Fußball: A-Junioren Bezirksliga
Alles reingeworfen

Greven -

Das war ein seltener Genuss: Mit 1:0 setzten sich die A-Junioren des SC Greven 09 gegen Viktoria Clarholz durch.

Dienstag, 24.04.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 26.04.2018, 14:30 Uhr
Jonas Grusemann (am Boden) war so etwas wie der Turm in der Schlacht. Am Ende feierten die 09-er einen knappen Heimsieg.
Jonas Grusemann (am Boden) war so etwas wie der Turm in der Schlacht. Am Ende feierten die 09-er einen knappen Heimsieg. Foto: Stefan Bamberg

Nur zwölf (!) eigene Tore in 17 (!) Partien sind und bleiben natürlich ein Hammer. Doch man muss sich ja nicht dafür entschuldigen, dass die Konkurrenz das noch nicht ausgenutzt hat. Die A1-Junioren von Greven 09 jedenfalls behalten ihre Bezirksliga-Aktien vorerst: Am Sonntag hat Harald Peppenhorsts Team Victoria Clarholz mit 1:0 (1:0) besiegt. „Wir haben alles reingeworfen und ein bisschen Glück gehabt“, bilanziert der Trainer. „Schön spielen müssen wir jetzt eh nicht mehr.“

Hauptsache, einer rutscht irgendwie rein – und dieser Moment kommt in der 15. Minute: Angriff über Lasse Menke, rein in den Strafraum, er kann‘s schon selber machen, legt aber ab – auf: Paul Renfert-Deitermann! Boom! 1:0! Und, weil das mit den Toren ja derzeit nicht so oft vorkommt, jetzt noch mal für alle zum Mitmachen: Es trifft? Paul! Renfert! Deitermann! So, die Zeit musste einfach sein.

Nun aber genug der Fröhlichkeit, es geht schließlich um wichtige Punkte. Bis zu denen es noch ein verdammt weiter Weg ist: Clarholz sorgt vor allem nach der Pause mehrfach für helle Aufregung. 52. Minute, ein langer Ball rutscht durch, Drehschuss – Jonas Grusemann ist da. 65. Minute, wieder hoch und weit, zu kurze Kopfballabwehr, zweiter Versuch der Victoria – knapp vorbei. 66. Minute, die anschließende Ecke, Chaos, Grusemann wirft sich optimistisch ins Getümmel – und packt sich die Kirsche. Der beste Mann auf dem Platz, er steht im Grevener Tor. „Noch fünf Minuten!“, ruft ein Fan. Dabei sind es noch locker elf. Ist das spannend – und ist das herzzerreißend, wie sie mit allen Körperteilen ihren Mini-Vorsprung verteidigen: 82. Minute, die nächste Halbfeldflanke, wieder Alarm, wieder hechtet Grusemann raus und hält. „Noch zwei Minuten“, schreit der Fan von gerade. Dabei sind es noch locker sechs. Aber aufgepasst, auf einmal Konter über Salvatore Allegro: Doch der etatmäßige B-Junior, der nach seiner Einwechslung viel Betrieb veranstaltet, erlebt allein vor dem Tor das altbekannte Schicksal eines Mittelstürmers, der zu viel Zeit zum Überlegen hat – nicht drin. Stattdessen die allerletzten Clarholzer Bemühungen. Erst mal wechselt Greven aber noch mal aus, Torschütze Renfert-Deitermann geht runter – vermutlich weil er derjenige ist, der den weitesten Weg bis zur Bank hat. Der starke Schiri Thorsten Kaatz hat den Trick durchschaut – und gibt drei Minuten Zugabe. Und einer, ein allerallerletztes Ding kommt tatsächlich noch an den 09-Fünfer: Nachspielzeit, Kopfball, Knie, Hüfte, Oberschenkel, Hintern, Schuss – spätestens jetzt könnten wir das hier mit Louis-de-Funès untermalen: Nein! Doch! Ohh! Grusemann hat den Ball. Und verbuddelt ihn unter sich. Geschafft.

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