Fr., 31.08.2018

Tischtennis: DJK vor Verbandsliga-Start Die Sache mit den Statistiken

Das sind sie: Diese acht netten Herren glauben, ein gutes Blatt im Poker gegen die Statistik zu haben. Dort ist die DJK nämlich auf Platz neun gelistet, einem Abstiegsplatz. Doch die Wahrheit liegt an der Platte – ab morgen Abend beim Auftakt in Kinderhaus.

Das sind sie: Diese acht netten Herren glauben, ein gutes Blatt im Poker gegen die Statistik zu haben. Dort ist die DJK nämlich auf Platz neun gelistet, einem Abstiegsplatz. Doch die Wahrheit liegt an der Platte – ab morgen Abend beim Auftakt in Kinderhaus. Foto: Stefan Bamberg

Greven - 

Die Zuversicht überwiegt bei den Tischtennisherren der DJK Blau-Weiß: Samstagabend startet der Verbandsligist in Kinderhaus in die neue Spielzeit.

Von Stefan Bamberg

Reporter-Legende Werner Hansch, just 80 geworden, hatte während seines Berufslebens wenig mit Tischtennis zu tun. Und hat mit seiner unnachahmlichen Verbalakrobatik doch mal einen rausgehauen, der die Gemengelage vor dem Tischtennis-Verbandsliga-Auftakt perfekt beschreibt: „Ja, Statistiken. Aber welche Statistik stimmt schon? Nach der Statistik ist jeder vierte Mensch ein Chinese – aber hier spielt gar kein Chinese mit.“ Ja, Statistiken. Statistisch gesehen ist es so, dass die DJK BW Greven im Frühjahr wieder für die Landesliga planen muss.

Denn auf der – bei den Aktiven stets mit Spannung erwarteten – offiziellen Rangliste werden die Blau-Weißen auf Tabellenplatz neun geführt, einem direkten Abstiegsplatz. In jenem Tableau bekommen alle Liga-Spieler der Republik immerzu Punkte, für jedes Pflichtspiel, unterschiedlich viele je nach Stärke des Gegners – kompliziert das alles.

Und, womit wir zur besten Nachricht für die DJK kommen: eben nicht mehr als eine theoretische Prognose. „Man weiß bei manchen Gegnern nie genau, in welcher Besetzung die dann antreten“, erklärt Altmeister Reinhard Rothe. Der Mann spricht da aus eigener Erfahrung – weil auch gelegentliche Grevener Rotationsmaßnahmen wahrscheinlich sind. Acht Spieler – die freundlichen Herren links auf dieser Seite – kommen für Einsätze in Frage.

Immerhin acht, wo sich die Truppe gerade in der vergangenen Rückserie doch oftmals von allein aufstellte. Wir erinnern uns: Mit Schwimmflügeln und Schnappatmungen robbte sich die DJK da erst am vorletzten Spieltag zum rettenden Ufer.

Im Idealfall soll das diesmal natürlich entspannter klappen – jedoch: Aufgrund einer Strukturreform müssen vier der zwölf Mannschaft direkt runter in die Landesliga. Das Auftaktmatch in Kinderhaus, es gerät damit zum ersten Knackspiel im sportlichen Survival-Camp Verbandsliga.

Was Greven dabei in die Waagschale werfen kann: erstens viel Erfahrung, als eines der ältesten Teams der Klasse.

Zweitens einen soliden, ausgeglichen besetzten Kader – der mit einem echten Globetrotter aufgemotzt wird: Sinan Incegoz kommt im Beruf viel in der Welt rum – und für sein Hobby jetzt in die Emsaue. Der Export-Manager einer namhaften Gartenbaufirma ist mit seiner Familie in Münster heimisch geworden – und hat in Gievenbeck Max Haddick beim Training getroffen. „Ich habe einfach ein cooles Team gesucht“, lacht er. Haddick wusste da eins – nun ist Incegöz mit dabei, der ehemalige türkische Erstliga-Spieler. Und augenscheinlich sofort bestens integriert.

Kein Wunder – und damit jetzt das „drittens“ in unserer Aufzählung der DJK-Pfunde: „In all den Jahren hat es nie schlimmeren Zoff gegeben, das passt menschlich einfach gut“, betonen die BW-Männer unisono.

Fehlt noch viertens: endlich mal eine vernünftige Sommer-Vorbereitung, mit drei Trainingseinheiten pro Woche.

Die Vorfreude auf den ersten Aufschlag am Samstag? Riesig. „Das Saisonziel ist Rang sieben“, sagt Rothe. Der würde ganz sicher – ohne Relegation und ähnliche Gruselspielchen – zum Ligaverbleib reichen.

Der nunmehr 62-jährige Oldie, der älteste Aktive der Liga, er hat alles erlebt in der Szene. Ja, Statistiken – Rothe schmunzelt wie einer, der ein gutes Blatt hat, um gegen sie zu pokern. Es ist also wohl doch sinnvoll, diese Saison erst mal in aller Ruhe zu spielen – findet nicht nur Werner Hansch.



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