Mi., 15.08.2018

Tanzen: TSC Ems-Casino Blau-Gold Greven Nicht weniger als Weltklasse

Eine elfjährige Erfolgsgeschichte: Petra Voosholz und Bernd Farwick haben das größte Tanzturnier der Welt gewonnen.

Eine elfjährige Erfolgsgeschichte: Petra Voosholz und Bernd Farwick haben das größte Tanzturnier der Welt gewonnen. Foto: Stefan Bamberg

Greven - 

Sie eilen weiterhin von Erfolg zu Erfolg. In ihrer nunmehr elfjährigen gemeinsamen Karriere als Tanzpaar haben Petra Voosholz und Bernd Farwick so etwas wie den Zenit erreicht. Ihr allererster Sieg bei den German Open Championships (GOC) in Stuttgart.

Von Stefan Bamberg

Das Schickmachen fürs Fernsehen dauert doch ein paar Minuten länger als gedacht. Aber es ist fürwahr nicht so, dass die Sportskameraden Werner Jacobs und Cosimo Palomba hier was ausstehen würden. Das Training läuft nämlich noch. Und sowohl der Stadtsportverband-Vorsitzende als auch der Erste Beigeordnete der Stadt wirken ziemlich geflasht. „Einfach genial, dass wir solchen Sport in Greven haben“, sagt Palomba. Dabei sind die beiden Hauptattraktionen da ja noch in der Kabine.

Kurz drauf geht’s dann aber so richtig los: der ganz große Bahnhof für Petra Voosholz und Bernd Farwick. Für das Ausnahme-Tanzpaar des TSC Ems-Casino Blau-Gold Greven, das vergangene Woche sein nunmehr elfjähriges gemeinsames Schaffen gekrönt hat. Ihr allererster Sieg bei den German Open Championships (GOC) in Stuttgart, dem mit über 4000 Paaren größten Tanzturnier der Welt – tausendmal probiert, tausendmal ist nix passiert. Jetzt aber hat es „Zoom“ gemacht.

Und dafür gibt’s eben auch Blumen von Stadtverwaltung und SSV. „Es ist der Höhepunkt unserer bisherigen Laufbahn“, meint Bernd Farwick, in einem Wechselbad aus Sonnyboy-Lächeln und Rührung. Die Vereinskollegen stehen Spalier und das TV-Team filmt, als Voosholz/Farwick zur tänzerischen Ehrenrunde – erst zum Langsamen Walzer, dann zum Slowfox – antreten.

Da, spätestens da ringt auch ihr langjähriger Trainer Thomas Derner mit den Tränen. Und Derner – ein Mann, der schon beim Sprechen Körperspannung hat – hat die beiden immerhin bereits zu diversen Deutschen Meisterschaften geführt, zuletzt zu Bronze bei der Weltmeisterschaft in Tschechien.

Vor dem Triumph von Stuttgart aber – als die Russen und Italiener in den vorherigen Runden just furios vorgelegt hatten – konnte auch Derner nur noch hoffen. Hoffen auf den Moment, den „One Moment in time“, wie er im Whitney-Houston-Style sagt.

Der kommt: Überdeutlich setzen sich Voosholz/Farwick gegen die internationale Crème de la crème durch – sie sind nicht mehr und nicht weniger als Weltklasse. „Ich bin stolz, solche Athleten begleiten zu dürfen“, frohlockt Derner. Und hantiert mit dem G-Wort wie mit einer heißen Kartoffel – Bernd Farwick hilft seinem Coach: „Geil! Es war einfach geil!“

Über 200 Paare aus aller Welt sind nachmittags in Voosholz‘ und Farwicks Wettkampf an den Start gegangen, haben sich durch die Runden getanzt und manchmal per Ellenbogen gecheckt, die Wertungsrichter haben Runde für Runde eiskalt aussortiert. Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slow-Foxtrott, Quickstep – immer der gleiche Stiefel. Bis ins Finale um kurz nach halb zwölf abends – ein unglaublicher Tanz-Marathon.

„Der Stellenwert des GOC ist noch höher als der einer WM“, erklärt Petra Voosholz. Wobei sie findet, dass es eigentlich gar nicht so wichtig ist, welches Turnier sie nun wieder gewinnen: „Wir bleiben Bernd und Petra – und wir haben einfach nur Riesen-Spaß am Tanzen.“



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