Fr., 17.08.2018

Fußball: Kreispokal Pokal-Wahnsinn in der Schlage

Das war ein echter Pokal-Krimi. In der Verlängerung setzte sich BG Gimbte gegen BW Ottmarsbocholt mit 5:2 durch.

Das war ein echter Pokal-Krimi. In der Verlängerung setzte sich BG Gimbte gegen BW Ottmarsbocholt mit 5:2 durch. Foto: Stefan Bamberg

Gimbte - 

Das war eine ziemlich heiße Kiste – aber erst in der Schlussphase. Gegen BW Ottmarsbocholt setzten sich die Fußballer von BG Gimbte am Donnerstag in der Verlängerung mit 5:2 durch und erreichte damit die nächste Runde im Kreispokal. Nach der regulären Spielzeit hatte es 2:2 gestanden. In der nächsten Runde trifft die Grujic-Elf nun auf die erste Mannschaft des SC Greven 09.

Von Stefan Bamberg

Dragan Grujic meinte ja vorher, er wolle vor allem ein gutes Spiel sehen. Oder wenigstens ein besseres als jüngst bei der Stadtmeisterschaft. Ein bescheidener Wunsch – aber BG Gimbtes Trainer konnte ja auch nicht ahnen, dass er am Donnerstagabend um kurz vor halb elf ein Buch über diese erste Kreispokalrunde gegen BW Ottmarsbocholt hätte schreiben können. Über diesen verrückten 5:2-Sieg nach Verlängerung.

Doch der Reihe nach. Es ist eine Partie mit heißem Preis: Der Sieger spielt nämlich in zwei Wochen zu Hause gegen Greven 09 – da lacht der Kassierer im Schlage-Kassenhäuschen. Also dann, Freunde: jeder holt sich mal noch ein Bier – und dann reiten wir los. In der ersten Halbzeit jedoch mit hinkenden Zossen: Es gibt einen Latten-Freistoß von Marvin Albertmann (41.), gegenüber pariert BG-Hüter Marco Laufmöller zweimal (10./43.) – überhaupt gar nichts deutet hier auf Spektakel hin. Und weil auch nach der Pause erst mal tote Hose ist – lieber gleich in die völlig bekloppte Schlussphase! Die beginnt ungünstig für die Gastgeber: 71. Minute, ein Sturz, ein Pfiff – Strafstoß für Ottmarsbocholt. „1:0 für Rot!“, unken die BG-Fans angesichts der Trikotfarbe des Unparteiischen Peter Gräler. Aber: Das ist der berühmte Kann-Elfmeter, Christoph Wesselmanns Flossen haben da eher nix zu suchen – die Gäste versenken, 0:1.

Und sie erhöhen gar auf 0:2 (78.). Plötzlich allerdings nimmt die Kiste noch mal Fahrt auf: Flanke Fabian Rink, Kopfball Marco Wienkamp – Anschluss (86.). „Wir haben das Spiel über weite Strecken bestimmt“, analysiert Grujic. In der Tat: Seine Männer sind längst vom Trab in den Galopp gewechselt. Und die letzte Chance, sie kommt: Nachspielzeit, Marius Müller fällt im Sechzehner, erneut eine 50:50-Situation, und so richtig Kirmes auf dem Rasen. Aber, was bei dem ganzen Trubel auf keinen Fall untergehen darf: Großes Kompliment an Referee Gräler. Wieder eine strittige Geschichte, aber wenn er das Ding drüben gegeben hat, muss er hier auch pfeifen – und das macht er ohne mit der Wimper zu zucken. Gerade in der allerletzten Sekunde mutig und konsequent – Chapeau, Herr Schiri.

Kollege Müller macht sich weniger Gedanken über all das – mittenrein, 2:2! Verlängerung. Ottmarsbocholt wirkt ziemlich verschreckt – die Schlage läuft zur Topform auf. Da saust Müller schon wieder, bedient Wienkamp – Tor, 3:2. Und wenig später 4:2 (99.), zum zweiten Mal hat’s gemüllert. Und einen Konter fahren sie noch – dessen Motto: „Grotti“ schockt Ottibotti – Christoph Grotholtmann mit der fünften Bude.

Der Wahnsinn, der aus dem Nichts kam. „Greven zittert schon“, frotzeln die Zuschauer. Und schauen sich ungläubig an – als wollten sie sagen: Irgendwas passiert bei uns in Gimbte aber auch wirklich immer.



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