Tischtennis: Verbandsliga
Verdattelt

Greven -

Ein schwacher Auftakt bringt die Tischtennisherren der DJK Greven um etwas Zählbares. Im Heimspiel gegen den TTC Datteln fehlt zudem das gewisse Etwas.

Sonntag, 22.10.2017, 00:00 Uhr aktualisiert: 23.10.2017, 15:54 Uhr
Hat der Oldie was geahnt? Reinhard Rothe (kleines Bild) schaute früh besorgt – zu Recht, wie sich zeigte. Auch Rajee Sithamparanthan konnte das 5:9 gegen den TTC Datteln trotz vernünftiger Leistung nicht verhindern.
Hat der Oldie was geahnt? Reinhard Rothe (kleines Bild) schaute früh besorgt – zu Recht, wie sich zeigte. Auch Rajee Sithamparanthan konnte das 5:9 gegen den TTC Datteln trotz vernünftiger Leistung nicht verhindern. Foto: Stefan Bamberg

Man könnte sagen: Der Mann hat‘s kommen sehen. Zumindest schaut Reinhard Rothe so. Ein bisschen, als hätte er Zahnschmerzen. Dabei ist noch nicht mal eine Stunde rum, alles noch drin für ihn und seine Sportsfreunde. Und doch, ja, vielleicht schwant dem blau-weißen Tischtennis-Veteran da bereits: Der Zug könnte schon abgefahren sein. Runde zwei Stunden später hat sich Rothes – falls es denn eine war – böse Ahnung bestätigt: Die Startphase vermurkst, das Projekt Aufholjagd gescheitert, am Ende 5:9 gegen den TTC Datteln verloren. Auf einmal leben die DJK-Herren im Verbandsliga-Abstiegskampf gefährlich. Nach einem Sonntagvormittag, an dem der blau-weiße Hund in den Anfangsdoppeln begraben liegt.

„Die gehören halt auch dazu“, konzediert DJK-Kapitän Matthias Kaltmeier später lapidar. Zugleich leicht ratlos: Denn ansonsten ist es wirklich schwer zu sagen, warum dieser Heimauftritt daneben geht. Die Darbietung in den Einzeln nämlich, sie ist nicht überragend, aber sehr solide.

Rein ins Spiel: und damit gleich rein in die Schlüsselszenen. Die Gäste machen Werbung für Schornsteine – und folgerichtig sofort mächtig Dampf. Max Haddick/Stephan Bothe, Kaltmeier/Peter Everding, Rothe/Rajee Sithamparanathan – dreimal probiert, dreimal nix passiert. So ein Käse.

Wird allerdings besser: Haddick holt Grevens ersten Punkt, derweil bei Bothe zunächst gar nichts klappt. 0:2 schon hinten, aber dann: Mit den Lauten eines Karate-Großmeisters fightet sich der Vereinsvorstand mit der beachtlichen Klebe zurück ins Match. Kontrahent Jakob Adamowski versucht, genauso laut zu brüllen. Eher mittelmäßige Kopie, Bothe siegt im Entscheidungssatz.

Zeitgleich am anderen Tisch: ein frostiger Kaltmeier, der seinem Gegner ein 3:0 um die Ohren haut, 3:3 jetzt. Zwei Teams, eine Kragenweite, es schaukelt hin, es schaukelt her.

Oldie Rothe kann seiner unendlichen Tischtennis-Geschichte freilich ein eher nüchternes Kapitel hinzufügen: „Abhaken!“, könnte es heißen. Christian Westhoff lässt den Grevener Routinier nämlich ausnahmsweise alt aussehen – fast wie 61. Das Glück im Unglück aber ist, dass man als Ältester im Team danach getrost verärgert gegen eine Bande treten kann. Und die Jungfüchse Haddick und Kaltmeier heben sie für einen auf. Die Hierarchie im Team passt.

Die Leistung insgesamt auch: Sithamparanathan dreht ein 0:2 noch in ein 3:2, Haddick hat im Elite-Duell keine größeren Probleme mit Adamowski. Und Edeljoker Peter Everding? Erledigt seinen Job gewohnt defensiv, gewohnt gut – aber: 1:3 unterliegt er, zeitgleich geht in der Emshalle kurz das Licht aus. Ein Omen?

Vielleicht. Denn jetzt ist das mittlere Paarkreuz wieder gefragt – wichtige Momente. In denen sowohl Rothe als auch Kaltmeier trotz aussichtsreichen Beginns knapp verlieren – 5:7.

Everding und Sithamparanathan greifen noch mal an, die blau-weiße Hoffnung stirbt zuletzt – aber sie stirbt. Heute zumindest.

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