So., 13.05.2018

Fußball: Kreisliga Niederlage am Ende der Welt

Pascal Zickermann rutschte mit BG Gimbte in Schapdetten bitter aus.

Pascal Zickermann rutschte mit BG Gimbte in Schapdetten bitter aus. Foto: Johannes Oetz

Gimbte - 

Mit 1:4 wurden die Gimbter Fußballer in Schapdetten mal so richtig und im wahrsten Sinne des Wortes nass gemacht.

Von Stefan Bamberg

Schöne Grüße vom Ende der Welt. Doch ist das nicht herrlich – selbst hier rollt sonntagsnachmittags um Punkt 15 Uhr das Bällchen. Leider aus Sicht von Blau-Gelb Gimbte auch überaus erfolgreich: Mit 1:4 (1:1) ist BG im Gipfeltreffen bei Fortuna Schapdetten baden gegangen – und hat dabei einiges erlebt. Schon die Anreise ist ein echtes Happening: Bis kurz vorm Ortseingang ist Schapdetten nicht mal ausgeschildert, der Sportplatz liegt mitten auf dem Acker und irgendwie hat man den Eindruck, dass das halbe Dorf da ist – mmh, woher kennen wir das nur?

Fotostrecke: BG Gimbte verliert Spitzenspiel in Schapdetten

Die Schappi-Fans und der 60-Mann-Fanblock aus der Schlage verstehen sich folgerichtig prächtig und freuen sich gemeinsam, dass Havixbeck nur 2:2 gespielt hat. Damit kann die Fortuna hier den Aufstieg klarmachen – Blau-Gelb will das gerne verhindern. Dann mal los: Die Partie beginnt mit einem Brummschädel für Dragan Grujic (5.), sieht böse aus – aber weil Grujic schnell wieder weiß, wie er heißt und wo er wohnt, kann das Spitzenspiel weitergehen.

Fotostrecke: BG Gimbte verliert Spitzenspiel in Schapdetten

Gimbte versucht dabei vornehmlich über Ecken sein Glück: Fabian Rink verwandelt zwei davon fast direkt (15./18.), und nach der gefühlt achtundsiebzigsten kriegt Adam Kozakowski die große Dropkick-Chance – drüber (20.). Apropos drüber: Was übrigens nach einer riesigen Geschäftsidee fürs zweite Leben klingt? Ballverkäufer in Schapdetten werden! Unfassbar, wie viele auf Nimmerwiedersehen in der Botanik landen.

Aber zurück auf den Rasen, wo sich Unheil anbahnt: Einwurf für die Gastgeber, Geflipper am Fünfer – 0:1 (28.), autsch. Noch aber hat BG eine Antwort parat – und die 79. Ecke: Rink bringt sie hinein, Kopfball Grujic, Handspiel!, die blau-gelbe Bank bereit zur Empörung – doch Schiri Paul Dost hat’s gesehen, Elfer! Marius Müller übernimmt: mit der Innenseite, nicht hart, und ehrlich gesagt auch nicht wirklich platziert – ein Zitter-Ding, egal: 1:1 (34.)!

Dann ist Pause, in der das schon länger erwartete Unwetter auf ein Bier vorbeikommt. Ein Teil der Gimbter Schlachtenbummler steigt daraufhin auf Autokino um und verfolgt die zweite Halbzeit im Trockenen. Die Atmosphäre auf dem Platz derweil wie in irgendeinem Endzeit-Streifen – Gewitter, Sturm, nur Gimbte hat Flaute. Niklaas Houghton gönnt sich zwar einen gefährlichen Fernschuss (49.), hinten jedoch geht es plötzlich zu wie in Hollywood. 60. Minute, Steilpass, Keeper Marco Laufmöller draußen, aber zu spät – 1:2. 68., wieder passt keiner auf, wieder kein Abseits – wieder Tor, 1:3. 75., noch ein Schuss fürs Schokoladenmuseum – 1:4. Binnen einer Viertelstunde wird aus einer ausgeglichenen Kiste eine veritable Klatsche: „Da waren wir einfach dumm“, meint Dragan Grujic. Und so kommt es, dass Gimbte am Ende wieder auf die Relegation hoffen muss. Doch sie können nicht sagen, es wäre heute langweilig gewesen.



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