Karate: Gürtelprüfung
Großmeister Akio Nagai beim TVE Greven

Greven -

Sportler aus ganz Deutschland waren am Wochenende in Greven zu Gast, um unter der Aufsicht von Bundestrainer Akio Nagai ihre Gürtelprüfung abzulegen.

Montag, 25.09.2017, 15:00 Uhr aktualisiert: 27.09.2017, 18:14 Uhr
Volle Konzentration: Sportler aus ganz Deutschland waren angereist, um in Greven ihre Gürtelprüfung abzulegen – mit großem Erfolg.
Volle Konzentration: Sportler aus ganz Deutschland waren angereist, um in Greven ihre Gürtelprüfung abzulegen – mit großem Erfolg. Foto: Stefan Bamberg

Abends wird er plötzlich redselig. Ein Smalltalk mit dem Bundestrainer? Ein persönlicher Tipp? Oder eine Fachsimpelei über japanische Autos? Als die Arbeit erledigt ist, taut der große Meister auf, da ist Akio Nagai plötzlich einer von ihnen. „Das war ein sehr geselliger Samstagabend“, sagt Michael Surkau, Grevens Mister Karate. Die Entscheidungen freilich sind zu diesem Zeitpunkt schon gefallen, jede Menge Schweißtropfen vergossen, am Sonntag ist nur noch Training. 40 Gurt-Prüfung, alle erfolgreich – dieses hervorragende Ergebnis kennen die Athleten beim gemeinsamen Tagesabschluss noch nicht. „Wir wollten ja, dass die am Sonntag alle noch mal trainieren kommen“, grinst Surkau.

Also gehen sie noch einmal an ihre Grenzen – um das zu erkennen, genügt ein Blick in die völlig abgekämpften Gesichter. Aus ganz Deutschland sind die Sportler angereist zum Lehrgang mit Bundestrainer Akio Nagai, der hier in der Emshalle schon unzählige Male stattgefunden hat und trotzdem immer etwas Besonderes bleiben wird: „Selbst mich überrascht der Bundestrainer jedes Mal aufs Neue“, erzählt Surkau, der – offenbar ein Privileg für alte Karate-Hasen mit Schwarzgurt – fürs Interview mal kurz Pause machen darf. „Er entwickelt seine Übungskonzepte stetig weiter.“

Nagais schnörkelloser Stil allerdings ändert sich nicht: kurze, prägnante Anweisungen, keine Zeit zum Überlegen, erst recht kein Gelaber, die Bewegungen müssen sitzen. Technik-Phasen (Kihon&Kata) wechseln sich ab mit Freikampf-Übungen (Kumite), allenfalls punktuell switcht er mal in den Erklärmodus.

Für Anekdoten wie die folgende bleibt – zumindest während des Trainings – keine Zeit: „Wir hatten noch mit einem zweiten Großmeister aus Japan gerechnet“, flachst Michael Surkau. „Da ist irgendwas dazwischen gekommen.“ Die Verblüffung war groß, als nur Nagai aufkreuzte. Aber bitteschön: Was heißt denn hier „nur“?

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