Mi., 15.08.2018

25. Grevener Fußball-Stadtmeisterschaft Der richtige Riecher

Der Hammer in der Hammergruppe: Adam Kozakowski und seine blau-gelben Gimbter verloren erst gegen den SC Reckenfeld, dann gegen die DJK – und sind damit als Gastgeber der Stadtis-Jubiläumsausgabe schon in der Vorrunde ausgeschieden. Elf zu zehn um elf nach zehn: Gimbte und die DJK gingen in ein nächtliches Elferschießen. BG verlor und ist damit schon raus.

Der Hammer in der Hammergruppe: Adam Kozakowski und seine blau-gelben Gimbter verloren erst gegen den SC Reckenfeld, dann gegen die DJK – und sind damit als Gastgeber der Stadtis-Jubiläumsausgabe schon in der Vorrunde ausgeschieden. Elf zu zehn um elf nach zehn: Gimbte und die DJK gingen in ein nächtliches Elferschießen. BG verlor und ist damit schon raus. Foto: Stefan Bamberg

Gimbte - 

Die Hammer-Gruppe endet mit einem Hammer: Die sportliche Party zum 40. Vereinsgeburtstag findet ohne das Geburtstagskind statt. BG Gimbte ist bei den Stadtmeisterschaften in der Schlage nämlich bereits in der Vorrunde rausgeflogen. Und zwar nach einem Spiel, das wohl als eines der irrwitzigsten in die Turnier-Historie eingehen wird.

Von Stefan Bamberg

Man hätte ja drauf kommen können, dass eine Hammergruppe auch mit einem Hammer enden muss. 11:10 nach Elfmeterschießen. In Worten: elf zu zehn! Ungefähr um elf nach zehn, am Ende einer atemberaubenden Nachtschicht in der Schlage steht fest: Good bye, Gimbte! Der Gastgeber ist bei der Jubiläumsausgabe der Fußball-Stadtmeisterschaften schon raus. Und Titelverteidiger DJK Greven hat sich mit Bravour ins Halbfinale gemurkst. „Was für ein Krimi, liebe Sportsfreunde!“ – sowas in der Art hätte die stadionsprechende Gimbte-Legende Theo Große Wöstmann wohl normalerweise gesagt. Doch als der Wahnsinn vorbei ist, hat es auch dem Theo kurz die Sprache verschlagen. Zum Glück gibt es ja aber uns – und damit gleich mehr zu einem Abend, von dem noch lange erzählt werden wird.

Fotostrecke: Der Gastgeber ist schon raus: Vorrunde der Fußball-Stadtmeisterschaft in der Schlage

Zunächst aber mal kurz alles, was sonst noch so passiert ist: Mittwoch, 18 Uhr – hurra, das Bällchen rollt, die Ouvertüre zur blau-gelben Geburtstagsparty. Die Aufbauarbeiten für die Sause am Samstagabend laufen auch schon nebenbei: zwei tragen, einer hämmert, zehn stehen drum rum, qualmen wie die Schornsteine und geben gute Tipps. Was nicht passt, wird passend gemacht. Doch die Tanzfläche steht. Spektakuläre Szenen.

Das vergleichsweise Unspektakuläre vom staubigen Rasen: Der SC Greven 09 II marschiert mit einem 1:0 (gegen den SC Sprakel) und mit einem 3:2 (gegen GW Gelmer) ins Semifinale.

Das schon etwas Bemerkenswertere: Der Reckenfelder Meik Kaufmann fiedelt mit einem Doppelpack im Auftaktmatch die Gimbter weg – 2:1. In seiner zweiten Partie kriegt es der Ortsteil mit der DJK zu tun: wieder ein Doppelpacker (diesmal Vargin Der), wieder zwo-eins – der SCR locker in der Vorschlussrunde. Der erste kleine Hammer in der Hammer-Gruppe. „Das war richtig stark“, meint Co-Trainer Ahmet Ali, Julian Lüttmanns Urlaubsvertretung.

Damit ist auch klar: Gastgeber und Vorjahres-Champion kämpfen zum Tagesabschluss nicht nur ums Siegen, sondern vor allem gegen das Fliegen – und damit ab dafür! Einer der irrwitzigsten Kicks der Stadti-Historie beginnt. Fabian Henkel (4./9.) und Jonas Averbeck (11.) knipsen für die DJK – 3:0, die Hausherren am Rande eines Debakels. Dann aber verkürzt Dragan Grujic für BG (15.). Und als Christoph Grotholtmann mit einem vorbildlichen Kopfball das 2:3 erzielt (48.), hüpft die Hütte. Dann die 58., Freistoß Gimbte, Spieler-Salat – und hätte die DJK-Abwehr aufmerksamer den „7. Sinn“ geguckt, wäre dieser famose Auffahrunfall am Fünfer zu verhindern gewesen – da purzeln sie durch den Strafraum, Pascal Zickermann köpft ein. 3:3! Blau-Gelb und Blau-Weiß damit punkt- und torgleich, es gibt Elfmeterschießen. Herrn Gimbte schwant Böses: „Och nä“, raunt Große Wöstmann. „Als Gastgeber jetzt schon auszuscheiden, wär‘ irgendwie scheiße.“

Beide Teams haben hervorragende Vollstrecker: Die Herren Heitmann, Grujic, Wigger, Müller, Reiter, Rink, Lange, Albertmann, Averbeck, Helmes, Wigger, Laufmöller, Wentker und Wesselmann versenken mal mit Foffo, mal mit Gefühl, mal mit Dusel. Youri Hidding ist der achte Schütze für DJK – auch er trifft gegen Laufmöller, unbeeindruckt von den „Udo-Udo“-Rufen.

Zum Torwart-Helden kann jetzt stattdessen Alex Weuthen avancieren – gegen Dario Kemper. Weuthen hat im wahrsten Sinne des Wortes den richtigen Riecher: Mit der Nase! Mit der Nase hält der Mann den entscheidenden Penalty. Und Kemper fasst sich betroffen an selbige – ausgerechnet Kemper, just diesen Sommer von BW zu BG gewechselt, verballert.

Die sportliche Geburtstagsfete findet also fortan ohne das Geburtstagskind statt. Für den gemütlichen Teil aber sind sie schon am Donnerstag wieder da.



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