Mo., 06.08.2018

Die Fußballer und die Hitze Ein Verein geht baden

Was sie machen, wenn die Sonne knallt und der Rasen verbrennt: Grevens und Saerbecks Fußballtrainer bauen mitunter auf besondere Trainingsmethoden.

Was sie machen, wenn die Sonne knallt und der Rasen verbrennt: Grevens und Saerbecks Fußballtrainer bauen mitunter auf besondere Trainingsmethoden. Foto: Stefan Bamberg

Greven/Saerbeck//Gimbte/Reckenfeld - 

Ab ins kühle Nass! Wenn‘s draußen so heiß ist wie derzeit, müssen Fußballtrainer sich was einfallen lassen. So werden unsere Balltreter schon mal zu Wasserratten.

Von Stefan Bamberg

Eine alte Mülltonne sollte sich doch wohl irgendwo auftreiben lassen, hofft Julian Lüttmann. Es muss ja nicht die Luxus-Variante sein, wie damals, als der Mann noch Profi in Kiel, Oberhausen oder Erfurt war. „Ich habe schon angeregt, dass wir so ein Ding an den Wittlerdamm kriegen“, erzählt der Trainer des SC Reckenfeld fröhlich. „Das Ding“ funktioniert dann ganz einfach: Wasser rein, Eis rein, Fußballer rein. Die klassische Eistonne. „Ein paar Minuten da hinein – was Besseres kannst Du in einer harten Vorbereitung kaum machen“, meint Lüttmann. Oder, ein vergleichbares Konzept: „Neulich waren wir zusammen in Emsdetten schwimmen.“ Zur Regeneration für wehe Balltreter-Schenkel. Und jetzt – bei diesem Wetter zum Helden zeugen – natürlich nicht zuletzt zum Kühlen überhitzter Kicker-Köpfchen. Die lokalen Fußballer, sie ächzen unter der Hitze – doch das weckt auch ihren Erfindergeist. Mit Heimwerker-Tricks und Ausflugstipps à la Lüttmann – aber auch mit alternativem Trainingsprogramm.

Wer die heiße Jahreszeit schon im Namen trägt, setzt in dieser Hinsicht natürlich Trends: Andreas Sommer, Übungsleiter bei Bezirksligist Greven 09, zieht mit seiner Belegschaft heute Abend ins Freibad um. Zum Krafttraining im kühlen Nass: Aquafitness mit Dunja Hinze-König. „Da werden Muskeln beansprucht, die wir beim Fußball vielleicht nicht so schulen“, vermutet der Coach. Etwa eine Stunde soll die Einheit dauern – und Sommer schwant bereits Schweißtreibendes: „Das wird richtig anstrengend.“ Dass Wassergymnastik sei, wenn vollschlanke Mittfünfzigerinnen zu Marianne-Rosenberg-Musik ein bisschen mit ihrer Poolnudel wedeln – okay Freunde, dieses Klischee entspringt wohl doch nur der schmutzigen Fantasie des Reporters. Die 09er jedenfalls stehen der Innovation offen gegenüber: „Die Jungs sind dankbar für alles, was Abwechslung in der Vorbereitung verspricht.“ Und Sommer gespannt, was der Abend bringt.

Vielleicht könnte Daniel Helmes in dieser Hinsicht schon ein bisschen spoilern: Denn der Co-Trainer von Blau-Gelb Gimbte ist selber Anhänger von Aquafitness: „Wir machen da zum Beispiel Spinning – nur eben im Wasser und deswegen mit deutlich mehr Widerstand.“ Ein Teil des Geheimnisses, warum der Mann auch als Ü40er noch unter die Rubrik Laufwunder fällt? Und – eventuell auch was für seine Gimbter? „Na ja“, flachst Helmes, „unsere Truppe spielt ja seit Jahren zusammen. Da ist das immer so `ne Sache mit den neuen Trends.“ Außerdem, witzelt er, sei ja in der Schlage zumindest abends immer ein winziger Hauch von Schatten: für richtigen Fußball.

An der Saerbecker Lindenstraße sehen sie das ähnlich: Dort, wo der Acker am Sonntag beim Testspiel so verkokelt aussah, als habe dort jemand Feuer spucken geübt, baut Cheftaktiker Holger Althaus in Sachen Trainingssteuerung auf Ommas Hausrezept: „Notfalls das Pensum etwas reduzieren und natürlich viel trinken.“ Ach ja, und: „Hinterher kühlen wir auch gern mal von innen.“ Heißt schließlich nicht umsonst Hopfen kalt schale...



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5931914?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686793%2F