Fußball: Bezirksliga
Ein Fall von „Denkste“

greven -

Das war nichts. Trotz einer 2:0-Führung mussten sich die Fußballer des SC Greven 09 gegen Ibbenbüren mit einem Punkt zufrieden geben.

Sonntag, 12.11.2017, 19:00 Uhr aktualisiert: 16.11.2017, 11:20 Uhr
Schieflage: Die Bezirksliga-Fußballer um Patrick Fechtel (in weiß) von Greven 09 haben in der Schlussphase eine 2:0-Führung verzockt. Am Ende jubelte Ibbenbüren übers 2:2.
Schieflage: Die Bezirksliga-Fußballer um Patrick Fechtel (in weiß) von Greven 09 haben in der Schlussphase eine 2:0-Führung verzockt. Am Ende jubelte Ibbenbüren übers 2:2. Foto: Stefan Bamberg

Es könnte so einfach sein. Neunzig plus drei, sagt die Anzeigetafel. Die Murmel aufs Stadiondach kloppen. Noch mal mit maximalem Pathos auswechseln. Notfalls ohne Gegnereinwirkung dahinsinken und schreien, als ränge man mit dem Tod. Irgendwas halt, um die Uhr runterzuspielen. Stattdessen bricht Aktionismus aus: Mo Seye mit einem völlig unsinnigen Rempler im Mittelkreis. Ein viel zu hektisch ausgeführter Freistoß aus der eigenen Hälfte. Dann noch einmal schlicht gepennt – und zack, ist der Sonntagnachmittag im Eimer. Ein Gegentor in der 85., das zweite in der 93. Minute – Greven 09 gegen die Ibbenbürener Spielvereinigung am Ende nur 2:2 (0:0). Ohne Worte. Oder, Trainer Andreas Sommer: „Dämlicher geht‘s echt nicht.“

Dem Grevener Übungsleiter wächst der Hals bis in die Emsaue – zu Recht. Binnen kürzester Zeit schmeißen seine Männer nämlich alles wieder um, was sie sich gegen den dicht gestaffelten Abstiegskandidaten mühsam aufgebaut haben.

Der Reihe nach: Man muss daran erinnern, dass dieses Spiel auch eine erste Halbzeit hat. Weil da nahezu nix passiert: Eine dicke Chance für Ibbenbüren (41.), ansonsten viele hilflose Halbfeldflanken – ein frostiger Nullinger zur Pause.

Im 09-Clubheim zeigen sie auf Großleinwand, wie sich in irgendeinem Casting vor Dieter Bohlen eine Pianistin entkleidet – es soll Zuschauer gegeben haben, die den Wiederanpfiff verpassten.

Was schade ist, weil nun der Bär groovt: 54. Minute, ein irre weiter Einwurf von Julian Höfker, missglückter Klärungsversuch und Bernd Lakenbrinks Dropkick – im Stile eines Tippkick-Männchens hinein ins Glück, 1:0.

Aber das langt noch nicht: Die Gäste intensivieren ihre Offensivbestrebungen, ein Kopfball knuspert an der Latte (74.). Auf der anderen Seite jedoch auch Platz zum Kontern: Patrick Fechtel ist unterwegs – und cool aus spitzem Winkel: 2:0 für Greven (81.), jetzt können wir nach Hause gehen. Oder?

Ein klassischer Fall von „Denkste“. Denn was als Entscheidung gedacht war, gerät zum Dosenöffner für eine chaotische Schlussphase: Ibbenbürens Mischa Bischoff macht mit Hilfe des Innenpfostens das 2:1. Für 09 ein Grund zur Panik: „Wir sind nicht mehr beim Jugendfußball“, grantelt Sommer. „Uns fehlt die Cleverness.“ Ein kleines bisschen davon hätte gereicht. So aber kommt die Nachspielzeit, ein letzter Freistoß – eins, zwei, drei, wer will den Ball? Keiner? Dann haut Tilo Lindemann ihn eben rein – Ausgleich. Und die Fanta 4 lassen grüßen: Es könnt‘ alles so einfach sein. Isses aber nicht.

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