WN-Sportlerwahl: Markus Höffker
Goldener Glanz

Greven -

Der Reckenfelder Indiaca-Spieler Markus Höffker hat ein erfolgreiches Jahr erlebt. Bei den Weltmeisterschaften sicherte sich der Sportler die Goldmedaille. Insgesamt freute sich Höffker vor allem über die besondere Atmosphäre bei den Meisterschaften.

Mittwoch, 27.12.2017, 18:00 Uhr aktualisiert: 28.12.2017, 12:10 Uhr
Markus Höffker hat im Jahr 2017 abgeräumt und eine Goldmedaille von den Weltmeisterschaften mit nach Hause gebracht.
Markus Höffker hat im Jahr 2017 abgeräumt und eine Goldmedaille von den Weltmeisterschaften mit nach Hause gebracht.

Es gibt Sportarten, die spielen sich überwiegend unterhalb des Radars ab und werden damit kaum wahrgenommen. Fern ab einer breiten Öffentlichkeit und jedweder Kommerzialisierung bergen sie gleichwohl den Vorteil verkürzter Wege zu Titeln und Meisterschaften. Indiaca ist zweifelsohne eine solche Disziplin. Vielerorts gänzlich unbekannt, hat sich die Nischensportart seit den 1980er Jahre beim SC Reckenfeld zum Garanten für Medaillen entwickelt.

Jüngstes Beispiel dafür ist der Weltmeistertitel von Markus Höffker. Der 45-Jährige spielt leidenschaftlich gern Indiaca. Und das bereits seit Kindesbeinen. „Seit 1989 in etwa“, schätzt Höffker. Wie viele seiner Vereinskollegen hat die Familie Schur, Wegbereiter der Reckenfelder Indiaca-Bewegung, auch ihn in den Bann der Sportart gezogen, bei der es darum geht, den kleinen, mit Federn drapierten Ball ähnlich wie beim Volleyball über ein Netz ins gegnerische Feld zu spielen. Als es im Sommer dieses Jahres auf das nächste Weltmeisterschaftsturnier zugeht, nimmt der SCR-Sportler die Gelegenheit, Teil des Nationalkaders zu werden, dankend an. Und das geht so: Eine Bewerbung, fünf Auswahltrainings – und Markus Höffker darf mit zur WM.

Deutschlandweit sind es gerade einmal 70 Vereine, die sich dem Indiaca verschrieben haben. Zum Vergleich: Fußballclubs gibt es knapp 25 000. Auch international hält sich die Konkurrent in Grenzen. In vielen Ländern ist Indiaca gänzlich unbekannt. An der Weltmeisterschaft in Polen im Sommer diesen Jahres nehmen sieben Nationen teil. Deutschland gehört seit jeher zum Favoritenkreis, was die späteren Resultate einmal mehr bestätigen.

Während des Turniers in Polen räumt die zum deutschen Turnerbund gehörende Nationalmannschaft mächtig ab. Zweimal Silber, viermal Gold lautet die eindrucksvolle Bilanz. Eine Goldmedaille hängt seither bei der Familie Höffker im Schlafzimmer. Im WM-Endspiel der Männer 40 plus hat Polen beim 3:0 nicht den Hauch einer Chance. Und Markus Höffker ist Weltmeister.

Dabei ist es nicht alleine der sportliche Erfolg, weshalb dem Reckenfelder die WM-Teilnahme noch für lange Zeit in Erinnerung bleiben wird. Die Atmosphäre, die Begeisterung und das Miteinander der Sportler aus vielen verschiedenen Ländern sind Faktoren, die aus seiner Sicht ein solches Turnier so wertvoll und einmalig machen. Und die vergessen lassen, dass Indiaca eine Sportart ist, die sich mit einem Schattendasein begnügen muss.

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