Fußball: Bezirksliga
Zittern, jubeln – schweigen

Greven -

Schwach gespielt und doch gewonnen: So lässt sich der Bezirksligaauftritt des SC Greven 09 zusammenfassen. Gegen Arminia Ibbenbüren genügt die Minimalausbeute, um die ergebnistechnisch mageren Wochen zu beenden.

Sonntag, 24.09.2017, 18:29 Uhr aktualisiert: 26.09.2017, 12:46 Uhr
Spiel gewonnen, Schwamm drüber: Greven und Ibbenbüren lieferten sich ein spielerisch schwaches Duell. Aber die Einstellung stimmte bei Sebastian Sterthaus (weißes Trikot) und seinen 09ern – Lohn war der wichtige 1:0-Erfolg.
Spiel gewonnen, Schwamm drüber: Greven und Ibbenbüren lieferten sich ein spielerisch schwaches Duell. Aber die Einstellung stimmte bei Sebastian Sterthaus (weißes Trikot) und seinen 09ern – Lohn war der wichtige 1:0-Erfolg. Foto: Stefan Bamberg

16.52 Uhr in der Schöneflieth – durchatmen. Einfach nur durchatmen. Und möglichst nicht mehr lange drüber reden. Findet auch Andreas Sommer. Drei Punkte sind im Sack. „Alles andere“, sagt Sommer, „alles andere interessiert mich nicht.“ 1:0 (1:0) hat der SC Greven 09 am Sonntag gegen Arminia Ibbenbüren gewonnen und damit die Wochen der ergebnistechnischen Magerkost beendet.

Wie es dazu gekommen ist? Nun ja, freundlich gesagt war es das von Fußball-Rhetorikern gern zitierte „intensive“ Match. Unfreundlich gesagt ein vollendeter Grottenkick auf einer Grevener Buckelpiste. „Auf diesem Platz konnte man nix Tolles erwarten“, meint Sommer.

Also konzentrieren sich seine Männer lieber gleich aufs kleine Balltreter-Einmaleins: rennen, kämpfen, auf Standards hoffen. Nach der ersten Ecke köpft Emre Kücükosman an den Außenpfosten (2.), danach wird es vor allem ziemlich hart. In der 19. Minute verursacht Mouhamed Seye im Mittelkreis einen heftigen Auffahrunfall, kriegt dafür Gelb und geht wenig später noch mal rein wie ein Kesselflicker – Sommer trifft die einzig richtige Schutzmaßnahme und nimmt sein Talent raus (31.). Überhaupt: Es wird gefoult, es wird gelabert. Beide Teams versuchen – teilweise jenseits des Erträglichen – den jungen Schiedsrichter Philipp Romahn zu beeinflussen. Der lässt sich zum Glück nicht reinquatschen. Guter Mann.

42. Minute, nächster Eckball: hinein damit, an den kurzen Pfosten, Johannes Mennemeyer versucht den Kunstschuss – und trifft! 1:0, wahrscheinlich mit Absicht, die Schöneflieth kocht. „Klasse Tor!“, lobt Sommer. „Johannes war für mich heute eh der beste Mann, der hat echt keinen Zweikampf verloren.“

Und in den Zweikämpfen spielt auch nach der Pause die Musik: Ibbenbüren versucht so einiges, trifft einmal nur 09-Keeper Luca Dömer (62.), einmal das Außennetz (80.). Es ist ein aufopferungsvoller Kampf, das spielerische Niveau jedoch befindet sich meist weiter unterhalb der Grasnarbe. Greven sorgt noch mal für Entlastung, hat durch Bernd Lakenbrink die XXL-Chance zum 2:0 (82.). Noch drei Minuten extra, zittern, Schluss – jubeln! Und morgen besser keinem davon erzählen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5176502?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686793%2F
Nachrichten-Ticker