Fr., 10.08.2018

Fußball: BG Gimbte „Die Leute kommen gerne“

Gimbte - 

40 Jahre hat der Verein schon auf dem Buckel – und in dieser Zeit so einiges erlebt.

Von Martin Weßeling

Klein, fein, gewürzt mit einer gehörigen Prise „Andersartigkeit“ – so sieht sich der SC Blau-Gelb Gimbte. Das war schon im Jahr 1978 so, als sich die jungen Kicker zur ihrer Gründungsversammlung trafen. Und das hat sich auch 40 Jahre später nicht geändert.

Wobei sich die Blau-Gelben aber nicht als elitärer, leicht abgehobenen Club der Fußball-Sonderlinge sehen – ganz im Gegenteil. In Gimbte sind Gäste stets gern gesehen, ein freundschaftlicher Kontakt zu den „Konkurrenz“-Vereinen aus Greven und Reckenfeld war und ist den Fußballern wichtig. „Weil wir nach den Spielen nicht so streng riechen wollten, durften wir in Greven und Reckenfeld auch immer zum Duschen kommen. Trainieren war auch nie ein Problem. Ob Greven 09, DJK oder auch der SC Reckenfeld – die haben uns immer sehr geholfen“, erinnert sich Theo Große Wöstmann, in Gimbte so etwas wie eine Institution, an die Anfangszeiten, als der Ball in der Schlage laufen lernte.

In all den Jahren ist die Uhr natürlich auch bei den Blau-Gelben nicht stehen geblieben – der moderne Fußball hat längst Einzug gehalten – ihre Werte haben sich die heimischen Kicker aber bewahrt. „Hier war Fußball immer mehr als ein 1:0. Und das ist kein Schlagwort ohne Inhalt. Die Leute kommen gerne, essen ihren Kuchen, trinken ihr Bier, schauen sich die Spiele an. Das ist ein schönes Miteinander hier“, freut sich der ehemalige Keeper auch über die politische und gesellschaftliche Durchlässigkeit im Verein. „Hier wurde immer viel politisiert. Integration und der Kampf gegen Rassismus – das war uns immer wichtig.“

Ein Versuch, den Verein BG Gimbte zu begreifen? Vielleicht im Ansatz: Die Blau-Gelben passen jedenfalls darauf auf, dass die Mischung stimmt, außerhalb wie auch auf dem Platz. Große Wöstmann: „Hier gibt es immer ein Drittel an Einheimischen, ein Drittel an Münsteranern und ein Drittel an Grevenern.“

Passt wie die Maulwurfshaufen auf dem welligen Hauptplatz in der Schlage. Irgendwie sympathisch – aber anders.



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