WN-Sportlerwahl: Herren 70 TC RW Greven
Sechshundertzwölf

Greven -

Die Herren 70 des TC RW Greven präsentieren sich nach wie vor taufrisch – und hoffen auch bei der WN-Sportlerwahl auf eine gute Platzierung.

Samstag, 23.12.2017, 19:00 Uhr
Erfahrung und Erfolg:  Die Herren 70 des TC Rot-Weiß mit (v.l). Harald Tiedemann, Heinz Bade, Ulrich Hensmann, Jost Langweg, Werner Pelster und Bernhard Heiring.
Erfahrung und Erfolg:  Die Herren 70 des TC Rot-Weiß mit (v.l). Harald Tiedemann, Heinz Bade, Ulrich Hensmann, Jost Langweg, Werner Pelster und Bernhard Heiring. Foto: TC RW Greven

Bei diesen acht Herren lohnt sich das genaue Rechnen. Jost Langweg, Jahrgang 1945, Werner Pelster, Jahrgang 1944, Dr. Harald Tiedemann, Jahrgang 1942, Heinz Bade, Jahrgang 1937, Ulrich Hensmann, Jahrgang 1938, Bernhard Heiring, Jahrgang 1941, Heinrich Hinse, Jahrgang 1936, sowie Volker Neuhoff, Jahrgang 1941, bringen es zusammen auf stattliche sechshundertzwölf (612) Lebensjahre. Ihr Team, die Herren-70-Mannschaft des TC Rot-Weiß, ist vermutlich Grevens älteste Sportmannschaft. Und überdies eine ebenso verschworene wie erfolgreiche Gemeinschaft. Noch in der Sommersaison sind die acht in der Verbandsliga aufgeschlagen, bevor sie den Tennis-Ruhestand angetreten haben. Zeit für eine Bilanz.

Er ist so etwas wie das Küken. Jost Langweg befindet sich mit 72 Jahren am unteren Ende der Altersskala dieser bemerkenswerten Mannschaft. Überdies ist Langweg, seit er im Jahr 2005 zu den Herren 70 stieß, so etwas wie die Lokomotive. Mit ihm an der Spitze legte das Team in den vergangenen Jahren einen regelrechten Siegeszug hin und stieß von der Bezirksebene über die Kreisklasse, die Kreisliga, die Bezirksliga und die Münsterlandliga bis in die Verbandsliga vor. Fünf Aufstiege sprechen eine deutliche Sprache. „Bis auf ein Jahr sind wir durchmarschiert“, blickt Langweg, der seine Niederlagen an einer Hand abzählen kann, auf einen Erfolgsweg sondergleichen zurück. Und dennoch: Im vergangenen Sommer ziehen er und seine sieben Mitspieler einen Schlussstrich unter das Kapitel Meisterschaft.

Er ist so etwas wie der Senior bei den Herren 70. Trotz seines fortgeschrittenen Alters begnügt sich Heinrich Hinse nicht damit, gemächlichen Schrittes ein paar Bälle übers Netz zu schlagen. In der abgelaufenen Verbandsliga-Saison kämpfte der 81-Jährige Seite an Seite mit seinen Mannschaftskollegen mit vollem Einsatz um Punkte. „Er ist ein Phänomen“, sagt Jost Langweg anerkennend über Hinse, der den sportlichen Vergleich mit der teils deutlich jüngeren Konkurrenz nicht scheut, respektable Ergebnisse beisteuert und voller Ehrgeiz bei der Sache ist.

Am Ende dieses Sommers ist es aber auch genau dieser Ehrgeiz, der bei den acht Männern den Entschluss reifen lässt, kürzer zu treten. Allzu gerne wären sie zum sechsten Mal aufgestiegen. Zwei Mal in Folge sind sie mit diesem Unterfangen knapp an der Verbandsligakonkurrenz gescheitert. Einen weiteren Anlauf wollen sie mit Rücksicht auf ihre Gesundheit nicht unternehmen und kündigen deshalb frühzeitig ihren Rückzug an. „Der Ehrgeiz, den letzten Schritt zu machen, war zu groß“, erklärt Jost Langweg. Die Sorge, sich im Eifer des Gefechts zu verletzten, sei gewachsen. Und im Umkehrschluss die Erkenntnis, es ruhiger angehen lassen zu wollen. Am Ende dieser Verbandsligasaison verabschiedet sich die Mannschaft mit 3:9 Punkten als Tabellenfünfter. Gleichwohl: Gänzlich aufs Altenteil zurückziehen wollen sich die rüstigen Tenniscracks aus der Kroner Heide nicht. „Wir haben uns in die Hand versprochen, weiter zu trainieren.“ Jeden Montag ist während der Sommersaison das Mannschaftstraining im Kalender notiert. Die Meisterschaft, sie wird ihnen augenscheinlich fehlen. Doch der Montag, ihre Gemeinschaft, die Erinnerung an sportliche Erfolge und ihr Ehrgeiz – das alles wird bleiben, bei dem Team, das es auf stattliche sechs Jahrhunderte bringt.

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