Mi., 12.09.2018

Tischtennis: Verbandsliga Blau-Weiße Eichhörnchen-Taktik

Mal klasse, mal mit Problemen – so wie Milan Heidkamps persönliche Bilanz liest sich auch die seiner DJK. Am Ende reichte es immerhin noch zu einem 8:8-Last-Minute-Remis gegen den TuS Hiltrup.

Mal klasse, mal mit Problemen – so wie Milan Heidkamps persönliche Bilanz liest sich auch die seiner DJK. Am Ende reichte es immerhin noch zu einem 8:8-Last-Minute-Remis gegen den TuS Hiltrup. Foto: Stefan Bamberg

Greven - 

Na immerhin. Zumindest zu einem Remis hat es für die Tischtennis-Herren der DJK Greven gegen Hiltrup noch gereicht. Dank eines Doppels, das zwar schlecht angefangen, dann aber noch so richtig einen rausgehauen hat.

Von Stefan Bamberg

Zwischen 11 Uhr und 14.45 Uhr liegen am Sonntag nicht nur dreidreiviertel Stunden – sondern Welten. Zwischen krachendem Fehlstart und Last-Minute-Happy-End. Zwischen drei Sätzen mit X und dreien für ein immerhin kleines Halleluja in diesem kleinen Derby. Zwischen 0:3 und 3:0. Max Haddick und Stephan Bothe retten der DJK Greven ein 8:8-Remis gegen den TuS Hiltrup. Zum guten Schluss können die Blau-Weißen froh sein, dass sie so ein Doppel haben.

Was als längerfristige Erkenntnis aus diesem neuerlichen Tischtennis-Marathon bleibt, ist, dass sie die Saison in der Emsaue voraussichtlich nach der Eichhörnchen-Taktik bestreiten werden, Schrägstrich müssen. Auf dem Weg zum Klassenerhalt nimmt man erst mal alles mit, was geht – sie scheinen nicht unzufrieden mit der schmalen Ausbeute: „Ein Remis war das Minimalziel“, meint Kapitän Matthias Kaltmeier. „Das haben wir geholt. Immerhin.“ Immerhin, sagen aber wohl auch die Gäste – denn, liebe Liebhaber der kuriosen Zahlen: In der Endabrechnung hat Greven ganze fünf Sätze mehr gewonnen als der TuS.

Fotostrecke: Die Rettung mit dem Schlussdoppel: DJK holt 8:8 gegen TuS Hiltrup

Genug mit Statistik, los geht’s: Mit der oben schon angedeuteten 0:3-Pleite des Gespanns Bothe/Haddick gegen das mittlere Hiltruper Paarkreuz – eher schwer erklärbar. Doch wer in diesem verrückten Sport für alles eine Erklärung sucht, der grübelt vermutlich noch länger als die Aktiven hier mal wieder ausharren müssen. Die Fans haben es da besser: „Um eins ist das Essen fertig – da kennt meine Frau nix“, sagt einer – und sieht so nur haarscharf noch, wie Rajee Sithamparanathan seinen ersten Einzelpunkt einsackt. Vielleicht wollte er ja auch pünktlich zu Tisch, wer weiß. Aber keine Chance, es wird noch ein zähes Ringen.

Etwas überraschend hat Sithamparanathan schon zuvor mit Milan Heidkamp sein Doppel gerockt, weitere Punkte holen ein konzentrierter Haddick und ein druckvoller Bothe. Auf der anderen Seite indes Niederlagen fürs untere Doppel Reinhard Rothe/Matthias Kaltmeier, für Heidkamp und Kaltmeier allein – 4:4 nach zwei Stunden.

Zwei weitere folgen – und weiter klappt nicht alles: Rund um den Hagebaumarkt ist heute großer Trödelmarkt – das wissen offenbar auch Bothe und Heidkamp, die aber mal allen unnützen Plunder in ihre Matches schmeißen – 0:3 und 1:3. Aber lieber zweimal so richtig verlieren als fünfmal knapp. Doch leider feilscht auch Reinhard Rothe erfolglos um Schnäppchen, Carsten Becher und Volker Betz ziehen ihn über’n Tisch. Der Altmeister kämpft mit sich, starken Gegnern und dem Plastikball, diesem neumodischen Gedöns. Kapitän Kaltmeier macht ein Gesicht, als habe er just eine Wurzelbehandlung gewonnen.

Nur weil zunächst Haddick, dann Kaltmeier selbst zuverlässig liefern, ist noch alles drin. Aber: Es steht inzwischen 6:8, oder juristisch gesprochen: Wir sind bei der letzten Mahnung, bevor Inkasso Moskau anrückt. Zum Glück aber ist noch ein Blau-Weißer flüssig: Rajee reißt seine Kollegen raus, räumt noch mal solo ab, 3:1, das 7:8 – und das Ticket für eine wilde letzte Fahrt. Schlussdoppel. Haddick/Bothe gegen Julian Scherzinger/Alber Dhkoka. In dem die Grevener eingespielter wirken, auf einmal geht‘s schnell – Netzaufschlag, Bothe-Klebe, Ball im Aus – so kommt das Remis zustande. Eichhörnchen-Taktik kann wohl doch ganz schön Spaß machen.



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