Handball: Umfrage der Frauen-Weltmeisterschaft
Unter dem Radar

Greven/Saerbeck -

Grevens Trainer stehen die Fragezeichen im Gesicht geschrieben, zumindest wenn es um Frauen-Handball geht. Die Weltmeisterschaft im eigenen Land ist am Freitag gestartet. Alleine, kaum jemand hat es mitbekommen.

Samstag, 02.12.2017, 08:00 Uhr

Eine Weltmeisterschaft im eigenen Land – noch dazu in einer durchaus beliebten Ballsportart – und nahezu niemand bekommt es mit. Dazu ein Bundestrainer, dessen Name bei vielen Sport-Interessierten nur fragende Blicke (oder eine 30-sekündige Sendepause am Telefon) hinterlässt. Gibt´s nicht? Doch, das gibt´s durchaus. Und zwar genau jetzt. Seit gestern läuft die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen, die Mannschaft von Bundestrainer Michael Biegler traf dabei im ersten Vorrundenspiel in Leipzig auf die Nationalmannschaft Kameruns. Morgen geht es dann im zweiten Gruppenspiel gegen Südkorea. Damenhandball in Deutschland – für die heimischen Sport-Experten ein Buch mit sieben Siegeln.

De erste Frage, gegen wen die Handballdamen im ersten Gruppenspiel gespielt hätten – gemein. „Handball-WM der Damen, jetzt? Ich habe keinen blassen Schimmer“, gibt Holger Althaus, Coach der Saerbecker Fußballer, unumwunden zu. Althaus ist aus alter Verbundenheit zur Ibbenbürener SpVg durchaus Handball interessiert und schaut auch schon mal ein Spiel des benachbarten Zweitligisten in Emsdetten. Für die WM im eigenen Land findet Falkes Coach aber kaum Zeit. „Ich habe einfach zu viel um die Ohren.“

Auch bei Julian Lüttmann, Coach beim Fußball-B-Ligisten SC Reckenfeld, herrscht erst mal betretenes Schweigen. „War mir nicht bewusst, dass die WM gerade läuft. Es ist ja auch eher so, dass Männerhandball im Fokus steht. Und ich gebe zu, in der Weihnachtszeit ist einfach viel zu tun“, sagt Lüttmann. „Poooah“ – die Frage nach dem Namen des aktuellen Bundestrainers ist dann regelrecht fies. „Da muss ich passen“, schmunzel Lüttmann. „Die Öffentlichkeit ist extrem auf Fußball ausgerichtet. Da geht der Damen-Handball glatt unter.“

Für Frank Blom, Abteilungseiter beim SC Greven 09, ist das Thema Damenhandball wegen der Grevener Vergangenheit in der Zweiten Bundesliga durchaus sensibel. Blom hat Ankündigungen zur laufenden WM durch die Werbung wahrgenommen, „aber auch an mir ist das Thema im Prinzip vorbeigegangen.“ Der Fußball überstrahle halt vieles – egal, ob das richtig sei oder nicht.

Andy Storkebaum, Trainer der Grevener Handball-Reserve, ist naturgemäß besser informiert und hält sich über soziale Medien auf dem neuesten Stand. „Natürlich habe ich schon mitbekommen, dass gespielt wird. Allerdings auch nur über Umwege. Das ist schon traurig, die WM wird hier kaum wahrgenommen“, sagt der Coach der HF-Zweiten, der einen Vorteil zu schätzen weiß. „Wegen der WM ist am kommenden Wochenende spielfrei, damit wir die Partien der Deutschen auch gucken können.“ Sie werden übrigens auf den öffentlich rechtlichen Programmen übertragen.

Dragan Grujic, Coach beim Fußball-B-Ligisten BG Gimbte, fühlt sich – konfrontiert mit dem Thema Damenhandball – doch ein wenig überrumpelt. „Ich habe irgendwo gelesen, dass das läuft, aber nur untergeordnet wahrgenommen“, sagt der Grevener Vollblutfußballer. „Es interessiert mich nicht sonderlich, auch wenn es sich um eine WM handelt. Ich werde mir die Spiele wahrscheinlich nicht anschauen.“

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