Fußball
Torjäger und -verhinderer

Reckenfeld/Emsdetten -

Bis vor drei Jahren war er der Garant für Tore beim SC Reckenfeld. Seit seinem Wechsel zu Borussia Emsdetten sorgt Kalle Hoffmann nun regelmäßig für Jubelstimmung am Teekotten. Der Torjäger hat den Sprung erfolgreich geschafft: Von der A-Liga, über die Bezirksliga bis in die Landesliga.

Freitag, 27.10.2017, 00:00 Uhr
Oft einen Schritt schneller als die Konkurrenz: Kalle Hoffmann ist bei Borussia Emsdetten innerhalb kurzer Zeit zum Leistungsträger gerreift: Offensiv wie Defensiv.
Oft einen Schritt schneller als die Konkurrenz: Kalle Hoffmann ist bei Borussia Emsdetten innerhalb kurzer Zeit zum Leistungsträger gereift: Offensiv wie Defensiv. Foto: tps

Noch einen letzten Sprint zog Kalle Hoffmann nach dem Abpfiff der Landesliga-Partie zwischen Borussia Emsdetten und dem SV Dorsten-Hardt (2:0) an. Flugs flitzte der Doppeltorschütze zur Bande, wo seine Partnerin wartete und Hoffmann sich – verdientermaßen – pro Tor je ein Küsschen abholte. Kurz danach konnte der Turbodribbler zum Spiel Stellung nehmen.

Der 26-Jährige Woche geht mittlerweile in seiner dritten Saison auf Torejagd für Borussia Emsdetten. Und das überaus erfolgreich. Bereits in seiner ersten Spielzeit nach dem Wechsel vom A-Ligisten SC Reckenfeld eine Klasse höher und wenige Kilometer weiter nach Emsdetten machte Hoffmann seinem Ruf als Torjäger alle Ehre. Mit 16 Treffern und genauso vielen Vorlagen gehörte er nicht nur im Nu zum Stammaufgebot. Mitunter war es seine Schnelligkeit, sein technisches Geschick und seine Kaltschnäuzigkeit, die den Borussen den Landesligaaufstieg bescherten.

Dort hat sich der Torjäger ebenfalls durchgesetzt. In der vergangenen Saison ließ es Hoffmann neunmal im gegnerischen Kasten klingen, in dieser sind es bis dato bereits sieben Treffer, die auf sein Konto gehen.

Auch beim 2:0 gegen den SV Dorsten-Hardt am vergangenen Sonntag war der Reckenfelder zur Stelle. Und das, obwohl sich die Dettener trotz einige gute Kombinationen schwer taten. Einmal allerdings klappte es, als Jan Kortevoß, Marco Pereira Ferreira und in letzter Konsequenz eben Kalle Hoffmann mustergültig kombinierten – und Borussia hernach mit 1:0 führte (19.). Ansonsten hatte der Gast in Durchgang eins gar ein Chancenplus – ohne allerdings zu treffen. „Wir hatten auch Glück, haben den Ball zweimal von der Linie gekratzt“, merkte Hoffmann an.

Einmal, in der 82. Minute, war er selbst daran beteiligt, als Dorstens Franz Leon Einhaus nach einer Ecke zum Kopfball gekommen war. Schon beim 2:0-Erfolg in Ahaus hatte Hoffmann auf der Linie geklärt, der Borussen-Torjäger ist mitunter auch ein wichtiger Torverhinderer.

Was zeigt, welche Entwicklung der 26-jährige in den vergangenen beiden Jahren genommen hat. „Nach meinem Wechsel habe ich mich in der Defensive erst schwer getan“, meint Hoffmann rückblickend. Was nicht wundert, war er beim SCR doch ausschließlich für das Toreschießen zuständig.

Weiterhin schießt er lieber Tore als sie zu verhindern. Wie das 2:0 am vergangenen Sonntag, Hoffmanns drittem Streich an diesem Tag. „Da hatte ich viel Zeit“, erklärt Emsdettens Torjäger, der den klugen Pass von Youngster Marius Klöpper in der 89. Minute zur Entscheidung in dieser rassigen Partie nutzte.

Mit nun 28 Punkten nach elf Spielen regiert Borussia mit satten fünf Zählern Vorsprung die Landesliga. Und verfügt mit dem ehemaligen 09er Jan Kortevoß (8 Tore), dem ehemaligen SCRler Kalle Hoffmann (7) sowie Marco Pereira Ferreira (4) und Marcus Meinigmann (1) über ein gefährliches Offensiv-Quartett, das zusammen schon 20 Treffer erzielt hat.

Ob das reicht, um im kommenden Sommer erneut die Sektkorken knallen zu lassen? Hoffmann begegnet dieser Frage mit einer großen Portion Gelassenheit. „Wir wollen natürlich auf jeden Fall so weit oben stehen wie möglich.“

Fest steht: Den Vereinswechsel hat der Reckenfelder Jung zu keinem Zeitpunkt bereit. Gleichsam verfolgt Kalle Hoffmann weiterhin mit großem Interesse, wie sich sein Heimatverein schlägt. Das Spielergebnis des SCR checken gehört am Sonntag nach dem Abpfiff zu seinem Pflichtprogramm. Die jüngste Entwicklung beim B-Ligisten beurteilt er positiv: „Ich finde es gut, dass wieder Spieler aus der zweiten Mannschaft in die Erste hoch gegangen sind.“ Seinem SCR drückt er auch deshalb die Daumen, weil er in ein paar Jahren ein Versprechen einlösen will. „Ich habe immer gesagt, dass ich irgendwann wieder zurück kehre.“ Unter einer Bedingung: Auf Asche will Hoffmann nicht mehr spielen.

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