Tennis: TC Rot-Weiß Greven feiert 115-jähriges Bestehen
„Heute geht es viel lockerer und familiärer zu“

Greven -

Tradition und Moderne: Wie das zusammen passt, beweist der TC Rot-Weiß Greven. Im Interview erklärt Vorsitzender Elmar Wimber, warum er den Wurzeln des Vereins eine große Bedeutung bemisst und was die Zukunftspläne des Tennisclubs verheißen.

Samstag, 23.06.2018, 00:00 Uhr aktualisiert: 24.06.2018, 17:22 Uhr
 Ist mit der Entwicklung des TC Rot-Weiß Greven sehr zufrieden: Elmar Wimber, seit drei Jahren Vorsitzender des Grevener Traditionsvereins, der an diesem Wochenende sein 115-jähriges Bestehen feiert.
 Ist mit der Entwicklung des TC Rot-Weiß Greven sehr zufrieden: Elmar Wimber, seit drei Jahren Vorsitzender des Grevener Traditionsvereins, der an diesem Wochenende sein 115-jähriges Bestehen feiert. Foto: th

Der TC Rot-Weiß Greven besteht seit 115 Jahren. Das ist ein Grund zum Feiern, aber auch einer, um die Situation beim ältesten Grevener Tennisverein zu beleuchten. Rede und Antwort steht Elmar Wimber. Der Vorsitzende erklärt, warum er der Tradition eine große Bedeutung beimisst und was die Zukunftspläne seines Vereins verheißen.

Der TC Rot-Weiß blickt in diesem Jahr auf eine 115-jährige Tradition zurück. Warum ist das für Sie ein Grund zum Feiern?

Wimber: Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Tennisverein mehr als ein Jahrhundert ununterbrochen existiert und sogar noch seine Platzkapazitäten im Laufe der Jahre erweitern konnte. Wir haben vor zehn Jahren unsere Anlage auf sechs Plätze und ein Kleinfeld für die Jüngsten erweitert. Damals schon mit der Zielrichtung, mit einer stabilen Mitgliederzahl Tennissport ohne Wartezeiten anbieten zu können. Das hat sich bewährt. Nicht nur die Zahl 115 ist der Grund zum Feiern, sondern die sehr positive Stimmung im Verein, die sich im Vereinsleben bei den vielen Veranstaltungen zeigt. Wir sind stolz auf die vielen Aktivitäten und auf den Zusammenhalt im Verein.

Was bedeutet diese lange Tradition für den Verein in seiner heutigen Form?

Wimber: Tradition bedeutet gewachsene Strukturen über Generationen hinweg. Es ist schön zu sehen, wie zum Beispiel drei Generationen aus einer Familie Tennis spielen. Tradition ist auch eine Verpflichtung und eine Herausforderung für den aktuellen Vorstand. Nicht nur in der Politik, sondern auch im Verein muss darauf geachtet werden, dass die nachfolgende Generation möglichst wenig finanzielle Belastungen übernehmen muss. Vor acht Jahren haben wir einen fast sechsstelligen Betrag investiert, um alle Plätze komplett zu sanieren. Bei der Tilgung sind wir auf einem sehr guten Weg. Auch dank unserer vielen Sponsoren und des moderaten Sparkurses unserer Finanzchefin Sabine Ahlert werden wir in spätestens vier Jahren schuldenfrei sein.

Dem Tennis haftete lange das Etikett des Elitären an. Wirkt sich dieses Image heute noch in irgendeinerweise aus, positiv wie negativ?

Wimber: Vor 20 Jahren bei meinem Eintritt in den Verein musste ich noch einen Bürgen stellen. Mein Nachbar Uli Hannemann hat ein Auge zugedrückt und die Bürgschaft übernommen. Diese Zeiten sind natürlich längst vorbei und sie hatten auch teilweise einen negativen Beigeschmack. Der Tennisschläger liegt nicht mehr als Statussymbol hinter der Heckscheibe des Autos. Heute geht es viel lockerer und familiärer auf der Anlage zu. Schaukel, Sandkasten, Rutsche und andere Spielgeräte für die Kinder prägen das Gesicht der Anlage. Wir sind weit weg von einem elitären Verein.

