Tanzsport: TSC Greven
Von feurig bis elegant

Greven -

Tanzen beim TSC Ems-Casino Blau-Gold Greven – eine Mischung zwischen Sport und Leidenschaft.

Samstag, 03.03.2018, 11:00 Uhr aktualisiert: 04.03.2018, 17:34 Uhr
Bei Trainer Thomas Derner (li.) nehmen die Paare die entsprechende Haltung ein. Derner korrigiert immer wieder.
Bei Trainer Thomas Derner (li.) nehmen die Paare die entsprechende Haltung ein. Derner korrigiert immer wieder. Foto: Vera Brüssow

Dass die Qualität der Tanzpaare hoch ist, ist nicht zu übersehen. In perfekter Haltung stehen sich Männer und Frauen gegenüber. Sie warten auf den Einsatz der Musik. Tanztrainer Thomas Derner legt Tango-Klänge auf, und die Paare beginnen zu tanzen. Die positive Ausstrahlung der Tänzer liegt in der Luft, die Leidenschaft ist nahezu spürbar und ansteckend.

Der TSC Ems-Casino Blau-Gold Greven trainiert in den Räumen des Sportcentrums in der Kroner Heide. Der Saal ist riesig, hellbraunes Parkett erstreckt sich über den Boden. Große Spiegel hängen an den Wänden. An der einen Wand hängt ein Spruch: „Tanzen ist Träumen mit den Beinen“. Der passt perfekt.

Ihren Tanztraum leben knapp 30 Paare bei ihrem Training und auf Turnieren sowie Meisterschaften. Thomas Derner leitet das Training. Er ist seit fast 20 Jahren als Trainer aktiv, er selbst war 20 Jahre Profitänzer und gewann etliche Turniere, Welt- und Europameisterschaften. Deshalb gibt er sein Wissen an die Tänzer weiter, um sie optimal auf Turniere vorzubereiten.

Davon gibt es so einige, allerdings sind diese in ganz Deutschland verteilt, so dass ein Paar auch mal nach Leipzig oder Berlin reisen muss. „Tanzen ist leider eine Randsportart. Es fehlt der Nachwuchs, gerade in den unteren Altersklassen gibt es immer weniger Paare“, sagt Derner.

Paare tanzen in unterschiedlichen Klassen, die D-Klasse gilt als Einstiegsklasse. Klasse A ist mit der zweiten Bundesliga und S als erste Klasse mit der ersten Bundesliga vergleichbar.

Trainer Derner achtet während des Trainings bei jeder Tanzeinheit auf Kleinigkeiten. Um bestimmte Positionen oder Figuren zu üben, pickt er sich eine Dame oder einen Herren aus den Paaren heraus. Das Paar Timo und Isabell Verhoeven soll dabei die Promenadenposition darstellen. Diese Position beschreibt die Körperhaltung des Tanzpaares bei einer Tanzfigur. Dabei blicken beide Partner in die gleiche Richtung. Der Herr öffnet seinen Körper nach links, die Dame nach rechts. Eine darauffolgende Tanzfigur kann somit in der Promenade beginnen und auch wieder enden.

Welche Tänzen sind bei den Paaren besonders beliebt? Eine schnelle Abfrage über Derners Mikrofon klärt auf. Tango, Slow Fox oder Jive sind die Antwort. Dass die Tänze im Bereich Standard eher ruhiger sind, ist an der ruhigen Musik im Saal erkennbar. „Die Latein-Tänze hingegen sind insgesamt feuriger und spritziger“, so der ehemalige Tanzprofi Derner.

Isabell und Timo Verhoeven tanzen seit vielen Jahren erfolgreich in der ersten Klasse Senioren I Standard und Latein. Für sie ist Tanzen zwar Sport, aber auch Leidenschaft und Hobby zugleich. Während sie tanzen, geben sie sich sanft der Musik hin. Auf einem Turnier tanzen sie teilweise gegen 30 Paare. „Alle Paare tanzen gleichzeitig auf dem Parkett jeweils zwei Minuten fünf Tänze hintereinander“, berichtet Timo von seinen Erfahrungen. Die Choreografie ist vorab bekannt, die Musik hingegen nicht. Die Anreise zu einem Turnier wird immer vom Paar selbst organisiert, auch das Styling wird eigens durchgeführt. „Jedes Paar hat so seine Rituale. Ich muss immer mit allen möglichen Leuten reden, das lenkt mich ab. Timo hingegen geht in sich und tanzt sich fleißig ein“, so Isabell.

Das nächste große Turnier für das Paar findet im Sommer in Wuppertal statt. Bis dahin wird neben dem Tanztraining auch noch Kraft- und Ausdauertraining absolviert, um durchweg fit zu sein.

Während in den unteren Altersklassen Nachwuchssorgen herrschen, gilt die Tanzklasse Senioren III als geburtenstarke Klasse. Bernd Farwick und Petra Voosholz berichten von ihren Erfahrungen auf großen Turnieren: „Es gibt europaweite Turniere mit fast 200 Paaren. Da ist jede Menge los.“ Seit gut zehn Jahren tanzen sie als Paar zusammen, bereiten sich derzeit auf ein großes Turnier in Wien im April vor. Auch bei der nächsten WM in Tschechien im Mai sind sie dabei.

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