WN-Sportlerwahl: Mareike Schur
Kleine Sportart – Großes geleistet

Reckenfeld -

Als Co-Trainerin brachte Mareike Schur die WM-Silbermedaille nach Reckenfeld. Wo platziert sich die Sportlerin bei der WN-Sportlerwahl?

Freitag, 29.12.2017, 23:00 Uhr aktualisiert: 01.01.2018, 15:30 Uhr
Mareike Schur spielt seit 24 Jahren Indiaca. Bei den Weltmeisterschaften sicherte sie sich die Silbermedaille.
Mareike Schur spielt seit 24 Jahren Indiaca. Bei den Weltmeisterschaften sicherte sie sich die Silbermedaille. Foto: Weßeling

Gut 70 Vereine insgesamt, verteilt auf das gesamte Bundesgebiet, etwa 50 Mitglieder beim SC Reckenfeld – und die Tendenz ist sinkend. Dazu eine Sportart, dessen Bekanntheitsgrad im Promillebereich liegen dürfte: Mareike Schur muss schon eine Menge Geduld aufbringen, um immer und immer wieder zu erklären, was die Reckenfelderin mehrmals in der Woche in die Sporthalle treibt. „Na gut“, gibt die 35-Jährige achselzuckend zu verstehen, „Indiaca kennt nun wirklich nicht jeder. Es ist ja auch eine kleine Sportart.“

Was Mareike Schur jedoch nicht davon abgehalten hat, in ihrer „kleinen Sportart“ ganz groß rauszukommen. Viele Jahre lanf war sie aktive Spielerin, die 2008 sogar die Weltmeisterschaft gewonnen hat. Mittlerweile ist sie Trainerin der Nationalmannschaft. „Aber nur als Co-Trainerin“, sagt die Mutter zweier Kinder bescheiden. Und beschreibt damit nebenbei das Highlight des Jahres 2017. Als Co-Trainerin der Damen-19-Nationalmannschaft war Schur an der Seite von National-Coach Marc-Philipp Geßner im Sommer nach Polen gereist, um dort an der WM teilzunehmen, die alle vier Jahre ausgetragen wird. Zurück kam die Reckenfelderin mit der Silbermedaille. Mit dem Ausrichterland Polen, der Schweiz, Estland, Japan und der Bundesrepublik Deutschland nahmen fünf Nationen am Damen-Wettbewerb teil. Über Umwege erreichte die Mannschaft von Mareike Schur das Halbfinale und traf im Prestige-Duell auf das Team der Schweiz. „Die haben wir dann vom Platz gefegt“, erinnert sich die Reckenfelderin an den emotionalen Höhepunkt des Events. Dass es im Finale gegen Estland dann nichts mehr zu holen gab, fiel nicht mehr sonderlich stark ins Gewicht. „Die waren an diesem Tag einfach besser“, zuckt Schur mit den Schultern.

An der dem Volleyball recht ähnlichen Sportart Indiaca begeistert Mareike Schur vor allem die Schnelligkeit, der Wettbewerb, aber auch die soziale Komponente einer Mannschaftssportart. „Indiaca ist eine Reaktionssportart. Man muss sehr beweglich sein. Und wenn man nicht aufpasst, holt man sich auch schon mal ein blaues Auge“, weiß Schur, die schon seit 24 Jahren aktiv am Ball ist und hofft, ihre Sportart auch im kommenden Jahr beim SC Reckenfeld ausüben zu können. „Wir haben Nachwuchssorgen. Mit 14, 15 haben die Kids andere Sachen im Kopf und gehen lieber einer populäreren Sportart nach. Ich hoffe, wir können auch in der nächsten Saison eine Damenmannschaft aufbieten.“

Ob Mareike Schur das deutsche Nationalteam auch bei kommenden Wettbewerben betreuen wird, steht ebenfalls noch in den Sternen. „Das lasse ich auf mich zukommen“, meint Schur mit Blick auf den goldenen WM-Pokal, der im heimischen Wohnzimmer-Schrank blinkt. Den kann ihr eh niemand mehr nehmen.

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