Fußball: Kreisliga A1 Münster
„Ich gehe freitags auch mal raus“

Greven -

Er gilt als Wegbereiter des A-Liga-Aufstieges der DJK Blau-Weiß, führt auf und neben dem Spielfeld Regie und verfolgt ehrgeizige Ziele. Peter Lakenbrink ist bei der DJK Dreh- und Angelpunkt. Porträt eines zielstrebigen Trainers.

Mittwoch, 11.10.2017, 08:00 Uhr aktualisiert: 11.10.2017, 08:26 Uhr
Peter Lakenbrink mit eleganter Ballbehandlung.
Peter Lakenbrink mit eleganter Ballbehandlung. Foto: Lacroix

Es gibt wohl nicht viele, die in der Kreisliga Peter Lakenbrink fußballerisch das Wasser reichen können. Vereint dieser doch Spielintelligenz, feine Technik und eine enorme Ballsicherheit. Aber das Kicken alleine ist ihm bei weitem nicht genug. Er gibt nebenbei, im Duo mit Henrik Mester, auch noch den Coach des blau-weißen-Aufsteigers.

Viel rumgekommen ist Lakenbrink (25) im Fußball auch schon. Bei der DJK mit dem Kicken angefangen, gehörte er auch drei Jahre der Jugend von Borussia Dortmund an. Nach diversen Verletzungen und Stationen bei Borussia Emsdetten und dem SV Mesum ist er nun wieder in „seine Heimat“ zurückgekehrt. Erst als A-Jugend-Trainer und seit der Spielzeit 2016/2017 als Trainer der Ersten. Und direkt im ersten Jahr gelang sogar der vielumjubelte Aufstieg in die Kreisliga A. Ein Ziel, das Lakenbrink bei seinem Amtsantritt auch klar formulierte. „Ich bin ein Freund von ehrgeizigen Zielen. Das macht doch den Reiz aus“, so die Nummer Zehn.Auf dem Feld ist der Tausendsassa praktisch überall zu finden. So kommt es auch vor, dass der gelernte Offensive mit nach hinten zurücksprintet, um auf der eigenen Torlinie zu klären. „Peter reißt sich bei allem zu 100 Prozent den A... auf. Weniger als das gibt es bei ihm nicht“, erklärt Mester.

Und mittlerweile, so sagt Lakenbrink selbst, sähe er auch wieder mehr aus wie ein Fußballer. Wie ist das jetzt zu verstehen? Ganz einfach: Inmitten der Erstellung seiner Masterarbeit im Fach Mathematik kommt die Mucki-Bude eben derzeit etwas zu kurz. Den fußballerischen Darbietungen Lakenbrinks tut das allerdings keinen Abbruch.Im Gegenteil – aktuell führt er die interne Torschützenliste mit sechs Treffern an. Nicht wenige seiner Tore entsprangen dabei kleinen, aber sehr feinen, Einzelaktionen. Ball annehmen, einmal antäuschen, vorbeigehen und Abschluss. Ein Muster, das wirkt. Das soll jetzt allerdings nicht den Eindruck erwecken, als sei Lakenbrink eigensinnig. Nein, das ist er nun weiß Gott nicht. Er wird halt nur eben viel von seinen Schützlingen und Mitspielern gesucht und in genau solche Situationen gebracht.

Derweil ist Suchen ein gutes Stichwort, denn nach einer beruflichen Zukunft sucht der frischgebackene B-Lizenzinhaber noch. „Also Lehrer wird es nicht. Ich bin mir noch nicht sicher.“ Vielleicht ja professioneller App-Entwickler? Für eine erste, die er zusammen mit Freunden entwickelte, hat es jedenfalls schon mal gereicht. `Matebet` heißt das gute Werk und ist im Play­store erhältlich. „Das ist so ähnlich wie Quizduell. Man kann mit Freunden auf Spiele und deren Ergebnisse wetten. Den Einsatz legt man dabei selbst fest“, umreißt Lakenbrink. Die Spannweite reicht dabei von der Ehre bis hin zu einer Kiste Bier.

Vielleicht wird es ja aber auch ein Job im Fußball. Oder wäre das ausschließliche Trainersein nach dem Beenden der aktiven Laufbahn nichts? „Doch, klar wäre es das. Dies kann ich mir gut vorstellen. Mit der B-Lizenz kann ich ja schon recht hoch trainieren. Und ich hab ja auch die Quali zur A-lizenz erhalten“, sagt der Spieler­coach.Noch sei es aber nicht soweit. „Ein paar Jahre möchte ich, so es der Körper mitmacht, schon noch selbst kicken“, sagt Lakenbrink. Das Zusammenspiel mit Mester klappt ja ohnehin gut, wie Letztgenannter wissen lässt: „Das macht richtig Spaß mit Peter. Wir sprechen die Dinge zusammen durch und sind selten unterschiedlicher Meinung.“ Warum also etwas verändern?

Verändert hat sich allerdings etwas anderes, wie Lakenbrink verrät: „Ich achte nicht mehr so streng wie früher auf die Ernährung und gehe freitags auch mal raus.“

Es wird also nicht (mehr) alles dem Fußball und dem Studium untergeordnet. Lakenbrink macht eben vieles. Und vieles gut.

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