Mitgliederversammlung beim TVE Greven
Turn-Flöhe vor dem Tiki-Taka

Greven -

In weniger als einer Stunde haken die Mitglieder des TVE Greven die Tagesordnung ihrer Jahreshauptversammlung ab. Was auch daran liegt, dass es keine Aufreger gibt. Zukunftsweisende Weichenstellungen nimmt der Verein dennoch vor.

Sonntag, 25.03.2018, 17:26 Uhr aktualisiert: 26.03.2018, 17:02 Uhr
„Sportabzeihen-Legende“ Willi Wällering (r.) wurd den der wieder gewählten Paula Windau geehrt.
„Sportabzeihen-Legende“ Willi Wällering (r.) wurd den der wieder gewählten Paula Windau geehrt. Foto: Stefan Bamberg

Ein Tippfehler im Protokoll von 2017. Und einer auf den Power-Point-Folien: „Turntalentschule muss es da heißen“, korrigiert Michael Martschinke. „Nicht Turnschule.“ So viel Zeit muss sein. Sonst aber drückt der Vorsitzende auf die Tube: „Ich denk‘, das geht fix heute.“ Auch Jutta Berg macht Tempo: „Ich will doch gleich noch Fußball sehen“, witzelt die Gute-Laune-Übungsleiterin.

Na, dann mal los – Deutschland gegen Spanien startet um 20.45 Uhr. Vorher gibt’s am Freitagabend noch ein bisschen vereinspolitisches Tiki-Taka in der Kroner Heide – die Jahreshauptversammlung beim TVE Greven, sie verläuft flott, fröhlich und erfolgreich. Was unter anderem an der Sache mit der eben erwähnten Turntalentschule liegt: Dieses offizielle Qualitätssiegel des Deutschen Turnerbundes (DTB) für professionelle Nachwuchsförderung im Leistungsturnen trägt der Verein neuerdings – Etikettenschwindel ausgeschlossen, denn: Gleich sieben orangene Turn-Flöhe haben es zuletzt in den WTB-Landeskader geschafft. Finja Streyl, Joline Venker und Lotta Hauschild nehmen – auch stellvertretend für den Rest der coolen Gang: Helene Stenert, Lina Taudt, Lena Paulina Henning und Fabienne Böcker – die Geschenke entgegen. „Kurz vorm Schlafengehen“, hofft Abteilungsleiterin Paula Windau. Samstagmorgen um acht geht’s nämlich wieder auf Turn-Tour.

Windau selbst bleibt aber zum Glück noch ein bisschen – was mit Blick auf die noch anstehenden Wahlen eine gute Idee ist: Denn völlig überraschend, schmunzelt auch Martschinke, will niemand spontan stellvertretender Vorsitzender werden. Also macht Paula Windau weiter die zweite Vorturnerin – einstimmige Wiederwahl für die längst unverzichtbare Führungskraft. Zuletzt hat sie – die schon ewig im Club, aber noch gar nicht so lange in geschäftsführender Position ist – sich für den Ausbau des Reha-Sports stark gemacht: vier Gruppen und Top-Trainer – der demografische Wandel kann sich, obwohl man ihn statistisch natürlich nicht aufhält, warm anziehen.

Das denken sich wohl auch fünf neue Ehrenmitglieder, die anlässlich ihrer Auszeichnung für 50-jährige Vereinsmitgliedschaft persönlich vorbeischauen. Noch länger dabei sind sogar Maria Robert und Gertrud Elverich – sitzende Ovationen für 60 respektive 70 (!) Jahre mit dem TVE. Willi Wällering brauchte nur derer 45, um Sportabzeichen-Legende zu werden – wenn am 16. Mai die neue Saison beginnt, ist der emsige Motivator und einfühlsame Tippgeber nicht mehr am Start.

Von Menschen noch kurz zu Finanzen: Der Haushalt ausgeglichen, die Sportzentrum-Schulden wahrscheinlich schneller getilgt als ursprünglich gedacht – erfreulich langweilig. Und weil dann keiner noch irgendeinen Killer-Antrag stellt, bleiben zwei Tippfehler tatsächlich der größte Aufreger. Nach 48 Minuten ist Schicht – pünktlich zum Fußballgucken.

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