuten, Blau-Gelb streicht in der ersten Pokalrunde erwartungsgemäß die Segel. Zumindest über weite Strecken nimmt der haushohe Favorit – leider aus Gimbter Sicht – die Partie immerhin so ernst, dass nahezu keine Dramatik aufkommt.

Doch um eines gleich vorwegzunehmen: „Ich bin dennoch recht zufrieden“, sagt BG-Coach Daniel Helmes. „Wir haben uns nicht hängen lassen.“ Helmes nimmt um kurz nach drei den Platz am Spielfeldrand ein – Chefcoach Dragan Grujic ist im Urlaub – und sieht erst mal Gimbter Fußball nach der guten, alten Hau-weg-Methode: Hauptsache schnell raus aus dem Strafraum. In der zehnten Minute klappt das nicht so gut. Christoph Wesselmann stellt sich etwas zu folkloristisch gegen Hiltrups Kai Kleine-Wilke an: Elfmeter, sicher eine vertretbare Entscheidung. Martin Lambert hämmert das Ding knochentrocken ins Eck. Schon früh das Ende aller Sensationshoffnungen?

Noch nicht ganz. Nach einer Viertelstunde gibt‘s nämlich auf der anderen Seite Aufregung: Fabian Rink sinkt im Sechzehner zu Boden, lautstarke Proteste, diesmal lässt Schiedsrichter Jan Lakebrink weiterspielen – und das ebenfalls vollkommen zu Recht. Vereinzelt jedoch ist der Goliath anfällig: 120 Sekunden später, Marco Wienkamp plötzlich mit viel Platz, aber wenig Zielwasser aus spitzem Winkel.

Stattdessen schlagen die Gäste zu: Ecke, Kopfball, Kopfball – Tor, butterweich, 0:2 (19.). „Insgesamt hat mir die erste Hälfte aber nicht gefallen, da fehlte fast komplett die Spannung“, meint TuS-Übungsleiter Carsten Winkler. Und deswegen kommt er, der eine Moment, in dem der Favorit mal kurz irgendwo zwischen Betriebsausflug und Blamage taumelt: 43. Minute, Christoph Wesselmann mit unglaublich langem Hafer, Manndecker Lambert köpft nach hinten statt nach vorne, der Ball trudelt, eiert, hüpft, er wird doch nicht ... doch! Kurz vor der Pause der überraschende Anschluss – 42. Minute, 1:2! „Jetzt haben wir sie im Sack!“, unkt BG-Torwart Marco Laufmöller. Und die Schlage hüpft, olé, olé.

Aber nur für Sekunden: Im Gegenzug fehlt bei Gimbte die Orientierung – gegen so einen Gegner ist das natürlich fatal, Diogo Castro nickt völlig vereinsamt zum 1:3-Pausenstand ein (44.).

Was nach dem Wechsel passiert, ist eher fix erzählt – und eben auch für die tapferen Gimbter ein bisschen zu fix. Der TuS schaltet sicherheitshalber noch einen Gang hoch, kriegt eine Chance nach der anderen – allerdings hat Gimbte einen Laufmöller im Kasten: Starke Paraden, dazu auch ein paar dankbare Bälle zum Fliegen – der BG-Schnapper so oder so stets mit Pilotenschein. Gleichwohl muss er noch viermal hinter sich greifen: Das 1:4 markiert Guglielmo Maddente mit einem filigranen Lupfer (65.) – ein Tor fürs Fotoalbum.

Apropos Fotos: Laut eigener Homepage arbeitet der TuS Hiltrup aktuell an einem eigenen Stickerheft, gar nicht schlecht für einen Westfalenligisten: Diogo Castro haben die Gimbter jedenfalls schon mal doppelt – ihm gelingt noch eine Bude, 1:5 (68.). „Am Ende ist es sehr deutlich geworden“, analysiert Daniel Helmes. „Über das eine oder andere Gegentor ärgert man sich da als Trainer schon.“ Robin Wellermann schweißt noch zum 6:1 ein (75.) – und der Schlusspunkt gehört dann einem Ex-Grevener: Jonas Wiethölter, früher mal bei der DJK, erzielt in der Schlussminute noch das 1:7.

Das Publikum erfreut sich aber an einer anderen Szene: Fabian Rink und ein Freistoß-Knallbonbon aus 30 Metern an die Latte, geschehen in der 78. Minute. Pokal ist halt, wenn der Favorit gewinnt. Und man am Ende trotzdem über den Underdog redet.

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