Das Deutsche Tennis hat seit Mitte der 1990er Jahren kontinuierlich Mitglieder verloren. Knapp 1,4 Millionen Menschen gehören nach Angaben des Tennis-Bundes einem Verein an. Wie ist die Entwicklung bei Rot-Weiß?

Wimber: Wir haben natürlich auch vom Tennisboom in den 1980er Jahren profitiert. Damals hatten wir 450 Mitglieder und mussten einen Aufnahmestopp festlegen. Heute zählen wir 240 Mitglieder. Das ist eine seit Jahren stabile Zahl, die wir aber in den nächsten Jahren noch nach oben entwickeln wollen.

Sie betonen die Eigenständigkeit Ihres Vereins. Warum kommt eine Fusion für Sie nicht in Frage?

Wimber: Wir haben in den letzten Jahren mehrfach versucht, die Tennisabteilung des TVE und den damaligen TOP-Tennisvereins zu einem Zusammenschluss mit uns zu bewegen. Wir wollten unsere Anlage auf acht Plätze erweitern, um dann die Mitglieder von TOP und der Tennisabteilung des TVE aufnehmen zu können. Leider haben sich die beiden anderen Vereine anders orientiert.

Wie lautet stattdessen Ihr Rezept für die Zukunft?

Wimber: Wir werden ausschließlich Tennissport anbieten. Das können wir und das wird die Zukunft des Vereins bleiben. Die Grundlagen haben wir durch die Zusammenarbeit mit der Tennisschule „best of 5“ gelegt, die mit qualifizierten Trainern ein super Training anbietet. Die angestrebte Ausweitung der Anzahl der Mannschaften und die Jugendarbeit einschließlich der Angebote für die Kinder aus den Grundschulen bilden das Fundament für die Zukunft. In der Kooperation mit Greven 09 bieten wir Fußballern ein dreimonatiges kostenloses Tennisspiel auf unseren Plätzen an mit dem Ziel, neben dem Fußball auch Tennismannschaftssport zu betreiben und so unsere Mannschaften zu verstärken.

Großen Wert legen Sie auf die sportliche Weiterentwicklung des Vereins. Was genau verstehen Sie darunter?

Wimber: Es gibt viele talentierte Kinder, die wir an den Tennissport heranführen wollen. Die Grundschulprojekte zeigen hier schon erste Erfolge. Derzeit haben wir 15 Grundschulkinder in einer Trainingsgruppe. Die neu formierte Damen 30 und Herren-30-Mannschaft hat sich sehr erfolgreich in den Spielbetrieb eingefunden. Die Herren-30-Mannschaft steht vor dem Aufstieg in die Münsterlandliga. Auch die anderen Mannschaften spielen in ihren jeweiligen Ligen sehr engagiert. Die Herren-50-Mannschaft kann den Verbleib in der Verbandsliga sichern. Die hochspielenden Mannschaften sind für Spielerinnen und Spieler anderer Vereine interessant, wenn sie dort keine sportliche Perspektive haben.

Der Verein verfügt in der Kroner Heide über eine eigene Tennisanlage mit sechs Plätzen. Empfinden Sie diese mehr als Last oder Lust?

Wimber: Alle Gastmannschaften loben unsere Anlage mit dem schönen Ambiente und der gewachsenen Struktur. Viele fleißige Hände kümmern sich um das positive Erscheinungsbild. Unser Platzwart Herr Hennig leistet hervorragende Arbeit. Unsere tolle Anlage spornt uns immer wieder an, sie noch mehr zu verschönern.

Zurück zum Jubiläum. Am Sonntag wird gefeiert. Was erwartet die Gäste ?

Wimber: Wir feiern ein Sommerfest mit Jung und Alt. Es wird sehr locker zugehen, Hüpfburg, Torwand, Vogelschießstand, kulinarische Leckereien und Getränke warten neben der Möglichkeit, den Schläger zu schwingen, auf unsere Gäste. Unsere Anlage ist ab 11 geöffnet. An dieser Stelle möchte ich gerne alle Freunde des Tennissports und des TC RW Greven einladen, mit uns zu feiern.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5840665?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686793%2F
Nachrichten-Ticker