Fußball: Kreisliga A Tecklenburg
Gewohnt sicher – ungewohnt frech

Saerbeck -

Hinter dem SC Falke Saerbeck liegt eine famose A-Liga-Saison. Großen Anteil an dem Erfolg hat der Trainer, der sich in seiner ersten Saison prima eingelebt hat.

Freitag, 22.06.2018, 00:00 Uhr aktualisiert: 24.06.2018, 17:22 Uhr
Steuerte den SC Falke Saerbeck durch eine famose A-Liga-Saison: Holger Althaus.
Steuerte den SC Falke Saerbeck durch eine famose A-Liga-Saison: Holger Althaus. Foto: nn

Am 27. Mai ab ungefähr viertel nach drei hätten sie eigentlich auch ihre Frauen und Kinder mit auf den Rasen holen können. Da war klar, dass es nix wird mit dem ganz großen Coup. Da lag Falke Saerbeck im stimmungsvollen Hörsteler Waldstadion schon mit 0:1 zurück. Und vor allem: Da führte Cheruskia Laggenbeck bereits 3:0 gegen den SC Dörenthe. Die Folge: kein Falken-Flug in die Bezirksliga, stattdessen steigt Laggenbeck auf. Doch, mal ehrlich: Wäre diese Story nicht vielleicht auch ein bisschen zu kitschig gewesen nach einer Spielzeit, in der sowieso schon vieles wie im Märchen lief? In der die Saerbecker aus Platz 13 in der Vorsaison mal locker Rang drei machten. Trainer Holger Althaus bilanziert: „Es war ein Jahr, das uns Riesenspaß gemacht hat.“

Althaus‘ erstes Jahr an der Lindenstraße: als Nachfolger des Kult-Typen Franjo Wienke kam er, als Erfolgscoach bleibt er. Die Falken unter Althaus: defensiv gewohnt sicher. Offensiv ungewohnt frech. In keiner Statistik die Allerbesten – aber in praktisch allen weit vorne. Und – wobei das im harmonischen Saerbeck nichts Neues ist – gänzlich skandalfrei. „Unsere größte Stärke“, meint auch der Trainer, „war unsere Konstanz.“

Die Floskel von der „geschlossenen Mannschaftsleistung“ – Althaus scheint sich bei ihrer Verwendung am Telefon selbst zu erschrecken – ist langweilig, aber manchmal einfach passend: das erste Saisonspiel (ein 1:1 in Mettingen) ausgenommen, standen sie nie schlechter als auf Platz fünf – und nach sechs Spieltagen gar mal kurz an der Tabellenspitze. „Richtig mies war nur das Pokalmatch in Laggenbeck“, erinnert sich Althaus. Nach dem 0:3 dort konnten sie sich jedenfalls ganz auf die Liga konzentrieren.

Wo der blau-weiße Taktikchef notgedrungen Torwart-Wechsel-Dich spielen musste: mit Simon Klemme, Max Dickmänken und Leon Berkemeyer setzte er gleich drei Schnapper ein – ohne größere Qualitätsschwankungen.

Apropos Schwankungen: Geradezu seekrank wurden Aktive und Zuschauer bei der Rückrunden-Partie gegen Dörenthe (5:1), als die Falken vier von fünf Tore in Unterzahl schossen. Und in Dreierwalde, als sie ein 1:3 in der Schlussphase noch auf 4:3 drehten. So avanciert man zur zweitbesten Mannschaft in 2018 – und hält sich bis zum letzten Liga-Finale eine Mini-Aufstiegschance offen: So kam es, dass am letzten Spieltag alles einem Meister-Dreikampf entgegen fieberte.

Der aufgrund der eingangs beschriebenen Entwicklungen aber doch eher als Kämpfchen endete – wenn überhaupt. Aber: „Es war einfach überragend, wie viele Leute aus Saerbeck mit uns auswärts gefahren sind“, schwärmt Althaus. „Wir haben offenbar für Begeisterung gesorgt.“

Und das, findet Saerbecks Trainer, zählt am Ende doch irgendwie mehr als ein Aufstieg.

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