Fußball: 24. DJK-Sommerturnier
Und es hat „Huh!“ gemacht

Greven -

Eine Stimmung, die der bei der Fußball-WM in nichts nachstand, herrschte am vergangenen Wochenende im Stadion Emsaue, wo knapp 60 Mannschaften begeisternden und torreichen Jugendfußball zeigten. Besonders ausgelassen jubelte am Ende Gastgeber DJK.

Sonntag, 24.06.2018, 17:20 Uhr aktualisiert: 25.06.2018, 13:58 Uhr
Zuhause die Könige: Die U10 der DJK gewann überraschend ihr eigenes Sommerturnier. Aber auch der SCR jubelte.
Zuhause die Könige: Die U10 der DJK gewann überraschend ihr eigenes Sommerturnier. Aber auch der SCR jubelte. Foto: Stefan Bamberg

Wären wir hier in Island, könnten wir dieses Wochenende im Grunde mit einem einzigen Wort zusammenfassen: „Huh!“ Und den dazugehörigen Move, den Viking Clap, beherrschen die Grevener Jungs sogar auch schon. Wenn auch vielleicht nicht ganz so synchron wie die Typen von Eintracht Erle gegenüber. Huh – was für ein XXL-Turnier. Huh – was für eine wilde Fahrt mit auf‘n Kopp 600 Buden. Und huh – was für ein Ergebnis: Der Lokalmatador triumphiert! Am Sonntagnachmittag schafft die U10 tatsächlich das, woran sich nur die Älteren unter uns noch erinnern können: Die DJK Blau-Weiß Greven gewinnt ihr eigenes Sommerturnier. Mit einem geradezu weltmeisterlichen Psycho-Trick: „Wir haben uns vorgestellt, dass das unsere eigene WM ist“, erzählt Trainer Christoph Herting. „Und zwar eine Heim-WM. Wahnsinn!“ Zum Wie und Warum des Wahnsinns gleich noch mehr.

Zunächst aber: „Huh!“ hat‘s auch in Reckenfeld gemacht. Die U8 des SCR holt dank einer völlig wild gewordenen Offensive den Cup bei den Kleinen. „Echt mega geil!“, jubelt ein Reckenfelder Spielervater während der großen Siegerehrung. Mega geil – das heißt wohl „Huh!“ auf deutsch.

Ähnliches denken – in welcher Sprache auch immer – wohl ebenfalls die Sportsfreunde vom Orga-Team. Deren – erstmals alleiniger – Leitwolf: Thomas Scheffler-Talmann. „Es waren drei harte Tage, mit wenig Schlaf“, sagt jener am Ende. Die Beherbergung, Verköstigung und Rundum-Bespaßung von 57 Jugendteams aus der ganzen Republik. Der späte 1:0-Sieg gegen den Eichenprozessionsspinner. Das große Deutschland-gegen-Schweden-Public-Viewing im dafür eigentlich viel zu kleinen SportCentrum. All das war anstrengend für den riesigen Helfertrupp. Aber, Herr Talmann: „Wir sind unter dem Strich wirklich zufrieden.“

Unter dem Strich wirklich zufrieden? Für die DJK-U10 wäre das viel zu niedrig gegriffen. Ekstase träfe es besser. Und damit sind wir wieder beim „Huh!“ In fünf von sieben Partien bleiben sie ohne Gegentreffer. „Einen sensationellen Teamgeist“, sieht Coach Herting. Und den Mann beschleicht so langsam eine Ahnung: Da geht heute richtig was.

Tatsache: „Zum Finale machen sich bitte bereit: Eintracht Erle und die DJK Greven.“ Eine Mischung aus Überraschung und Schmunzeln in der Stimme des Stadionsprechers. Doch da hat die souveräne Schiedsrichterin quasi schon angepfiffen.

Erle – der stämmigste aller Stammgäste – ist in der regulären Spielzeit leicht überlegen, aber: keine Tore. Neunmeterschießen. Locker 300 Zuschauer tummeln sich nun rund ums Spielfeld.

Erster Schuss, passt, die DJK legt vor. Aber Ausgleich Erle. Doch die Grevener Schützen sind hier echt cooler als Oppa beim Doppelkopf: was für‘n Huf zum 2:1. Und dann der ganz große Moment: der BW-Aushilfsgoalie hält den zweiten Elfer der Eintracht. Jetzt die entscheidende Patrone – durchgeschnauft. Angetäuscht. Links unten. Drin das Ding! Humba. Applaus. Viking Clap. Oder einfach nur: „Huh!“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5847121?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686793%2F
Nachrichten-Ticker