Fußball: Kreisliga A1 Münster
Aus dem heiteren Nichts

Greven -

Knapp daneben ist auch vorbei: Weil Fußball-A-Ligist DJK Blau-Weiß wieder einmal in letzter Sekunde unaufmerksam ist, bleibt der erhoffte Befreiungsschlag aus. Das Unentschieden gegen Warendorf hilft im Tabellenkeller jedenfalls nicht weiter.

Montag, 23.10.2017, 04:00 Uhr aktualisiert: 23.10.2017, 15:54 Uhr
Youri Hidding (in blau) war Grevens Bester gegen die WSU – ein schwacher Trost nach dem späten 1:1.
Youri Hidding (in blau) war Grevens Bester gegen die WSU – ein schwacher Trost nach dem späten 1:1. Foto: Stefan Bamberg

Schmuddelwetter. Kalte Füße. Und auf dem Rasen könnte mal wieder einer Laub harken. Pünktlich um drei ist im Prinzip alles angerichtet für einen dieser harten Fußball-Nachmittage im Herbst, während derer man sich schon enorm auf Totensonntag freut.

Fast aber wäre es richtig gut geworden am Sonntag in der Emsaue. Genauer gesagt: Bis in die Nachspielzeit ist es richtig gut. Und dann: „Haben wir in einer einzigen Situation gepennt“, konstatiert DJK-Coach Henrik Mester. Blau-Weiß gegen die Warendorfer SU: 1:1 (1:0). Der pure Frust. Pech. Schön blöd. „Wir hätten es heute locker packen müssen“, meint der enttäuschte Trainer.

Tatsache: Selten war es so einfach, einen Favoriten zu schlagen. Cool bleiben. Noch zwei, drei Bälle in die Botanik pöhlen. Hätte gereicht gegen den Tabellenvierten, über den dieser letzte lange Hafer in der 92. Minute eigentlich alles sagt. Eine Aktion, die genauso uninspiriert daherkommt wie das Warendorfer Gedresche in den kompletten anderthalb Stunden zuvor. Doch Greven wird sich nicht einig: Ein Ausrutscher und, auweia, David Wiethölter – entweder muss er ganz raus oder eben ganz rein, drin ist die Murmel. 1:1. Sowas von unverdient! Jedoch: selbst Schuld.

Bis dahin haben die Gäste nämlich – und das ist nicht übertrieben – ein einziges Mal aufs DJK-Tor geschossen, Wiethölter rettet super nach einer halben Stunde. Sonst überzeugt nur das Kellerkind. In der 19. Minute gibt‘s einen XXL-Crash im Strafraum. Pech für Torben Mais, weil das sicher höllisch zwiebelt. Und Glück, weil‘s dafür Elfer gibt. Chris Helmig, rechts unten, 1:0.

Über weite Strecken der ersten Hälfte spielen die Gastgeber Jojo mit der WSU. Youngster Youri Hidding erwischt einen Sahnetag, bedient Peter Lakenbrink – freie Bahn, haarscharf vorbei (28.). Halbzeit. Auf der Tribüne kabbeln sich drei Hunde – weitaus zweikampfstärker als die Gäste.

Weiter geht‘s: Zugegeben, das Zeug zum Klassiker hat der Kick sicher nicht. Dafür ist jetzt aber ordentlich Kirmes. Gezanke, ein Olé für jede Grätsche auf der nassen Wiese, Schiri Michael Austermann meldet ein Farbsolo an – fünf (berechtigte) gelbe Karten in Reihe. Dafür aber auch extra wenige Chancen. Nix deutet hier irgendwie noch auf Dramatik hin, dann reckt der Referee fünf Finger in die Luft – und auf Knopfdruck fängt das große Bibbern an. Langer Schlag, Ausgleich. Aus dem Nichts. Aus heiterem Himmel. Ach was, aus dem heiteren Nichts.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5239954?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686793%2F
Nachrichten-Ticker