Sportschützen: SSF Greven
Der „Boss“ guckt von oben zu

Greven -

Die Jugendabteilung der SSF Greven besteht seit einem halben Jahrhundert. Das wurde am Wochenende gebührend gefeiert.

Dienstag, 12.09.2017, 07:00 Uhr aktualisiert: 12.09.2017, 16:27 Uhr
Die Jugendabteilung der SSF Greven besteht seit 50 Jahren. Dieter Busjan (kl. Foto) ist seit Anfang an dabei und hatte am Wochenende viel zu erzählen.
Die Jugendabteilung der SSF Greven besteht seit 50 Jahren. Dieter Busjan (kl. Foto) ist seit Anfang an dabei und hatte am Wochenende viel zu erzählen. Foto: Stefan Bamberg

Sie hätten sich auch zum Pöhlen treffen können. Elf Leute, hätte genau hingehauen. Zum Glück haben sie was anderes ausprobiert – sonst würde was fehlen in Grevens Sportszene. Von einem „Kleinod der lokalen Sportwelt“ ist die Rede an diesem besonderen Nachmittag für die Schießsportfreunde Greven. Von Sternstunden, von Kameradschaft, auch von Schicksalsschlägen. Ein neuer Beweis dafür, wie sehr Sport Menschen zusammenschweißen kann – seit 50 Jahren. „Jeder Tag mit Ziel ist ein besserer Tag“, sagt Dieter Busjan, der das wissen muss. Er ist einer der Jungs von damals, von 1967, aus der Gaststätte Schiffels, wo das erste Training stattfand.

Der zu diesem Zeitpunkt bereits neun Jahre alte Club hatte seine Jugendabteilung. Was seitdem alles passiert ist? „Ach, das kann man doch gar nicht alles erzählen“, lacht Busjan, heute Sportleiter. Ihre einstigen Trainingsstätten sind heute Blumenläden oder Autohäuser und auch im Turm der Josefskirche – was für eine verrückte Geschichte – schießt heute keiner mehr. Doch sie haben ja seit 1990 ein Zuhause – das Clubheim an der Saerbecker Straße. Freunde aus den benachbarten Schießsportvereinen sind da, Bürgermeister Peter Vennemeyer, Verbandsvertreter – und besonders wichtig: der aktuelle Sportschützen-Nachwuchs. Aktuell sind rund 25 Jugendliche bei den SSF aktiv.

Nicht leicht sei es, heute Teenager für den Schießsport zu gewinnen, weiß Übungsleiterin Elisabeth Rohmann: „Es ist ein Auf und Ab, aber auch eine sehr reizvolle Aufgabe.“ Rohmann und ihr Kollege Lars Röwemeier betreuen große Talente – etwa eine Marleen Borowski, jüngst erfolgreich von den Deutschen Meisterschaften heimgekehrt. Aber immer wieder auch Kids, die hier vor allem fürs Leben lernen: „Wenn ein Kind Schwierigkeiten hat, sich zu konzentrieren und sich dank des Sports verbessern kann, haben wir ganz viel erreicht“, erklärt Rohmann. „Und wir möchten Teamgeist vermitteln.“

Der hat die Schießsportfreunde immer ausgezeichnet – auch in schwierigen Phasen: Die viel zu früh verstorbenen Ex-Jugendtrainer Peter Wiese (2015) und Herbert Berning (2005) – den sie hier immer noch „den Boss“ nennen – sind irgendwie mit dabei. Wohl keiner hat sich so sehr für die Jugendarbeit engagiert wie diese beiden. Herberts Ehefrau Helga ist heute noch ein Gesicht des Vereins – fröhlich sagt sie: „Herbert guckt uns von oben zu – und freut sich, wenn er das sieht.“

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