Do., 06.09.2018

Tischtennis: Verbandsliga Das erste Fleißkärtchen

Stephan Bothe holte den neunten Grevener Punkt – und sorgte damit für einen relativ frühen Feierabend in Kinderhaus.

Stephan Bothe holte den neunten Grevener Punkt – und sorgte damit für einen relativ frühen Feierabend in Kinderhaus. Foto: Stefan Bamberg

Kinderhaus - 

Da war gleich mal Musik drin. Die DJK-Tischtennisherren haben zum Saisonauftakt ein stimmungsvolles Auswärtsspiel in Kinderhaus erlebt. Und dabei zwei Punkte geholt – vermutlich die ersten beiden ganz wichtigen gegen den Abstieg.

Von Stefan Bamberg

Die schnuckelige Halle an der Josef-Beckmann-Straße in Münster-Kinderhaus liegt direkt neben einer Grundschule. Und das ist irgendwie die passende Location: Hier geht es für die DJK BW Greven nämlich erst mal nur ums kleine Tischtennis-Einmaleins. Hausaufgaben, die sie nun wirklich ohne größere Probleme erledigen müssen, wenn sie nächstes Jahr keine Extrarunde in der Landesliga drehen wollen. Und: die sie erledigt haben. Kein Rumgestreber, aber das erste Fleißkärtchen der Saison – ein 9:4-Auswärtsieg zum Auftakt. Vermutlich die ersten zwei Zähler gegen den Abstieg. „Alles in Ordnung“, kommentiert Oldie Reinhard Rothe – selber am Samstagabend nur als Coach und Punktezähler dabei – das alles. „Wir waren in allen Belangen einen Tick stärker.“

In den Doppeln zum Beispiel: Hier punkten Max Haddick/Stephan Bothe, die beiden, die schon vergangene Saison viele gemeinsame Schlachten geschlagen haben. Doch auch Matthias Kaltmeier und Neuzugang Sinan Incegoz haben sich augenscheinlich schon ganz gut kennengelernt. Salto nullo derweil für Milan Heidkamp/Rajee Sithamparanathan – und, richtig mitgezählt? Genau, 2:1 Greven.

Einer der Gegner des unterlegenen DJK-Doppels – der junge Alexander Michelis – gilt aktuell als einer der neuen Sterne an Münsters Ping-Pong-Firmament. Das zeigt er eindrucksvoll in seinen Einzeln: Erst schickt er Heidkamp Planeten gucken, dann schießt er schließlich auch noch den Haddick auf den Mond – all das, obwohl die Grevener Spitzenkräfte eigentlich gar nicht mal so schlecht drauf sind. Und ihre zweite Partie auch recht locker eintüten: Haddick mit 3:0, Heidkamp mit 3:1.

Und doch gibt es Momente, in denen die Nummer ein bisschen flattrig wird für Blau-Weiß: Etwa, als der noch leicht nervös wirkende Incegoz den Entscheidungssatz gegen Artur Werner verliert – und die Kinderhauser damit auf 3:5 verkürzen. Für die Westfalia ist‘s der erste Verbandsliga-Auftritt seit über 20 Jahren – da ist ihre stimmungsvolle Bude, da ist Westfalenland plötzlich außer Rand und Band.

Jedoch nicht lange: Denn Kaltmeier, Sithamparanathan und Bothe bleiben sauber. Und so kann das mittlere BW-Paarkreuz – Kaltmeier und Bothe – nach knapp drei Stunden beim Stand von 7:3 für einen raschen Feierabend sorgen. Ersterer ist offenbar auch ganz angetan von dieser Idee – ein schnelles 3:0.

Aber, aber Bothe: „Der ist ja völlig aufgedreht“, meint der DJK-Präsident mit nüchternem Juristen-Blick zum grinsenden Rothe: Sein Kontrahent Sebastian Heeke hat ihm im ersten Satz tatsächlich mächtig einen verplättet. Jedoch hält Sportskamerad Heeke sein furioses Tempo nicht über die volle Distanz durch. Und: „Der Stephan ist halt auch ein Fuchs...“, meint Rothe. Ganz fuchsig legt er dem frechen Powerplayer denn jetzt auch endlich die Bälle auf die Tischkante – und holt den neunten Punkt auf der kürzesten Auswärtsreise in der DJK-Tischtennis-Historie.



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