Jahreshauptversammlung SC Greven 09
Ein Leuchtturm ohne Wärter

Greven -

Der SC Greven 09 präsentiert sich seinen Mitgliedern in den schönsten Farben. Es läuft rund beim Verein aus der Schöneflieth. Allein: ein Vorsitzender will sich einfach nicht finden.

Montag, 25.09.2017, 07:00 Uhr aktualisiert: 26.09.2017, 12:46 Uhr
Weiter ohne Vorsitzenden, dafür breit aufgestellt: Aus dem Vorstand des SC Greven 09 ist lediglich Birgit Schürmann (Mitte) ausgeschieden.
Weiter ohne Vorsitzenden, dafür breit aufgestellt: Aus dem Vorstand des SC Greven 09 ist lediglich Birgit Schürmann (Mitte) ausgeschieden. Foto: Stefan Bamberg

Ein kleines bisschen Langeweile – dagegen haben Christoph Kösters und seine Crew nix einzuwenden. Keine größeren sportlichen Krisen, stabile Zahlen, nicht eine einzige pochende Halsschlagader bei „Verschiedenes“, dem Tagesordnungspunkt des Schreckens. Das Fazit nach rund anderthalb Stunden Jahreshauptversammlung am Freitagabend? Alles fit beim SC Greven 09!

„Ein junger, vitaler Verein“, schwärmt Kösters, als er das Engagement seiner Sportsfreunde würdigt. „Ein Leuchtturm in Greven.“ Freilich nach wie vor einer ohne Leuchtturmwärter – erwartungsgemäß hat sich immer noch kein neuer Vorsitzender aufgetan. Kösters und Markus Vennemann bilden unverändert die Doppelspitze.

Während eher wenige Sport organisieren möchten, wollen ihn immerhin unverändert viele ausüben: 953 Mitglieder zählt der SC 09 aktuell, 27 mehr als im Vorjahr. Vor allem die Jugendabteilungen boomen: Zehn Juniorenteams beim Handball, 25 beim Fußball – weit über die Hälfte der 09-Aktiven sind Kids und Teenager.

Die hier viel erleben können: Feriencamps für kleine Balltreter. 2018 die Wiederauflage des zuletzt schmerzlich vermissten E-Jugend-Hallenmasters. Greven weiter als Handball-Westfalenstützpunkt. Der Besuch von Nationaltorfrau Clara Woltering im März.

Überhaupt diese Handballerinnen: längst nichts mehr übrig vom Chaos früherer Tage, in Johannes Königs Kassenbericht gibt’s Extralob für die Abteilung um Annette Wilbers-Noetzel.

Ohnehin präsentiert Grevens „Graf Zahl“ einen soliden Haushalt: „Nicht viel Spielraum, aber ausgeglichen“, konstatiert König. Die Maßnahme Nummer eins zum Aufpeppen der Finanzen – die sportpolitisch umstrittene Umbenennung des Stadions – kommt auf den Tisch: Traditionsverlust? Vielleicht. Alternativen? Schwierig, meint Kösters: „Wir müssen uns den heutigen Herausforderungen stellen, aus unserer Sicht ist die jetzige Lösung optimal.“

Optimale Lösungen müssen beim aus 09-Sicht heißen Thema Sportstättenkonzept gewiss noch gefunden werden: viele Interessen, wenig Platz in Hallen und auf Sportplätzen. Sollte die Stadt anderswo Geld in einen Kunstrasenplatz buttern, bekäme 09 gerne auch Unterstützung, um den eigenen – selbst finanzierten – abzustottern.

Aber: „Wir möchten da keinesfalls gegen andere Vereine arbeiten, sondern uns konstruktiv einbringen“, betont Kösters, der anschließend noch Angenehmeres zu vermelden hat: großes Engagement in der Flüchtlings- und Integrationshilfe und einstimmige Vorstandswahlen nämlich. König und Kösters bleiben dabei, Birgit Plagemann kommt als Sozialwartin hinzu.

Gewohnt heiter verläuft die Suche nach frischen Kassenprüfern: Die einen gehen rauchen, andere aufs Klo; diesmal sind Dirk Nolte und Manfred Farwick nicht schnell genug weggekommen – und schwups um ein Ehrenamt reicher.

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